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Waldwelten richten sich ein Forsthaus her

Die Sanierung des Daches hat am Donnerstagnachmittag ihren Höhepunkt erreicht, als Bürgermeister Friedhelm Boginski symbolisch den letzten Nagel ins Gebälk schlägt (oben rechts).
Die Sanierung des Daches hat am Donnerstagnachmittag ihren Höhepunkt erreicht, als Bürgermeister Friedhelm Boginski symbolisch den letzten Nagel ins Gebälk schlägt (oben rechts). © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 05.12.2015, 07:50 Uhr
Eberswalde (MOZ) Malerisch liegen die zwei baugleichen Forsthäuser am Waldessaum: In eins ist 2014 der Stadtförster gezogen, am anderen wird intensiv gebaut. Die Stiftung Waldwelten will dort ihren Sitz einrichten. Derzeit bekommt das Haus am Schwappachweg erst einmal ein neues Dach.

Unterm Dachfirst blickt Harald Schill in den herbstlichen Wald, der gleich vor dem Forsthaus beginnt. „Wir sind hier 400 Meter vom Stadtzentrum entfernt“, bemerkt der Präsident der Stiftung Waldwelten. „Ich finde das genial.“ Gleich neben ihm tritt Friedhelm Boginski (FDP) am Donnerstagnachmittag hinaus aufs Gerüst. In seiner Hand: ein Hammer. Mit drei Schlägen schlägt er den letzten Nagel in die Dachkonstruktion. „Der ist drin“, kommentiert der Bürgermeister.

Damit ist der Höhepunkt der ersten Bau-Etappe am Forsthaus markiert. Wenn alles nach Plan läuft, kann die 2010 von der Stadt und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung ins Leben gerufene Stiftung in drei Jahren ihr neues Hauptquartier beziehen. „Das ist unser Traum“, sagt Schill. Im Erdgeschoss soll ein Informationszentrum entstehen, ein Anlaufpunkt für Besucher; in den ersten Stock kommen Büros.

Bis es so weit ist, gibt es aber noch viel zu tun. Doch trotz der im Inneren roh zu Tage liegenden Wände, der Dachbalken, die nur von Planen umhüllt sind, und des Baustaubs, der alles bedeckt, sind überall bereits diese zurückhaltenden, aber doch schönen Details zu entdecken: am Geländer im Treppenhaus, an den Türrahmen, an der Außenfassade. „In allem steckt so viel Liebe zum Detail“, sagt Bernhard Götz. „Das müssen wir erhalten“, sagt der Vizepräsident der Stiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Wert des Waldes in Erinnerung zu bringen.

Im Januar 2015 hat ihr die Stadt das Pachtrecht fürs Forsthaus übertragen. Seitdem ist einiges passiert. „Hier gab es viel aufzuräumen“, sagt Schill. Das sei alles richtig zugewuchert gewesen. Am Sonntag vor zwei Wochen ist es dann ernst geworden. Mithilfe des Technischen Hilfswerks – dessen Mitglieder an diesem Tag rein privat im Einsatz waren – sind die Ziegel vom Dach genommen und vorsichtig auf den Erdboden transportiert worden. Ein Teil davon wird nämlich wiederverwendet.

Das Geld, das komplette Haus auf einmal herzurichten, hat die Stiftung nicht. Das Dach soll noch bis Weihnachten fertig werden, die Elektrik dann im nächsten Jahr an der Reihe sein. Auch die Außenfassade hat sich die Stiftung für 2016 vorgenommen.

Vor rund anderthalb Jahren ist das Forsthaus unter Denkmalschutz gestellt worden. Normalerweise löst das bei jenen, die Baupläne für das jeweilige Gebäude haben, gemischte Gefühle aus. In diesem Fall überwiegt die Freude, schließlich konnte die Arbeit so über Gelder aus dem Denkmalschutz finanziert werden: 28?000 Euro kommen vom Land und vom Kreis, der Rest aus Eigenmitteln der Stiftung.

Bisher sind die Waldwelten im Verwaltungstrakt des Forstbotanischen Gartens untergebracht, dessen Mitarbeiter die Stiftung tatkräftig unterstützen. Ob die angestammten Räume aufgegeben werden, sobald das Forsthaus fertig ist, steht noch nicht fest. „Das muss man sehen“, sagt Götz. Waldwelten organisiere immer wieder Projekte, bei denen zusätzliche Mitarbeiter zum Einsatz kämen. Für die reicht ein schmuckes Forsthaus am Waldesrand allein nicht aus.

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