Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Murkel heißt Merkel

Georgette Berthe Mbaha ( 32) aus Kamerun mit ihrem Sohn Christ Merkel. Der Junge kam am 11.11.2015 in Eberswalde zur Welt. Die Mutter gab ihm den Vornamen Merkel.
Georgette Berthe Mbaha ( 32) aus Kamerun mit ihrem Sohn Christ Merkel. Der Junge kam am 11.11.2015 in Eberswalde zur Welt. Die Mutter gab ihm den Vornamen Merkel. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Anna Fastabend / 02.12.2015, 19:04 Uhr
Eberswalde (MOZ) Der kleine Christ Merkel ist gerade mal drei Wochen alt. Doch die Kamerunerin Georgette Mbaha schmiedet jetzt schon große Pläne für ihren Sohn: Wenn er einmal erwachsen ist, soll er genauso vielen Menschen helfen, wie es Jesus Christus und Angela Merkel getan haben, sagt sie.

"Angela Merkel ist eine wirklich starke Frau. Sie besitzt eine Menge Durchsetzungskraft und hat bereits so vielen geflüchteten Menschen geholfen", schwärmt die Kamerunerin Georgette Mbaha. Aus diesem Grund hat sie sich auch dazu entschlossen, ihren kleinen Sohn Christ Merkel zu nennen. In den Augen der Eberswalder Asylbewerberin tut die Bundeskanzlerin nämlich genau das, was auch Jesus Christus zu seinen Lebzeiten getan hat: Merkel engagiert sich für all die Menschen auf der Welt, die ihren Schutz und ihre Hilfe besonders benötigen.

Für den Vater des Kindes war die spezielle Namenswahl seiner Freundin kein Problem. Nur einer ihrer Bekannten äußerte Bedenken. "Eigentlich wollte ich meinem Sohn auch noch den Namen Angela geben", erzählt die 32-Jährige. Doch ihr Bekannter habe ihr dringend davon abgeraten. Er fand einen weiblichen Vornamen für einen kleinen Jungen unpassend - und so verzichtete sie darauf. Die Behörden hatten kein Problem mit dem ungewöhnlichen Namen, erzählt sie. "Für die Beamten war das völlig okay", sagt sie.

Georgette Mbaha und ihr französischsprachiger Dolmetscher Mazongama Quiqueto erzählen, dass es ebenso wie in Europa auch in den afrikanischen Staaten öfter einmal vorkomme, dass die Eltern ihr Kind nach einer besonders berühmten oder beliebten Person benennen. Das können dann Heilige sein, Sportler oder eben manchmal auch Politiker. Georgette Mbaha selbst hat zwar keine berühmte Namensvetterin, dafür eine, die sie sehr lieb hat. Sie heißt nach ihrer Mutter. Die Kamerunerin ist das Küken der Familie. Mit der Namenswahl drückte ihre Mutter die besonders enge Bindung zu ihr aus.

Georgette Mbaha redet ungern über die Gründe ihrer Flucht. Ihr Exmann sei in Kamerun gestorben. Sie wegen politischer und familiärer Probleme geflohen, berichtet sie. Laut dem Amnesty Report 2011 sollten zum Zeitpunkt von Georgette Mbahas Flucht Regierungskritiker mit Verboten, Strafen und Inhaftierungen mundtot gemacht werden.

Seit fast zwei Jahren lebt die junge Frau in Deutschland. Sie wurde in Dortmund registriert, dann kam sie nach Eisenhüttenstadt und von dort aus in einen Wohnverbund in Eberswalde.

Georgette Mbahas strapaziöse Flucht bis nach Deutschland dauerte ganze drei Jahre. Damals machte sie sich ohne Freunde oder Verwandte allein auf den weiten Weg. "Ich bin die erste aus meiner Familie, die es nach Europa geschafft hat." Zu Fuß oder im Auto ging es von Tchad über Niger, Mali, Algerien bis nach Marokko. Auf der Flucht hat die Kamerunerin viel Schreckliches erlebt - von Krieg bis zu der Durchquerung der Sahara, bei der bis auf drei Personen alle Menschen ihrer Gruppe starben. Um von Afrika nach Europa zu gelangen, musste die junge Frau in ein Schlauchboot steigen. Dort saß sie dicht gedrängt zwischen unzähligen anderen. Angst habe sie in dem Boot keine gehabt, berichtet sie. "Ich habe mich in Gottes Hände begeben und auf seine Hilfe vertraut."

Als man ihr nach drei Monaten in Spanien sagte, sie müsse wieder zurück in ihr Heimatland, entschloss sie sich nach Deutschland aufzubrechen. "Ich habe Angela Merkel in den Nachrichten gesehen und sie sehr für ihre Worte und Taten bewundert."

In Eberswalde hat sie ihren jetzigen Freund kennengelernt. Er ist ebenfalls aus Kamerun und habe sie angesprochen, weil sie so allein und traurig ausgesehen hätte. Seitdem sind die beiden ein Paar - und seit Kurzem zu Dritt.

Georgette Mbahas wartet seit zirka zwei Jahren auf die Anerkennung ihres Asylantrags. "Wenn ich die Papiere habe, möchte ich arbeiten", sagt sie. In welcher Branche sei nicht so wichtig. Vielleicht als Alten- oder Krankenpflegerin - doch Hauptsache sie habe einen Job. Den Deutschkurs, den sie wegen der Geburt ihres Sohnes kurz unterbrochen hat, will sie bald fortsetzen.

Doch momentan fordert Georgette Mbahas neugeborener Sohn Christ Merkel noch ihre ganze Aufmerksamkeit. Für ihre kleine Familie hat sie einen Weihnachtswunsch: "Ich möchte Angela Merkel persönlich kennenlernen."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Horst-O. Ewers 03.12.2015 - 16:35:11

ein interessantes spiegel-online Video zur Lage auf dem Balkan

http://spon.de/vg0EY man beachte die gut sichtbare ethnische, altersmässige und geschlechtliche Zusammensetzung der Imigranten! Sie widerspricht eklantant dem, was in unseren Hauptstrommedien tagtäglich berichtet wird. .... mehr als 4000 täglich kommen durchschnittlich allein über die Türkei-Griechenland-Route an(Minute 03:05) und wollen, da kein anderes Land sie mehr aufnimmt, nach Deutschland!

Horst-O. Ewers 03.12.2015 - 15:45:21

Absurdität des derzeitigen Geschehens

Ein Fall, der die Absurdität des derzeitigen Geschehens recht gut darlegt: Georgette Mbaha redet ungern über die Gründe ihrer Flucht. Ihr Exmann sei in Kamerun gestorben. Sie wegen politischer und familiärer Probleme geflohen, berichtet sie. Laut dem Amnesty Report 2011 sollten zum Zeitpunkt von Georgette Mbahas Flucht Regierungskritiker mit Verboten, Strafen und Inhaftierungen mundtot gemacht werden. +++ Georgette Mbahas strapaziöse Flucht bis nach Deutschland dauerte ganze drei Jahre. Damals machte sie sich ohne Freunde oder Verwandte allein auf den weiten Weg. "Ich bin die erste aus meiner Familie, die es nach Europa geschafft hat." Zu Fuß oder im Auto ging es von Tchad über Niger, Mali, Algerien bis nach Marokko. ... Um von Afrika nach Europa zu gelangen, musste die junge Frau in ein Schlauchboot steigen. +++ Als man ihr nach drei Monaten in Spanien sagte, sie müsse wieder zurück in ihr Heimatland, entschloss sie sich nach Deutschland aufzubrechen. "Ich habe Angela Merkel in den Nachrichten gesehen und sie sehr für ihre Worte und Taten bewundert." +++ Georgette Mbahas wartet seit zirka zwei Jahren auf die Anerkennung ihres Asylantrags. +++ Georgette Mbaha und ihr französischsprachiger Dolmetscher Mazongama Quiqueto erzählen. +++ Den Deutschkurs, den sie wegen der Geburt ihres Sohnes kurz unterbrochen hat, will sie bald fortsetzen. ##### Die Frau hat mit dieser Geschichte nach geltender Rechtslage 0,001% - Chancen als Asylbewerberin anerkannt zu werden. Sie hat sich der Aufforderung der spanischen Behörden, die dies erkannten und ihr bescheinigten widersetzt und hätte nie in Deutschland einen Folgetantrag stellen dürfen. Frau Merkel hat wohl nicht nur Syrer sondern auch ganz Afrika eingeladen? Welchen Grund könnte es geben, dieser Frau hier dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu gewähren und im Gegensatz dazu anderen mit ebensolcher Geschichte zu verwehren? Sie scheint ja innerhalb von 2 Jahren nichteinmal deutsch gelernt zu haben.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG