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Werbiger Bahnhof aufpoliert

Letzte Arbeiten: Marcel Schüttenberg (l.) und Rüdiger Kemnick von der Firma Kracht Gala Bau Alt Golm (Oder Spree) ebnen Flächen zwischen dem Aufstieg zur Regionalbahn Eberswalde-Frankfurt auf dem oberen Bahnsteig und der Ostbahn im unteren Bereich.
Letzte Arbeiten: Marcel Schüttenberg (l.) und Rüdiger Kemnick von der Firma Kracht Gala Bau Alt Golm (Oder Spree) ebnen Flächen zwischen dem Aufstieg zur Regionalbahn Eberswalde-Frankfurt auf dem oberen Bahnsteig und der Ostbahn im unteren Bereich. © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 25.11.2015, 04:06 Uhr
Werbig (MOZ) Der Seelower Ortsteil verfügt über den einzigen Kreuzungsbahnhof in der Region. Dort treffen sich Ostbahn- und die Regionalbahnstrecke Frankfurt-Eberswalde. Die Bahn AG hat das Umfeld jetzt aufwendig sanieren lassen und 650 000 Euro investiert.

"Wir haben jetzt den ansprechendsten Bahnhof im Umfeld", zeigte sich Ortsvorsteher Wolfgang Kadler in der Beratung des Ortsbeirates am Montagabend überzeugt. Nicht-Bahnfahrer haben es wahrscheinlich gar nicht bemerkt. Seit Wochen wurde am Kreuzungsbahnhof gewerkelt.

Wer das Areal lange nicht mehr aufgesucht hat, wird es kaum wieder erkennen. Der gesamte Hang wurde von Bäumen und Sträuchern befreit. Noch in der vergangenen Woche haben Arbeiter einer Landschaftspflegefirma neue Sträucher angepflanzt. Um das Abrutschen des Hanges zu verhindern, wurden Filzmatten ausgelegt.

Komplett erneuert wurden die Bahnsteige, sowohl auf dem unteren Bahnhof, der Strecke Küstrin-Lichtenberg als auch am oberen Bahnsteig, auf dem die Züge aus Frankfurt in Richtung Eberswalde bzw. umgekehrt stoppen. Verbaut wurde modernes dunkles, strapazierfähiges Verbundpflaster. Neue Überstände sind montiert, so dass Reisende nun auch bei Regen einen Schutz haben.

Bereits im Frühjahr war die alte Holztreppe durch eine moderne Betontreppe ersetzt worden. "Vor allem gibt es an dieser Treppe jetzt auch Licht", freute sich Wolfgang Kadler für die Reisenden. Und nicht nur das. Bisher lag der Bahnhof immer im Dunkeln. Jetzt können Reisende von der Brücke bis zum Bahnhof dank neuer Straßenlampen sicher die Zuwegung nutzen. Auch der Bahnhofsvorplatz ist in die Neugestaltung einbezogen. Die neuen Gehwege führen zu beiden Haltebereichen, so dass Reisende jetzt zu jeder Jahreszeit trockenen Fußes bis zum Bahnsteig gelangen.

"Die Baumaßnahmen waren auf Grundlage des Anlagenmanagements, der sogenannten amp-Logik notwendig", erklärt Bahnsprecher Gisbert Gahler. Um Anlagen sicher und wirtschaftlich über deren Lebenszyklus vorzuhalten, verfolge die Deutsche Bahn Station&Service eine gezielte Instandhaltungsstrategie, genannt "amp" - Anlagen Management Personenbahnhöfe. "Mittels amp-Strategie wird der Wartungs- und Instandhaltungsbedarf in allen Bahnhöfen der DB Station und Service AG zentral gesteuert", erläutert Gahler. Werbig sei Teil dieses Programms. Wie viel Bäume genau gefällt werden mussten, kann der Bahnsprecher nicht sagen. "Die Landschaftsbaumaßnahmen werden jedoch nach einer vom Umweltamt bestätigten Planung realisiert", versichert Gahler. Am 16. November sind die neuen Anlagen in Betrieb gegangen. Bis Ende des Monats werden noch Restarbeiten erledigt.

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Benno Koch 26.11.2015 - 00:00:42

"Kreuzungs"bahnhof Werbig: 110 Minuten Umsteigezeit

Was läuft hier in diesem Blatt falsch? In ihrem Artikel unterscheidet die Autorin sogar in "Nicht-Bahnfahrer" - auf welcher Seite steht die Redaktion der Märkischen Oderzeitung? Wer den Umsteigebahnhof Werbig nutzen möchte, sieht aus dem Oderbruch kommend in Richtung Berlin im Normalfall nicht mal die Rücklichter - die RB26 nach Lichtenberg ist bereits 10 Minuten früher durch, wenn die RB60 aus Wriezen im Kreuzungsbahnhof Werbig ankommt. Wer nach Seelow-Gusow, Alt Rosenthal, Trebnitz (Mark), Obersdorf, Müncheberg (Mark), Rehfelde, Herrensee und Strausberg möchte, hat auch Pech. Nach der Kappung der direkten Wriezener Bahn durch die Umgehungsstraße Wriezen wäre der Umweg mit der Bahn via Werbig statt via Eberswalde nach Lichtenberg heute sogar die schnellste Verbindung. Wenn der Anschluss passen würde. Und da die RB26 hier in Werbig zwar stündlich durchfährt, aber nur alle zwei Stunden hält, kommt eine unfassbare Umsteigezeit von 110 Minuten zustande. Eigentlich ein leicht lösbares Problem. Sowohl die RB26 als auch die RB60 haben auf ihren Strecken offenbar größte Probleme Zeit totzuschlagen - in Wriezen zum Beispiel vier Minuten, in Müncheberg (Mark) 6 Minuten und an weiteren Abschnitten trödelt man die Zeit nicht mehr am Bahnhof, sondern mit Tempo 40 auf der Strecke ab. Wenn die Märkische Oderzeitung mal nachfragen würde, könnte man das 20 Jahre alte Problem in Werbig vermutlich sofort lösen. Und dazu wäre es hilfreich, wenn der Autor zur Gruppe der "Bahnfahrer" zählen würde. Und nur für Neu-Bahnfahrer zur Erinnerung: Der Besteller des Regionalbahnverkehrs in Berlin-Brandenburg heißt VBB.

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