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Der etwas andere Hörsaal

Frauke Adesiyan / 15.12.2015, 06:22 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) An den drei Fakultäten der Europa-Universität lernen mehr als 6300 Studenten. Rund 70 Professoren und deren Mitarbeiter forschen in ihren Fachgebieten. In der Reihe "Woran ich arbeite" berichten wir aus dem Alltag der Viadrina.

Katharina Kowalski ist es gewohnt, in verschiedenen Foren ihre Arbeit an der Online-Plattform Polenstudien.Interdisziplinär (Pol-Int) vorzustellen. Doch in einem Berliner Club, wie am Sonnabend, hat sie es noch nie getan. Und mit einem Sketch und an die Wand gebeamten Indianer-Cowboy-Szenen schon gar nicht. Anlass war die deutsch-polnische Wissenschaftsnacht im Berliner Club der polnischen Versager. Zehn Teilnehmer trauten sich schließlich vor dem berstend vollen Raum ihre Projekte vorzustellen. Die Referenten kamen aus den USA, Japan, Polen und unterschiedlichen deutschen Städten. Was sie alle eint: sie forschen zu Polen-Themen.

"Es ist für mich grundsätzlich wichtig, auf zwei Schienen zu arbeiten", begründet Katharina Kowalski ihr Engagement für diese Veranstaltung. Die digitale Welt und den physischen Raum denke sie immer parallel. Als Projektmanagerin der Online-Plattform Pol-Int arbeitet sie am Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien daran, dass sich Wissenschaftler im Netz finden und austauschen können. Doch die reale Begegnung ist ihr genauso wichtig. "Es gibt einen großen Bedarf an realer Sichtbarkeit und Austausch", ist sich die 27-Jährige sicher.

Die größte Schwierigkeit für die Präsentation am Sonnabend bestand für die Wissenschaftlerin darin, die Plattform Pol-Int kurz und bündig vorzustellen. Schließlich begleitet sie sie von Anfang an. 2012 hat es einen zweitägigen Workshop an der Viadrina gegeben, bei dem ein Grobkonzept entstanden ist. Ziel der Plattform sollte es sein, die stark fragmentierte Wissenschaftslandschaft der Polenstudien zu vereinen. In anderthalb Jahren entstand die Feinplanung, im April 2014 ging die Plattform online. Heute arbeiten 45 Fachredakteure an der Seite mit, 10 ehrenamtliche Rezensenten steuern ihre Zusammenfassungen und Einschätzungen von Fachliteratur bei. "Sie sind das Herzstück der Plattform", betont Katharina Kowalski. Sie koordiniert mit einer Kollegin die Arbeit von Frankfurt aus.

Die größte Leistung von Pol-Int ist für sie die der Übersetzung. So habe sie bei einem Aufenthalt in Japan bemerkt, wie viele Publikationen zu polnischen Themen es dort gibt, die für deutsch-, englisch- und polnischsprechende Forscher aber nicht zugänglich sind. "Ein Fachredakteur aus Japan schreibt uns jetzt aber polnische Rezensionen", berichtet sie von einem Erfolg. Diese Form der Wissensmigration und das Sichtbarmachen davon, wo überall Polenforschung betrieben wird, sind die Stärken der Plattform, die in den kommenden Jahren noch ausgebaut werden soll.

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