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Strandbad-Eintritt bleibt frei

Ausflugsziel mit langer Tradition: Blick auf das Eingangstor des Strandbads Müggelsee.
Ausflugsziel mit langer Tradition: Blick auf das Eingangstor des Strandbads Müggelsee. © Foto: MOZ
Steffi Bey / 01.12.2015, 18:26 Uhr
Berlin (MOZ) Das Strandbad Müggelsee kann endlich saniert werden. Fest steht: Auch künftig bleibt der Eintritt in das beliebte Bad an Berlins größtem See frei. "Das ist wirklich ein gutes Signal für die Zukunft des traditionsreichen Bades", freut sich Treptow-Köpenicks Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD). Kürzlich bewilligte der Haushaltsausschuss des Bundestages vier Millionen Euro für die Sanierung des denkmalgeschützten Ensembles am Nordufer des Müggelsees. "Außerdem haben wir die mündliche Zusage vom Senat, dass das Land Berlin die gleiche Summe dazugibt", sagt der Politiker.

Nach Aussage von Hölmer wird das Projekt 2016 ausgeschrieben. Höchste Zeit, denn die Gebäude, errichtet zwischen 1928 und 1930 nach dem Entwurf des Architekten Martin Wagner, sind verfallen. Seit Jahren kämpfen Bezirk, Lokalpolitiker, Bundestags- und Abgeordnetenhausmitglieder sowie der Verein "Bürger für Rahnsdorf" für eine neue Zukunft des alten Bades. Ein erster, kleiner Erfolg wurde 2014 erzielt: Damals erhielt das historische Ensemble, bestehend aus Gaststätte, 150 Meter langer Terrasse, Freitreppe und Säulengang, den Status "Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung".

In den kommenden Wochen und Monaten sind Gion Voges, der Vorsitzende des Rahnsdorfer Vereins, und dessen Mitglieder gefragt. Schließlich legten sie schon vor Jahren ein Konzept für die Zukunft des 20 Hektar großen Areals am Müggelsee vor. Sie initiierten einen Runden Tisch und arbeiteten mit sechs Ingenieurbüros zusammen. "Wir haben eine schriftliche Zusage vom Bezirk, dass dieses Konzept auch umgesetzt werden soll", betont Voges. Anfang Dezember gebe es die nächste Gesprächsrunde beim Treptow-Köpenicker Baustadtrat. Und er betont, einig sei man sich von vornherein, dass auch künftig der Eintritt für Strandbadbesucher frei bleibt. Genauso, wie es seit zehn Jahren praktiziert wird. Damals wollten die Berliner Bäderbetriebe die Einrichtung schließen. Der Bezirk hielt das Bad offen, fand jedoch wegen teurer Denkmal-und Umweltschutzauflagen keinen Investor. Betrieben wird es inzwischen von engagierten Rahnsdorfer Bürgern und einem Verein.

Künftig wird es so sein, dass ein Investor das Bad saniert und betreibt. Geregelt werde das mit einem Erbbaupachtvertrag. Die Voraussetzungen dafür seien jedenfalls gegeben, erklärt Gion Voges. Auch die vom Bezirk lange geforderte Entwidmung des historischen Gebäudeensembles sei mittlerweile auf den Weg gebracht. Der Senat habe zugestimmt, damit der Bereich, der bisher dem "Zweck Sport" gewidmet war, aus dieser Nutzung entlassen werde. Denn ohne diese Voraussetzung sei keine Ausschreibung möglich, hatte Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) immer wieder betont. "Der Strand und die Wiese bleiben auch künftig als Sportflächen deklariert und somit in unserem Vermögen", so der Politiker.

Das vorliegende Konzept geht von einer ganzjährigen Nutzung aus. Angedacht ist, aus dem alten Würfel-Bau, der nach der Wende zur Disko lud, eine Whirlpoollandschaft mit Zugang zur Sauna zu machen. Zudem könnte die Strandbadterrasse eine Glasfassade erhalten, hinter der Besucher auch an sonnigen Wintertagen verweilen können. Bereits in diesem Sommer wurde die 250 Meter lange Uferkante komplett abgerissen und durch einen Naturstrand ersetzt.

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