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Ein Hauch von Hollywood

Kerstin Unger / 07.12.2015, 06:59 Uhr
Schwedt (MOZ) So einen voll besetzten Kinosaal hätte das FilmforUM gerne täglich. Fast 300 Besucher erlebten am Sonnabend die Premiere des Schwedter Beitrages aus dem Projekt "Kinder machen Kurzfilm" mit. Es war eine kurzweilige und emotionale Veranstaltung.

Ein Hauch von Hollywood war in den Herbstferien in die Oderstadt eingezogen. Jedoch waren die Filmemacher nicht Quentin Tarantino und Steven Spielberg und die Schauspieler nicht Julia Roberts und Tom Cruise, sondern Kinder aus Schwedter Grundschulen. Zum vierten Mal fand das Projekt unter Anleitung professioneller Filmemacher in der Uckermark statt. Sowohl in Prenzlau als auch in Schwedt drehten Mädchen und Jungen aus jetzigen sechsten Klassen einen Kurzfilm. Das Thema war "Jung und Alt".

Am Sonnabendnachmittag waren die Kinder, deren Familien, Projektpartner, Sponsoren und Helfer zur Premiere in Schwedt eingeladen. In Prenzlau fand die Vorführung am Sonntag statt.

Projektleiterin Gabriela Zorn führte durch das Programm. Am Anfang des Projektes stand ein Schreibwettbewerb, in dem die zu verfilmende Geschichte gesucht wurde. Die hatte sich mit "Eine ungewöhnliche Freundschaft" der elfjährige Jonathan Eichhorn aus der Grundschule "Am Waldrand" ausgedacht. Darin ging es um Tom, der alte Leute langweilig und öde findet und lieber mit Susi aus Berlin chattet. Auch über seinen Traum, in einer Musicalaufführung mitzuspielen. Sie macht ihm Mut.Beide verabreden sich zu einem Treffen. Als sie mit dem Zug in Schwedt ankommt, erlebt Tom eine Überraschung. Susi ist eine Rentnerin.

In einem Drehbuchworkshop wurde die Verfilmung besprochen. Auch die anschließenden Dreharbeiten einschließlich der Regiearbeit, der Kameraführung, Kostüm und Maske sowie den Kulissenbau übernahmen die Schüler selbst. Das Resultat begeisterte das Publikum. Ebenso das "Making of", also ein Film über den Film, wie Schüler Lennard erklärte. Darin erzählten die Kinder begeistert über ihre Arbeit. Jung-Regisseur Richard meinte: "Als Regisseur ist man der Chef. Das gefällt mir sehr gut." Eine Gruppe Schülerinnen schwärmte von neuen Freunden, die sie bei dem Projekt gefunden hätten. Ein Schüler meinte: "Hier können die Kinder auch mal sehen, wie es in Hollywood ist."

Filme im Fernsehen und Kino sehen sie jetzt mit anderen Augen, erzählten Mitwirkende, denn sie wissen, wie oft eine Szene wiederholt werden muss, ehe sie im Kasten ist.

Nicht nur der Kurzfilm war im Kino zu sehen, sondern auch andere im Projekt entstandene Videoclips, in denen die Kinder ihre Lieblingsplätze in Schwedt zeigten. Selbst Erwachsene sahen darin ihre Stadt teilweise in einem neuen Licht.

Die Filmvorstellung endete mit der Auszeichnung der Hauptakteure und dem Dank an alle Mitwirkenden und den Partnern in der Stadt, darunter die Stadtverwaltung - Bürgermeister Jürgen Polzehl saß mit im Kino -, die Stadtwerke und als Drehorte die Musik- und Kunstschule und die Volkshochschule. Völlig gerührt war Projektleiterin Gabriela Zorn, als die Kinder sich mit je einer Rose für die unvergessliche Zeit bedankten. Zur Erinnerung konnten sie die Filme auf einer DVD mit nach Hause nehmen und den Nachmittag gemeinsam bei Kuchen und Basteleien ausklingen lassen. Das im Projekt gestaltete Kinoplakat wurde meistbietend versteigert.

Das Projekt "Kindermachen Kurzfilm", das 2006 ins Leben gerufen wurde, geht 2016 in Schwedt mit Schülern der jetzigen fünften Klassen weiter.

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