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Technische Anlagen des Langen Trödels überprüft

Mit dem Boot nach Liebenwalde

Prüfung auf dem Kanal.
Prüfung auf dem Kanal. © Foto: MZV
Volkmar Ernst / 17.12.2015, 08:00 Uhr - Aktualisiert 17.12.2015, 08:02
Zerpenschlause/Liebenwalde (MZV) Mit dem Boot von Berlin über Liebenwalde bis zur Oder - das soll ab 2016 möglich sein. Dafür wurde der Lange Trödel wieder schiffbar gemacht. Auf dem Abschnitt zwischen Liebenwalde und Zerpenschleuse wurden dafür eine Schleuse und drei neue Brücken gebaut.

Inzwischen ist der Kanal längst ausgebaggert, ebenso haben die Brücken ihre Funktionsteste überstanden. Dass auf dem Wasser dennoch keine Boote anzutreffen sind, hat allerdings nicht nur mit dem Herbst und Winter zu tun, wenn der Wassertourismus schon rein witterungsbedingt eine Pause einlegt. Nein, noch ist der Lange Trödel nicht offiziell als "Wasserstraße für den führerscheinfreien Bootsverkehr" freigegeben. Doch genau das ist die Voraussetzung dafür, dass mit Beginn der Wassersportsaison im kommenden Jahr der Kanal zur Benutzung für die Freizeitkapitäne freigegeben wird.

Als letzte Prüfung, bevor alle zuständigen Ämter und Behörden ihre Unterschriften unter die so genannte Widmungsverfügung setzen, fand am Mittwoch eine letzte Kontrollfahrt auf dem Langen Trödel von der neu gebauten Schleuse in Zerpenschleuse bis nach Liebenwalde statt. Die Wasserschutzpolizei Potsdam hatte das Boot gestellt. An Bord waren neben Hans Frodl, Chef des Wasser- und Bodenverbandes Schnelle Havel in Liebenwalde, der als Bauherr für die Reaktivierung des Kanals fungiert, unter anderem Vertreter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde, des Landesumweltamtes, des Naturschutzes und der bauausführenden Firmen. Ihr gemeinsames Interesse war die Überprüfung der Funktionstüchtigkeit des Kanals. Dazu gehörte unter anderem die Kontrolle, ob alle Schilder und Lichtsignalanlagen, mit denen der Verkehr auf dem Wasser geregelt wird, gut zu sehen sind. Begutachtet wurde zudem, ob sie auch an dem Platz stehen, an dem sie nach den Unterlagen stehen müssen. Weiterhin wurde überprüft, ab alle technischen Anlagen, beispielsweise die Gegensprechanlagen, mit denen die Freitzeitkapitäne Verbindung mit dem Schleusenwärter - die offizielle Bezeichnung lautet Bedienungspersonal für Schleuse und Brücken - aufnehmen können. Denn die Brücken werden von der Schleuse aus gesteuert. Ebenso wird der Schiffsverkehr auf dem Kanal auf den Bildschirmen am Pult in der Schleuse überwacht.

Etwa drei bis vier Stunden dauert die Fahrt von Liebenwalde bis nach Zerpenschleuse. Da der Kanal zwischen Liebenwalde und der Brücke an der Forststraße in Zerpenschleuse nicht breit genug für einen Begegnungsverkehr zweier Boote ist, muss der Schleusenwärter darauf achten, dass immer nur Boote in einer Richtung in den Kanal eingelassen werden. Erst wenn diese den Kanal verlassen haben, kann der Konvoi in die Gegenrichtung einfahren.

Auch die drei Brücken werden vom Bedienstand in Zerpenschleuse geöffnet beziehungsweise geschlossen. Dabei muss sich der Schleusenwärter darauf verlassen, dass die Ampeln auf der Straße den Fahrzeugverkehr sperren und sich die Schranken senken. Wenn sich die Brücke öffnet, erhalten die Boote auf dem Kanal grünes Licht und dürfen ihre Fahrt fortsetzen.

Dieses Zusammenspiel von Ampeln, Schranken und Monitoren wurde bei der Fahrt von den Fachleuten akribisch geprüft und dokumentiert - und das überall auf dem gut zehn Kilometer langen Abschnitt des Kanals.

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