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Ungewöhnliches Umfeld: Der erste Unternehmerabend der Gemeinde Wandlitz führte die Firmenchefs und die Verwaltung im Traktorensaal des Barnim Panoramas zusammen.
Ungewöhnliches Umfeld: Der erste Unternehmerabend der Gemeinde Wandlitz führte die Firmenchefs und die Verwaltung im Traktorensaal des Barnim Panoramas zusammen. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Hans Still / 20.11.2015, 06:45 Uhr
Wandlitz (MOZ) Der erste Wandlitzer Unternehmerempfang führte am Mittwochabend Vertreter der Wandlitzer Gemeindeverwaltung, Handwerker der Region sowie Mitglieder der Unternehmerverbandes Barnim zusammen. Die Verwaltung nutzte das Treffen, um die Pläne für das ehemalige Basdorfer Polizeischulgelände vorzustellen.

Anfangs fühlt sich Rainer Koch ein wenig fremd im Traktorensaal des Barnim-Panoramas. An mehreren Tischen verteilt stehen Unternehmer und Mitarbeiter der Verwaltung zusammen, Koch kennt den einen oder anderen lediglich vom Sehen. "Ich habe meinen Betrieb in Berlin", erklärt der Unternehmer, der sich mit dem Verkauf und dem Verlegen von Bodenbelägen befasst. Seit 1993 hält sich seine Firma am Markt, Aufträge in Wandlitz oder in Bernau liegen so lange zurück, dass es Koch kaum gelingt, sich an die Jahreszahlen zu erinnern. "Wir haben mal in zwei Gymnasien gearbeitet", fällt dem gestandenen Firmenchef dann doch noch ein. Ungeachtet dessen kommt Koch mit seiner Frau gern zu diesem Termin mitten in der Woche. "Wir zahlen in Wandlitz seit Jahren Steuern, und ich habe hier gerade eine Zweigstelle eröffnet. Außerdem interessieren mich die Pläne der Gemeinde in Basdorf, vielleicht können wir dort zum Zuge kommen", gibt Koch unumwunden zu.

Mit leichter Verzögerung erhebt die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant das Wort, um die knapp 40 Gäste zu begrüßen. Immerhin 2500 Gewerbetreibende gehen in der Gemeinde ihren Geschäften nach, davon sind 1800 als Einzelunternehmer tätig. "1400 Betriebe und Unternehmen waren 2014 steuerpflichtig und zahlten insgesamt 2,8 Millionen Euro Gewerbesteuern. Rechnerisch macht das 2000 Euro je Gewerbesteuerzahlen", addiert die Bürgermeisterin auf und kommt auf die für jede Gemeinde wichtigen Arbeitsplätze zu sprechen. 3100 Jobs bieten die Wandlitzer Firmen den insgesamt 7600 Erwerbstätigen in der Gemeinde. Allerdings geht der übergroße Anteil außerhalb von Wandlitz der Arbeit nach, 6400 Wandlitzer Beschäftigte pendeln täglich zwischen ihrem Wohn- und Arbeitsort. "Klappern gehört zum Handwerk", zitiert die Bürgermeisterin eine Volksweisheit und bietet den Unternehmern beim Thema Nachwuchssuche direkte Hilfe an. "Wir unterstützen Sie gern, wenn Sie sich und Ihre Branche in den Schulen und damit bei potenziellen Auszubildenden und Mitarbeitern vorstellen wollen", verspricht Jana Radant.

Lob für die Handwerker im "Großraum Wandlitz" kommt wenig später auch von Rüdiger Thunemann, der als Geschäftsführer der kreiseigenen Wirtschaftsförder GmbH WITO und als stellvertretender Vorstand des Unternehmerverbandes Barnim nach Wandlitz kam. Der Verband hielt im Barnim Panorama eine Weiterbildung ab, beide Anlässe wurden quasi kombiniert. So profitierten auch die aus Eberwalde angereisten Gäste vom Vortrag des Wandlitzer Kämmerers Christian Braungard, der im Videosaal das Engagement der Gemeinde auf dem ehemaligen Polizeischulgelände vorstellt. Das 42 Hektar große Areal soll bis zum Jahr 2020 zu jeweils einem Drittel mit Wohn- und Gewerbenutzung belegt werden, ein weiteres Drittel steht für renaturierte Flächen zur Verfügung. "Wir erwarten, dass nach Abschluss aller Baumaßnahmen allein auf diesem Areal bis zu 1000 Bürger wohnen werden", stellt Braungard in Aussicht.

34 Bauten der ehemaligen Polizeischule wurden bereits abgerissen, dabei fielen 112 000 Tonnen Schutt und Abfall an. "Die Kosten dafür beliefen sich auf 3,2 Millionen Euro, wurden aber mit 80-prozentiger Förderung bedacht", referiert Braungard und berichtet von greifbaren Fortschritten. So habe der Discounter REWE zwei Hektar Land erworben und will ab 2016 einen Markt erbauen, der 1800 Quadratmeter Verkaufsfläche bieten wird. Ebenfalls sehr weit fortgeschritten sind die Verhandlungen mit der Rettungsdienst GmbH des Landkreises. Im ehemaligen Wachgebäude wird eine Rettungswache entstehen, zudem plant die GmbH den Bau einer 110 Quadratmeter großen Fahrzeughalle.

Auf dem so genannten Baufeld IX wurden auf 1,5 Hektar Land 27 Eigenheim-Parzellen verkauft und dabei ein durchschnittlicher Preis von 92 Euro pro Quadratmeter erzielt. Zudem stehen im kommenden Jahr diverse Ausschreibungen ins Haus: Für das Wachgebäude etwa (ab September), für den Straßenbau auf dem Baufeld IX oder die Erschließung des Areals mit den erforderlichen Medien. Die 100 Wohnungen, Baubeginn ab 2017, sind auch für Rainer Koch interessant. Am Ende des Empfangs hält der Wandlitzer Unternehmer die Karte von Bauamtsleiter Lars Gesch in der Hand. "Schreiben Sie die Verwaltung an, benennen Sie Ihr Interesse, Ihre Leistungen und schicken Sie Referenzen mit", empfiehlt Gesch allen Unternehmern.

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