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Schwedter Ziel: Vorlese-Hauptstadt

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Michael Dietrich / 18.11.2015, 06:39 Uhr
Schwedt (MOZ) Alice Schwarzer, Eckhard von Hirschhausen und Anne Will tun es, Schwedts Bürgermeister und der Sechstklässler Jonathan Eichhorn ebenso: Am 20. November lesen sie und 100 000 andere beim 12. bundesweiten Vorlesetag. Schwedt will dabei Vorlesehauptstadt werden.

Es geht schlicht und einfach ums Vorlesen. Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, verfügen nachweislich über einen besseren Wortschatz, haben im Schnitt bessere Noten und entwickeln selbst den Spaß am Lesen. Doch so groß die Vorteile auch sind und so einfach Vorlesen eigentlich ist - bundesweiten Erhebungen zufolge bekommen in etwa einem Drittel aller Familien Kinder von ihren Eltern nur selten oder gar nicht vorgelesen. Die Vorbereitungen für den Vorlesetag in Schwedt laufen auf Hochtouren. Grundschulen, viele Kitas und Seniorenheime sind mit dabei. Gelesen wird im Berlischky-Pavillon, im Museum, in der Stadtbibliothek und sogar in der Salzgrotte. Auch Kinder sind unter den Vorlesern, zum Beispiel Jonathan Eichhorn und seine Klassenkameraden der 6b der Waldrandschule oder Schüler des Gymnasiums, die im Senioren-Wohnheim am Aquarium und im Pflegeheim Lea Grundig vorlesen.

"Wir haben aber auch Eltern, Großeltern, Künstler und Prominente gewonnen, an diesem Tag vorzulesen. Und wer sich spontan noch beteiligen will, kann sich gern in den Kindereinrichtungen oder Schulen melden", erklärt Schulleiter Ernest Hobohm von der Grundschule am Waldrand. Auch die MOZ-Mitarbeiter Dietmar Rietz und Eva-Martina Weyer lesen vor.

"Wir möchten die Kultur des Vorlesens weit in die Fläche tragen. Vorlesen ist ein Schlüssel für die Entwicklung der Kinder. Wenn wir sie mit Geschichten begeistern können, dann legen wir auch den Grundstein für ihre Lesebegeisterung, für Wissbegierde, dafür, dass in den Familien wieder mehr vorgelesen, nachgefragt und geredet wird", sagt Hobohm. Er ist einer der Initiatoren des Vorlesetages in Schwedt und macht sich stark dafür, dass Schwedt Vorlese-Hauptstadt wird.

Um den Vorlesetag und seine Ziele noch bekannter zu machen und die Beteiligung in den Kommunen anzukurbeln, wurde 2013 der Wettbewerb um die besten Vorlesestädte oder -Gemeinden gestartet. Gesucht werden die aktivste, die öffentlichkeitswirksamste und die außergewöhnlichste Vorlese-Hauptstadt. 2014 wurden das die 8000-Einwohnergemeinde Rain in Bayern mit 216 Vorlesern, Mainz mit 130 Vorleseaktionen vom Vorlese-Flashmob bis zu Lesungen in Kinos sowie Wiesbaden, das die Zahl der Vorleser von 26 im Jahr 2013 auf 141 steigern konnte.

"Mit diesen Gemeinden, die sich schon viele Jahre lang am Vorlesetag beteiligen, werden wir uns sicherlich noch nicht messen können, aber vielleicht werden wir ja im ersten Schritt schon mal Vorlese-Hauptstadt der Uckermark", hofft Ernest Hobohm.

Auch in Angermünde, Templin und Prenzlau finden an diesem Tag Vorlese-Aktionen statt und eine anschließende Meldung der Vorleser und Teilnehmer sowie eine Auswertung sind organisiert. Auch ein gemeinsames Treffen aller Vorleser im Anschluss im Mehrgenerationenhaus als Dankeschön für ihre Teilnahme ist geplant.

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