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Freiheit, Natur und Liebe

Anna Fastabend / 29.11.2015, 19:12 Uhr - Aktualisiert 30.11.2015, 17:20
Eberswalde (MOZ)

"Ich mach' mir die Welt - widde, widde, wie sie mir gefällt.", singt Astrid Lindgrens Kinderbuchheldin Pippi Langstrumpf. Ein Satz, der auch das Motto der Eberswalder Weihnachtsmarkt-Organisatoren gewesen sein könnte. Statt mit jeder Menge Plastik und blinkenden Leuchten ist der Markt mit viel Tannengrün und warmen Lichtern dekoriert. Der Weihnachtssong "Jingle Bells" kommt nicht aus der Musikanlage, sondern wird live gesungen. Das Kinderkarussell ist keines dieser grellbunten, rasend schnellen Fahrgeschäfte, sondern eines, das per Handkurbel betrieben wird. Statt nach Ausbackfett riecht es nach Zimt, Vanille und Bienenwachs.

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Die Mädchen und Jungen futtern Zuckerwatte, lauschen in der mongolischen Jurte märchenhaften Geschichten und staunen im Theaterzelt über die magischen Experimente eines Zauberers. Besonders angetan sind die Kleinen vom Armbrustschießen, bei dem sie mit selbstverständlich stumpfen Pfeilen Figuren in einer Ritterburg treffen müssen. "Das ist echt super", sagt die achtjährige Anna aus Biesenthal. Der siebenjährige Finn-Luca aus Eberswalde findet das Spiel ebenfalls klasse - auch wenn er erst einmal getroffen hat.

Eine weitere Aktion, die vor allem den Kindern Spaß macht, ist das Buntfärben an Stefanie Christians Stand. Die Mädchen und Jungen tauchen dort Kerzen in verschiedenfarbiges Wachs und stellen so ihr individuelles Licht her. Derweil können die Eltern sich eine der von Stefanie Christian selbst gegossenen Kerzen mit andersfarbigen Wachseinschlüssen aussuchen. Pro Verkauf geht ein Euro an den Flüchtlingsfonds der Bürgerstiftung Barnim Uckermark, berichtet die Eberswalderin.

Gleich am Eingang des Weihnachtsmarktes trifft man auf ein echtes Original: Eamonn, der eigentlich aus Irland kommt, jetzt aber in Eberswalde lebt, verkauft allerhand Leckeres mit schwäbischen Spätzle. Richtig gelesen - ein Ire aus dem Barnim, der Spätzle macht. Warum? "Weil die Deutschen Spätzle einfach lieben und sie die deutschen Nudeln sind", erklärt Eamonn. Er verkauft im Sommer auf verschiedenen Festivals Spätzle mit selbstgemachtem Brennnessel- oder Bärlauchpesto. Auf dem Weihnachtsmarkt bereitet er eine ungarische Variante mit Paprika und Sauerrahm und eine süße mit Apfel, Mohn und Butter zu. Eamonn berichtet, dass er keine Angst hat, nach den Attentaten von Paris auf einem Weihnachtsmarkt zu stehen. "Ich glaube an Freiheit, Natur und Liebe. Und nicht an Terror und Waffengewalt."

Natalie Franz vom Geschäft Krumme Gurke bietet ihre regionalen Brandenburger Produkte an. "Wir verkaufen Wildschweinwurst, die ein Jäger aus der Gegend eigenhändig verarbeitet hat", zählt sie auf. Den Birnenpunsch stellt sie mit Zimt und Vanille selbst her. Wer von der Kälte durchgefroren ist, kann den Punsch mit einem Obstler aus dem Havelland aufpeppen.

"Uns gefällt die familiäre Atmosphäre so gut", schwärmt Besucherin Manuela Eisermann. "Wir lieben den Weihnachtsmarkt hier", erklärt Petra Conrad aus Eberswalde.

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