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Ruwe Aero hat die frühere Ultraleicht-Schule Aero-Light Club übernommen / Bundesweit einzigartiger Simulator in Betrieb

Neues Luftfahrt-Unternehmen am Start

Mit Uniform auf dem Flugplatz in Strausberg. Pilot Andrei Siefke an einer Viper SD 4 von Ruwe Aero.
Mit Uniform auf dem Flugplatz in Strausberg. Pilot Andrei Siefke an einer Viper SD 4 von Ruwe Aero. © Foto: MOZ Gerd Markert
Uwe Spranger / 01.12.2015, 04:02 Uhr
Strausberg (MOZ) Am Flugplatz Strausberg ist seit diesem Jahr ein neues Unternehmen tätig. Ruwe Aero hat im Sommer die frühere Ultraleicht-Schule Aero-Light Club übernommen und will ab 2016 richtig durchstarten.

Dass sich das eher als Dienstleister für Straßenreinigung, Winterdienst oder Gebäudeservice bekannte mittelständische Unternehmen Ruwe nun auch in Strausberg auf die Fliegerei verlegt, hat einen einfachen Grund. Holding-Geschäftsführer Klaus Dieter Tschäpe hat hier fliegen gelernt. Bei seinem heutigen Betriebsleiter und Fluglehrer Derek Pokorny. "Nach der Ausbildung habe ich mir gesagt, das geht auch besser", erklärt der gebürtige Erzgebirgler, der vor gut fünf Jahren den Hauptzweig von Ruwe aus der Schieflage wieder in die Spur gebracht hatte.

Nun hat er mit Ruwe Aero eine eigenständige GmbH an den Start gebracht und will "etwas Vernünftiges" anbieten. Das geht schon damit los, dass die Mitarbeiter Uniformen tragen. "Darauf legen wir großen Wert, denn das gibt auch ein anderes Gefühl für die Kunden", ist Tschäpe überzeugt. Und es werde positiv aufgenommen.

Im Angebot von Ruwe Aero sind Ausbildung in einer Flugschule, Rundflüge und das Chartern von Maschinen mit professionellem Ansatz. Höchste Sicherheitsstandards und Einhaltung aller Wartungsvorschriften sind dabei selbstverständlich. Einige der derzeit neun Maschinen sind komplett neu, zwei vom Aero-Light Club übernommene werden vor dem Wiedereinsatz komplett erneuert, und im neuen Jahr soll ein alter Doppeldecker restauriert werden. Mit Sonderangeboten ist die Firma beim Rabatt-Portal Groupon gelistet.

Für die Flugschule hat das Unternehmen gerade eine entscheidende Investition getätigt. Seit gut einer Woche ist ein Simulator im Einsatz, der speziell das Fliegen mit Ultraleicht-Maschinen nachbildet. Es sei deutschlandweit das einzige derartige Gerät, sagt Tschäpe. Der Full-Motion-Simulator bringt nicht nur die Situationen im Cockpit auf eine Leinwand, sondern die Kabine ist noch dazu in drei Achsen beweglich. Und erlaubt es auch, mal auszuprobieren, was passiert, wenn man im Ultraleichtflugzeug das Notsystem mit Fallschirm zündet. Simuliert wird dann sowohl der Lärm der Rakete als auch der Stoß durch den sich öffnenden Fallschirm. "Ich habe das in Belgien selbst geprobt", berichtet der Chef. 65 Programme stehen nach seiner Auskunft zur Verfügung. Dies sei nicht nur für neue Piloten interessant, sondern auch für gestandene, zum Beispiel nach der Winterpause.

Der 58-Jährige sieht zudem eine Verantwortung gegenüber den Anwohnern, die nicht über Gebühr belastet werden sollen. Man habe eigens die Pause so gelegt, dass zum frühen Nachmittag weniger Starts erfolgen, sagt er. Und weil am Wochenende am meisten los sei, sollte dies eine spürbare Entlastung bringen. Zudem wolle man im kommenden Jahr eine Zertifizierung als treibstoff- und lärmsparend ablegen.

Im Januar startet der nächste Ausbildungslehrgang mit Luftrecht, Luftverkehrsrecht und Flugsicherheitsvorschriften, Navigation sowie Technik/Aerodynamik und Funk, bevor die Vorbereitung für die praktische Flugausbildung folgt.

Kontakt: Tel. 03341 306570

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