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Ministerpräsident Dietmar Woidke besucht Patienten im Eisenhüttenstädter Krankenhaus und liest Kindern vor

Warme Worte und lustige Geschichten

Der Vorleser: Maximilian (l., 5) und Ben (7) hören gespannt zu, als Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ihnen am Mittwoch auf der Kinderstation des Eisenhüttenstädter Krankenhauses das Buch "Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt" vorliest.
Der Vorleser: Maximilian (l., 5) und Ben (7) hören gespannt zu, als Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ihnen am Mittwoch auf der Kinderstation des Eisenhüttenstädter Krankenhauses das Buch "Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt" vorliest. © Foto: MOZ/Janet Neiser
Janet Neiser / 23.12.2015, 19:36 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Er war nicht etwa da, um mit der Bürgermeisterin von Eisenhüttenstadt oder mit der Geschäftsführung des Krankenhauses zu sprechen, sondern er suchte den Kontakt zu Patienten, Ärzten und Schwestern. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke nahm sich am Mittwoch ausgiebig Zeit und las sogar ein Buch vor.

"Das kriegen die hier wieder hin. Das schaffen Sie schon!" Anita Rudolph lächelt etwas unsicher, als der Ministerpräsident ihr diese aufmunternden Worte mit auf den Weg gibt und ihr mehrmals die Hand schüttelt. Die 78-Jährige gehört am Mittwoch zu den ersten Patienten, die Dietmar Woidke im Eisenhüttenstädter Krankenhaus besucht. Und für die, die er trifft, nimmt er sich auch immer ein paar Minuten Zeit. "Ich bewundere Sie, wenn ich sehe, wo Sie überall sein müssen", sagt die alte Dame, die Lähmungserscheinungen an einem Bein hat. Und dann verrät sie dem Ministerpräsidenten auch noch, dass ihr Mann und seine Frau sich kennen würden.

Es sind diese kleinen, ganz persönlichen Momente, die auch Dietmar Woidke an diesem Tag genießt. Hier und da erzählt er die Geschichte von seinem Onkel, der einst im Stahlwerk gearbeitet hat. Und siehe da, Torsten Schönfeld, der am Hochofen beschäftigt ist und derzeit im Krankenhaus liegt, kennt diesen Onkel sogar. Prompt wird über die Weinbergstraße philosophiert, wo Woidkes Onkel früher wohnte und wo er selbst als kleiner Junge zu Besuch war.

Vielleicht war er da so alt wie Ben und Maximilian, die im Spielbereich der Kinderstation sitzen und schon auf den Mann warten, der ihnen gleich etwas vorlesen wird. Jedenfalls hat man dem Fünf- und Siebenjährigen das vorher versprochen. Und siehe da, der Ministerpräsident setzt sich tatsächlich ohne zu zögern neben sie, greift zum Buch "Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt" und fängt an, von Löschmeister Wasserhose, Oma Eierschecke und Emil Zahnlücke zu lesen. Von der ersten bis zur letzten Seite. Da staunt selbst die eine Mama: "Das hätte ich nicht gedacht, dass er sich so viel Zeit nimmt. Man kennt den ja auch nur aus dem Fernsehen."

Natürlich ist Dietmar Woidke so kurz vor Weihnachten nicht mit leeren Händen ins Krankenhaus gekommen. Für die Kinderstation gibt es unter anderem ein paar Fahrzeuge - Maximilian ist sofort von der glänzenden Feuerwehr angetan. Blitzschnell sitzt er drin und strahlt mit dem polierten Flitzer um die Wette.

Wenn er nicht gerade bei den kleinen und großen Patienten ist, lässt sich der Politiker aber auch viel vom Krankenhaus erzählen. Er erfährt beispielsweise, dass das städtische Haus eine kleine Schlaganfalleinheit mit zwei Betten und ein hoch modernes Herzkatheterlabor hat. Letzteres schauen er und seine Begleiter sich dann auch noch an - obwohl das gar nicht auf dem offiziellen Plan stand und die Zeit ihm im Nacken sitzt, denn nach dem Besuch in Eisenhüttenstadt geht es weiter nach Cottbus. Aber auch die Behandlung von Asylbewerbern interessiert den Landesvater. Vor einer Tür, an der steht: "Bitte melden Sie sich vor Eintritt in das Patientenzimmer beim Pflegepersonal", erfährt er, dass immer wieder Flüchtlinge mit offener Tuberkulose behandelt werden. Und dass das oft eine langwierige Sache ist. "Die Betten sind dann teilweise blockiert, so dass wir Kapazitätsprobleme bekommen", betont der Ärztliche Leiter Dr. med. Dirk Hinz.

Der ist auch dabei, als Heike Bertling, die gerade ihre kranke Mutter besucht, dem Ministerpräsidenten eine Art Auftrag mitgibt: "Das Krankenhaus braucht dringend eine Rampe für Rollstuhlfahrer am Eingang - trotz Denkmalschutz", findet sie und Dietmar Woidke nickt nicht nur verständnisvoll, sondern meint mit Blick zum ärztlichen Leiter: "Darüber müssen wir mal reden."

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