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Personalwechsel im Reservat

Ständig in Aktion: Ulrike Garbe erläutert bei einer Exkursion in Greiffenberg die Baumaßnahmen zur Renaturierung des Sernitzmoores im Rahmen des EU-Schreiadler-Projekts.
Ständig in Aktion: Ulrike Garbe erläutert bei einer Exkursion in Greiffenberg die Baumaßnahmen zur Renaturierung des Sernitzmoores im Rahmen des EU-Schreiadler-Projekts. © Foto: MOZ/Daniela Windolff
Oliver Schwers / 17.12.2015, 06:30 Uhr - Aktualisiert 17.12.2015, 06:32
Angermünde (MOZ) Die Entscheidung fiel sehr schnell: Ulrike Garbe ist neue Leiterin des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin. Sie löst Martin Flade ab, der innerhalb des Landesumweltamts eine neue Aufgabe erhält. Ulrike Garbe leitet bislang das EU-Schreiadler-Projekt rund um Angermünde.

Eigentlich wollte Landesumweltamtsleiter Dirk Ilgenstein den schnellen Personalwechsel selbst bekannt geben, doch kam ihm der Naturschutzbund Brandenburg zuvor. Der frühere Staatssekretär Friedhelm Schmitz-Jersch bedauerte die Absetzung von Martin Flade. Doch bekommt er eine neue Aufgabe innerhalb der Behörde. Flade gilt als profunder Naturschützer und Fachmann. Allerdings konnte er eine schlechter werdende Außenwirkung des Biosphärenreservats nicht verhindern. Den Anstoß gab nun ein Brief des Kuratoriums mit einer langen Liste von Vorwürfen gegen die Reservatsleitung.

Am Mittwochvormittag informierte Dirk Ilgenstein offiziell die Mitarbeiter in Angermünde über den Personalwechsel. Er gab auch sofort die Nachfolge bekannt: Neue Chefin des Biosphärenreservats wird Ulrike Garbe. Die 51-Jährige muss gar nicht erst weit fahren. Sie sitzt bereits unter dem Dach der Verwaltung und ist in der Region bestens bekannt. Seit Juli 2013 leitet sie das EU-Life-Projekt zur Verbesserung der Lebensräume des Schreiadlers.

Die neue Frau an der Spitze hat sich in den vorhergehenden Stationen ihres Berufswegs vielfach mit Themen befasst, die mit der Arbeit im Biosphärenreservat in Verbindung stehen. Die studierte Geografin beschäftigte sich fünf Jahre lang am Geografischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Entwicklung ländlicher Räume, mit Öko-Tourismus und auch mit Konfliktmanagement. 2005 absolvierte sie ein Masterstudium Mediation an der Fernuniversität Hagen. Seither unterstützt sie Konfliktparteien bei der Suche nach Konsens-Lösungen. Genau das wird nun ihr neues Aufgabenfeld verstärkt bestimmen, muss sie doch zahlreiche in den vergangenen Monaten und Jahren im Reservat aufgelaufene Probleme und Hürden aus dem Weg räumen. Dabei geht es um Auseinandersetzungen zwischen Waldeigentümern, Bauern und Unternehmern mit den Forderungen des Naturschutzes.

Das Kuratorium des Biosphärenreservats wirft der Verwaltung vor, hier nicht ausgewogen genug agiert zu haben. Das bestätigen auch die Reaktionen auf den Personalwechsel. Martin Flade habe sich nie gescheut, notfalls auch persönlich Partei zu ergreifen, so Friedhelm Schmitz-Jersch.

Gegen den Wechsel wendet sich Thomas Berg, Vorsitzender des Vereins der Freunde des Deutsch-Polnischen Europa-Nationalparks Unteres Odertal. Der Umgang mit Flade sei eine "weitere Bankrotterklärung des staatlichen Naturschutzes in Brandenburg". Der Verein steht seit Jahren in der Kritik wegen seines harten Naturschutzkurses.

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