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Naturgeister feiern Lichter-Zeremonie

Mit viel Fantasie: Nicht nur die beiden professionellen Künstler des Duos Thalamus führten das große Feuerspektakel auf.Wieder beteiligten sich Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung. Und zum ersten Mal auch Eberswalder Bürger.
Mit viel Fantasie: Nicht nur die beiden professionellen Künstler des Duos Thalamus führten das große Feuerspektakel auf.Wieder beteiligten sich Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung. Und zum ersten Mal auch Eberswalder Bürger. © Foto: Sören Tetzlaff
Anna Fastabend / 13.12.2015, 19:13 Uhr
Eberswalde (MOZ) Schwebende Elfen und kriechende Kobolde, funkensprühende Feuerräder und Folklore - die Verwandlung des Forstbotanischen Gartens in eine Zauberlandschaft am Sonnabend ist gelungen. Die Gäste kommen aus dem Staunen nicht heraus. Für das Spektakel halten sie sogar den zwischenzeitlich auftretenden Qualm aus.

"Für die Waldweihnacht bin ich extra früher aus dem Urlaub gekommen", berichtet die 24-jährige Elisabeth Schwertfeger aus Eberswalde. Damit steigen natürlich die Erwartungen an die Feuershow um ein Vielfaches. Die Besucher sichern sich bereits eine Dreiviertelstunde vor Beginn die besten Plätze. Sie stehen dicht gedrängt in der Senke, in deren Mitte das Lichterspektakel stattfinden wird. Sie drängen sich auf der Anhöhe. Es ist so voll, dass einige abseits des Weges stehen müssen. Dort, wo besondere Pflanzenarten wachsen, empören sich andere. Auch auf der Terrasse versucht jeder einen Platz ganz vorn am Geländer zu ergattern.

Dann geht es los mit der Performance des Künstler-Duos Thalamus aus Niederfinow und der 25 Eberswalder Bürger und Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung. Waldgeister huschen durch die Zuschauermenge und entzünden Baumstämme. Funkelnde Feuerwesen nähern sich aus dem rot und blau erleuchteten Wald. Sie sind die ersten Boten der vier Elemente, die in dieser Nacht zu Ehren des Sonnenkindes einen rituellen Tanz vollführen. Es folgen knorrige Erdenwesen, die betend ihrem Baumgott huldigen, Luftgeister, die an Tüchern hängend artistische Kunststücke vollführen und glitschige Wasserwesen, die durch den Nebel schwimmen. Zum krönenden Abschluss entzünden die vier Elemente das Sonnenrad und andere Symbol-Skulpturen - bis sich das ganze Tal in ein golden leuchtendes Feuermeer verwandelt hat.

"Wir zelebrieren die Wintersonnenwende", erklärt Karin Siegmund das bezaubernde Schauspiel. Dies sei in vielen Kulturen ein weitverbreiteter Brauch, mit dem gefeiert werde, dass die Tage wieder länger und lichtdurchfluteter werden, so die Geschäftsführerin der Stiftung Waldwelten.

"Ein Höhepunkt, auf den wir uns das ganze Jahr gefreut haben", sind sich Heidi Pelikan und ihre elfjährige Tochter Amelie aus Eberswalde einig. Dafür halten die Gäste auch tapfer den beißenden Qualm der entzündeten Baumstämme aus - dieser ist der einzige Wermutstropfen des Abends.

Über die Feuershow hinaus, die mit tosendem Applaus zu Ende geht, hat die Waldweihnacht noch mehr zu bieten: Die Naturfreunde Eberswalde basteln mit Kindern Elfen-Behausungen aus Naturmaterialien. Martin Schubach verkauft für die Kinder der Umwelt-AG ihr selbstgebackenes Brot und eigenhändig entworfene und bedruckte Jutebeutel. Der Erlös geht in neue Projekte der AG.

Tomasz Langenstraß vom Havel Hof in Werder verkauft heiße Obstweine von selbst angebauten Brombeeren, Quitten und Johannisbeeren. Das Eberswalder Naturkostgeschäft Globus verrührt verschiedene Trinkschokoladen mit Biomilch. Der vegetarische Food Truck Gutes Drauf bietet Spinatknödel an.

"Bei der Waldweihnacht geht es nicht ums Kaufen, hier geht es um die Stimmung", bringt es Besucher Lukas Guth (21) aus Eberswalde auf den Punkt.

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