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Bus mit ehrenamtlichen Chauffeuren

Olav Schröder / 06.12.2015, 08:00 Uhr
Biesenthal (MOZ) Die Schaffung eines Bürgerbusses für und in Biesenthal hat die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen angeregt. Ihrem Vorschlag, zunächst die Kosten für diese sowie auch für andere Möglichkeiten zu ermitteln, stimmte die Stadtverordnetenversammlung zu.

Eine Busverbindung in Biesenthal wäre sehr sinnvoll, begründete Heike Müller den Antrag. Viele Anwohner würden öfter mal das Auto stehen lassen, wenn sie im langgestreckten Biesenthal unterwegs seien. Pendler würden mit dem Bus statt mit dem Pkw zum Bahnhof am äußersten Rande der Stadt fahren. Da die Barnimer Busgesellschaft (BBG) aus wirtschaftlichen Gründen keine Stadtbuslinie eröffnen könne, sollten andere Möglichkeiten geprüft werden.

Dazu gehört das Modell des Bürgerbusses, das unter anderem in Gransee bereits praktiziert wird. Dort hat sich bereits im Jahr 2004 ein Bürgerbus-Verein zusammengefunden. Er hielt Linien aufrecht, die die dortige Verkehrsgesellschaft aus ökonomischen Gründen nicht mehr bediente. Ehrenamtliche Vereinsmitglieder steuern den Bus nach regelmäßigen Fahrzeiten. Die Busgesellschaft gibt einen Zuschuss zum Betrieb. Der erste Bus wurde dem Verein geschenkt. Nachdem das Projekt sechs Jahre lang lief, wurde ein neuer Kleinbus aus dem Kooperationsfonds des Mittelzentrums Gransee-Zehdenick finanziert. Das Fahrzeug verbindet die Stadt und die umliegenden Dörfer mit dem Bahnhof.

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg unterstütze das Modell "Bürgerbus" ausdrücklich, hob Heike Müller hervor. So habe VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz mit Blick auf das Beispiel Gransee hervorgehoben, dass Arbeitslose, Hausfrauen oder Rentner, die als ehrenamtliche Chauffeure tätig werden, zugleich die Lebensqualität in ihrer Region verbessern.

Andere Möglichkeiten der Schaffung einer Buslinie in Biesenthal wollen die Bündnisgrünen nicht ausschließen. Auch sie sollten recherchiert werden, so dass im ersten Halbjahr des neuen Jahres sämtliche Alternativen vorgestellt und diskutiert werden können.

Biesenthal-Barnims Amtsdirektor André Nedlin wies darauf hin, dass im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung des Amtes keine Unterversorgung im Öffentlichen Personennahverkehr festgestellt worden sei. Dies gelte übrigens auch für den medizinischen Bereich. Gleichwohl sollten Defizite, die die Bürger sehen, einbezogen werden. Er schlug vor, über den Antrag nach der Vorstellung der Ergebnisse im Amtsausschuss zu entscheiden.

Der Prüfauftrag wurde mit großer Mehrheit schon jetzt beschlossen, eine Entscheidung über das weitere Vorgehen ist dann 2016 vorgesehen. Mehrere Stadtverordnete sind schon heute skeptisch, ob eine Busverbindung überhaupt angenommen werden würde. Margitta Mächtig (Linke) erinnerte daran, dass die BBG schon einmal eine Verbindung von Biesenthal, Danewitz, Rüdnitz und Bernau eingerichtet hatte, diese aber fast gar nicht genutzt wurde. Nico Wunderlich (CDU/Pro Danewitz) möchte bei einem eventuellen Busangebot ausschließen, dass auf die Stadt Kosten zukommen.

Dass die Erfahrungen mit der Buslinie in der Vergangenheit nicht unbedingt ausschlaggebend sein müssen für das heutige Verhalten, hofft Heike Müller. Sie baut darauf, "dass sich einiges geändert hat".

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