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Neue Straße heißt "Lange Nacht"

Starke Namen: Am Biesenthaler Stadtrand in der Nähe der Telekomstraße werden neue Wohnhäuser entstehen. Für eine Stichstraße, die hier gebaut wird, haben die Biesenthaler Stadtverordneten einen historisch verbürgten Namen gefunden.
Starke Namen: Am Biesenthaler Stadtrand in der Nähe der Telekomstraße werden neue Wohnhäuser entstehen. Für eine Stichstraße, die hier gebaut wird, haben die Biesenthaler Stadtverordneten einen historisch verbürgten Namen gefunden. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 14.12.2015, 06:28 Uhr
Biesenthal (MOZ) Mehrere Varianten lagen den Biesenthaler Stadtverordneten für die Benennung einer kleinen Stichstraße im Neubaugebiet "Grüner Weg" in Biesenthal vor. Darunter befanden sich auch die Namen "Bommels Ruh" und "Lange Nacht", die beide an verbürgte Ereignisse in der Geschichte der Stadt erinnern. Beide Varianten stießen in der Aussprache über die Vergabe der Namen auf Sympathien. Allerdings rief vor allem die Variante "Bommels Ruh" auch Schmunzeln und skeptische Blicke hervor. Auf jeden Fall schienen den Abgeordneten diese Varianten für die kurze Stichstraße angemessener zu sein als ein Name mit Bezug zur Heerstraße oder zum Vorwerk. Eine klare Mehrheit sprach sich schließlich für den Straßennamen "Lange Nacht" aus.

Die Biesenthaler Stadtchronistin Gertrud Poppe erläutert die Herkunft der beiden Namen. In Biesenthal standen früher für Fuhrleute insgesamt fünf sogenannte Ausspannen zur Verfügung. Es waren große Gaststätten, in denen die Fuhrleute übernachteten. "Allerdings kam es vor, dass es dort keinen Platz mehr gab", berichtet Gertrud Poppe. Dann übernachteten die Fuhrleute im Freien, und zwar in einem dunklen, aber gleichwohl schützenden Waldstück in der Nähe des heutigen Grünen Wegs. Trotzdem mussten sie mit der Unwettern und anderen natürlichen Gefahren rechnen. "Sie hatten eben eine wirklich ,Lange Nacht' vor sich", erklärt die Ortschronistin die Entstehung des Namens.

Mit "Bommels Ruh" wird an den Biesenthaler Malermeister Eckert erinnert. Seine Freundin, so Gertrud Poppe, wohnte in Finow und auf dem Weg zu ihr musste der Malermeister die Finower Chaussee, heute als Telekomstraße bekannt, einschlagen. In der Nähe des Grünen Wegs habe er auf einer Bank unter einem Eichenbaum stets eine Rast eingelegt. Da Malermeister Eckert den Spitznamen "Bommel" trug, wurde aus diesem Sitzplatz im Volksmund bald der Name "Bommels Ruh".

Die Eiche, unter der er ausruhte, steht inzwischen nicht mehr. Wie Gertrud Poppe berichtet, wurde an ihrer Stelle jedoch wieder ein Baum des Jahres gepflanzt, so dass auch dieser Ort heute noch aufzufinden ist.

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