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Jubel fürs Schwedter "Kalte Herz"

Märchenhaft: Peter (Peter-Benjamin Eichhorn) ist arm. Lizzy (Sabrina Pankrath) liebt ihn trotzdem.
Märchenhaft: Peter (Peter-Benjamin Eichhorn) ist arm. Lizzy (Sabrina Pankrath) liebt ihn trotzdem. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Eva-Martina Weyer / 25.11.2015, 18:38 Uhr
Schwedt (MOZ) Rekordverdächtig war der Kartenvorverkauf für das Weihnachtsmärchen an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt. Mehr als 12 000 deutsche und polnische Kinder haben sich für "Das kalte Herz" angemeldet. Das jährlich immer wieder neue Weihnachtsmärchen hat links und rechts der Oder einen guten Ruf. Die Theatermacher in Schwedt freuen sich über die Vorschusslorbeeren und das Vertrauen des Publikums, aber sie müssen ihrem guten Ruf auch gerecht werden.

In der Premiere von "Das kalte Herz" am Mittwochvormittag ist ihnen das gelungen. Am Ende jubeln etwa 800 Kinder ihren Bühnenlieblingen zu und klatschen im Takt der fröhlichen Musik, die ein Mix aus Akkordeon, Trompete und Schlagzeug ist.

Gerade mit der eingängigen Musik gewinnen Regisseurin Sonja Hilberger und ihre Schauspieler das Publikum von den ersten Minuten an. Die Märchenwaldgesellschaft tanzt und spielt zum Balkanbeat des Berliner SkaZka Orchestra. Dessen Songs hat der Schwedter Musiker Andreas van den Brandt extra für "Das kalte Herz" arrangiert.

Extra für Schwedt ist auch die Märchenfassung entstanden, die auf den Erzähler Wilhelm Hauff (1802-1827) zurückgeht. Monika Radl, fast zehn Jahre am Schwedter Theater engagiert, hat die Bühnenfassung geschrieben. Besondere Herausforderung dabei: Dem Märchen in Schwedt müssen auch polnische Kinder folgen können. Mädchen und Jungen aus Stettin saßen ebenso im Premierenpublikum wie Kinder aus Eberswalde, Angermünde und Schwedt.

Ins Herz der Kinder hat sich Michael Kuczynski gespielt. Er ist der gutmütige Karussellbesitzer im Märchendorf Butzelbock, der dem armen Peter und seiner Liebsten eine freie Fahrt im Glitzerrad spendiert. Kuczynski bezaubert aber auch als Schatzhauser, der im funkelnden Wams und mit tänzelndem Schritt den guten Waldgeist darstellt. In beiden Figuren spielt er auf Deutsch und Polnisch und macht so das Bühnengeschehen für Besucher aus Polen nachvollziehbar.

Das Schwedter "Kalte Herz" ist ein moralisches Märchen. Es stellt gleich zu Anfang die Frage, mit wem der Zuschauer denn zu handeln anfange - mit dem Waldgeist Schatzhauser oder dem bösen Holländer Michel, der Menschenherzen gegen Geld eintauscht. Schnell haben die Zuschauer ihre positiven Helden gefunden - den armen Peter, der Flaschen sammelt, und die hübsche Lizzy, die ihn trotz seiner Armut liebt. Das Publikum hält Peter auch die Treue, als er wegen seines verkauften Herzens immer gefühlskälter wird.

Die Zuschauer folgen ihm von Butzelbock bis in den Wald mit Bäumen, die in den Himmel wachsen, und sie begleiten ihn auf die Weltreise, für die Bühnenbildnerin Frauke Bischinger ein poesievolles Hafenbild erschaffen hat.

Am Ende gelingt es Peter, sein Herz vom Holländer Michel zurückzuholen, der auf einem riesigen Felsen über den Bühnenhimmel schwebt. Peter setzt endlich seinen Verstand ein, und sein Herz schlägt wieder in seiner Brust - bumm, bumm. Die Kinder im Saal greifen den Rhythmus begeistert auf. Prädikat: Auch für Erwachsene geeignet.

Vorstellungen: bis 26.12., Uckermärkische Bühnen, Berliner Str. 46/48, Schwedt, Kartentelefon 03332 538111

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