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Referenz an sieben Orte mit besonderem Geist

Besondere Orte: Kerstin Niebsch, Katrin Riedel (Tourismusverband Oderland-Spree), Ria Sommerschuh (Brecht-Weigel-Haus) und Ralf Ulrich (Netzwerk Kulturtourismus) präsentieren sie
Besondere Orte: Kerstin Niebsch, Katrin Riedel (Tourismusverband Oderland-Spree), Ria Sommerschuh (Brecht-Weigel-Haus) und Ralf Ulrich (Netzwerk Kulturtourismus) präsentieren sie © Foto: MOZ/Doris Steinkraus
Doris Steinkraus / 09.12.2015, 05:44 Uhr - Aktualisiert 03.02.2016, 18:24
Trebnitz (MOZ) Manche Orte atmen einen ganz besonderen Geist, der seine Wirkung auf Besucher nicht verfehlt. Sie berichten anderen davon, locken die Nächsten. Das Netzwerk Kulturtourismus im Seenland Oder-Spree hat solche Orte erstmals in einer ganz speziellen Broschüre zusammengetragen.

"Genius Loci. Der Geist des Ortes" heißt das kleine Heftchen, das jetzt neu in den Tourist-Informationen zu finden ist. Vorgestellt wurde es in der Bildungs- und Begegnungsstätte Schloss Trebnitz. Und zwar in der Remise, die selbst für den besonderen Geist des Ortes steht. In Trebnitz wurde nicht nur ein historisches Kulturdenkmal erhalten und aufwendig saniert. Vielmehr entstanden mit der Alten Schmiede und der Remise Stätten, in denen sich auch Besucher außerhalb von Projekten treffen. Wie etwa im Dorfladen mit Kunstausstellung und einem Café.

Auch die Pyramide von Garzau ist so ein besonderer Ort. Wer sie besucht, steht mit staunender Bewunderung davor. Sie gilt als größte Feldsteinpyramide Deutschlands. Friedrich Wilhelm Carl Graf von Schmettau (1743-1806) ließ sie in seinem weitläufigen Landschaftsgarten um 1784 errichten. In ihr gibt es einen Hauptsaal. An den Wänden hingen einst Bilder, in Nischen standen Skulpturen. Raum und Höhe des Saals sind identisch, schaffen eine Raumharmonie, wie man sie im Pantheon von Rom findet. Die Pyramide war fast verfallen. Menschen vor Ort ließen das Kleinod wieder auferstehen. Das Fledermausmuseum Julianenhof hingegen hatte einst einen ganz anderen Nutzer. Das einstige Vorwerk mit Brennerei, Ställen, Herrenhaus und Eiskeller entstand im 19. Jahrhundert. Später nutzte sie die LPG. Als die Gebäude nicht mehr gebraucht wurden, zogen Nachtschwärmer ein. Heute ist Julianenhof ein Ort, an dem man alles über Fledermäuse, ihre Nützlichkeit und ihre Gefährdung erfährt. Zwölf verschiedene Fledermausarten leben in den Gemäuern und auf dem großen Dachboden.

Von der besonderen Atmosphäre der Stadtpfarrkirche Müncheberg schwärmt jeder, der das 1945 zu 95 Prozent zerstörte Gotteshaus betritt. Dafür sorgt das Schiff im Kirchen-Schiff. 1992 begann der Wiederaufbau. Heute ist es Gotteshaus, Bibliothek und Kulturzentrum. Eingebaut wurde eine riesige Holz-Konstruktion in Form eines Schiffes. Kein geringerer als Baumeister Karl Friedrich Schinkel hatte 1824 die Pläne des Kirchturms erarbeitet. Die geniale architektonische Lösung für die Verbindung von Turm und Kirchenschiff beeindruckt bis heute.

Die Reste des Klosters Altfriedland locken seit Jahren Besucher. Dank Fördermittel konnte vieles gesichert und original saniert werden. Das Refektorium bietet beste Akustik für Konzert. Es gibt jedoch noch mehr zu erkunden, sei es die Umgebung mit ihrem Fisch- und Vogelreichtum, die Klosterkirche oder das Seengebiet.

Das Brecht-Weigel-Haus ist Pilgerort für Literatur- und Kunstliebhaber. 1952 hatten Helene Weigel und Bertolt Brecht es gekauft und saniert. Es war der Wunsch von Helene Weigel, dass die "Eiserne Villa", wie sie das Haus nannte, nach ihrem Tode der Öffentlichkeit zugänglich wird. Heute gilt es als literarisches Baudenkmal.

Etwas bescheidener nimmt sich dagegen die "Hütte am See", das Sommerhaus von John Heartfield in Waldsieversdorf. Der Meister der politischen Fotomontage hat das Blockhaus einst selbst entworfen. Pate stand die Gestaltung von Bühnenbildern, für die er vor allem russische Hütten entwarf. Die Hütte liegt versteckt, mit faszinierendem Blick auf den Großen Däbersee.

Die Broschüre soll nicht nur Ausflüglern Auskunft über besondere Orte geben, sondern auch Ideen beflügeln, um Angebote zu bündeln, ohne dass die Individualität der einzelnen Einrichtungen verloren geht. Sie ist ein Produkt des Netzwerkes Kulturtourismus, in dem verschiedene Akteure eng zusammenarbeiten, wie Kerstin Niebsch, Geschäftsführerin der Kultur GmbH des Kreises, in Trebnitz deutlich machte. Sie zeigte sich vor allem über die Begleit-Postkarten, die zum handlichen Heft gefertigt wurden und künftigen Besuchern mit in die Hand gegeben werden können, beeindruckt.

Netzwerk Kulturtourismus, Fürstenwalde, Tel. 03361 344130, www.kulturtour-oder-spree.de

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Norbert Wesenberg 09.12.2015 - 06:13:19

"* Überschrift 40pt "

Ob der MOZ online Leser damit wohl etwas anfangen kann? Vermutlich beherrscht auch in den Zeitungshäusern niemand mehr das Typographische Punktsystem des Franzosen Didot. Danach entsprechen 40 pt (in diesem Fall einer Schriftgröße) 3 Cicero á 12pt und 1 Halbpetit á 4 pt. Warum man mit der Einführung von Foto- und Lichtsatz das Punktsystem beibehalten hat, vermag wohl auch niemand so recht zu erklären.

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