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Kompromiss im Keller gefunden

Streitgespräch zwischen Polen und Frankreich: Björn Ehritt (links) und Willi Mülle mussten die Standpunkte ihrer Länder verteidigen. Auf die aktuellen Terroranschläge in Paris wurde aber mit Rücksicht auf den strengen Zeitplan nicht weiter eingegangen.
Streitgespräch zwischen Polen und Frankreich: Björn Ehritt (links) und Willi Mülle mussten die Standpunkte ihrer Länder verteidigen. Auf die aktuellen Terroranschläge in Paris wurde aber mit Rücksicht auf den strengen Zeitplan nicht weiter eingegangen. © Foto: Jürgen Liebezeit/MZV
Jürgen Liebezeit / 17.11.2015, 21:07 Uhr
Birkenwerder (MZV) Was EU-Politiker in 18 Monaten schaffen, haben Elftklässler der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule aus Birkenwerder in zwei Tagen erledigt. Sie verabschiedeten ein Gesetz zur Einwanderungs- und Asylpolitik.

Am Ende ist alles ein Kompromiss, auf den sich Vertreter der Mitgliedsstaaten und Mitglieder des Europäischen Parlaments geeinigt haben. Allerdings haben die neuen Regelungen keine Gültigkeit. Denn die kontroversen Debatten fanden nicht in Straßburg oder Brüssel statt, sondern im Keller der Gesamtschule. Dort schlüpften 36 Jugendliche, die alle den Politik-Grundkurs belegen, in einem Planspiel in die Rollen von Europa-Politikern oder Ministern aus den Mitgliederländern. In getrennten Sitzungen und bilateralen Gesprächen haben der "Rat der Europäischen Union" und das "Europäische Parlament" sich zur gemeinsamen Asylpolitik verständigt. Wie im echten politischen Alltag einigten sich die Beteiligten in Detailfragen oft auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. "Das Planspiel gibt den Heranwachsenden die Möglichkeit, Politik nicht nur theoretisch zu erlernen, sondern praktisch zu erlernen", erklärt Politiklehrer Marius Bachmann den Hintergrund des vom Europäischen Parlament finanzierten Projektes.

"Es war ziemlich schwierig, in der Rolle zu bleiben", berichtet Willi Müller, der in die Haut des polnischen Innenministers "Zurasky" schlüpfen musste. "Das ist eine tolle Alternative zum Unterricht", findet auch Björn Ehritt, der die französischen Interessen im Rat der EU vertreten durfte. Beide haben dann aber auch erfahren, dass die Debatten manchmal sehr langatmig sind. "Die Konferenzen haben ewig gedauert. Das ist sehr ermüdend", räumt ein anderer Elfklässler ein.

"Ziel unseres Angebotes ist es, Jugendlichen zu demonstrieren und sie erfahren zu lassen, wie die Institutionen der EU zusammenarbeiten", erläutert Oliver Häsgen, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Berliner Informationsbüro des Europäischen Parlaments. Eigentlich sollen die Teilnehmer des Planspiels am Ende der beiden Arbeitstage noch mit einem realen EU-Politiker diskutieren. Doch es fand sich auf die Schnelle kein Parlamentarier, der Zeit hatte.

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