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An Kulissen des Forstfaschings wird eifrig gearbeitet

Ach du meine Nase! Pittiplatsch der Liebe hat die Beine hochgerissen. Seine Standhaftigkeit muss der Kobold erst im Februar im Haus Schwärzetal unter Beweis stellen. Bis dahin bringt ihn Rüdiger Schulz in Form und Farbe
Ach du meine Nase! Pittiplatsch der Liebe hat die Beine hochgerissen. Seine Standhaftigkeit muss der Kobold erst im Februar im Haus Schwärzetal unter Beweis stellen. Bis dahin bringt ihn Rüdiger Schulz in Form und Farbe © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Marco Marschall / 30.12.2015, 06:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) Der Countdown läuft - nicht nur der zum "Prost Neujahr", sondern auch bis zur Fete des Eberswalder Forstfaschings im Februar. In der 49. Saison dreht sich alles um Kindheitshelden. Bunte Kulissen im Haus Schwärzetal sind da vorprogrammiert. Noch aber wird im Akkord gepinselt.

Im hinteren Ende der Halle schnarrt die Stichsäge durch die dicke Pappe. Am Eingang des sogenannten Klimastalls in Nordend wird es kurz laut, als die Kreissäge in den Krach einstimmt. An den hohen Wänden stehen Menschen Auge in Auge mit Jim Knopf, Käptn Blaubär und Bugs Bunny. Mit dem Pinsel in der Hand sorgen sie dafür, dass die Figuren den richtigen Anstrich bekommen. "Wer hat meine schwarze Farbe gebraucht und sie nicht zurückgebracht", ist von irgendwo eine Stimme zu hören.

Ein anderer Mann steht mit vollgeschmadderten Händen über einer wulstigen weißen Figur, die auf dem Rücken liegt. Es handelt sich um einen überlebensgroßen Pittiplatsch, der von Rüdiger Schulz aus Pappmaschee modelliert wird. Noch lässt sich nur vage vermuten, dass das der Kobold aus dem Sandmännchen werden soll. "Das ist mein Liebling", gesteht der 61-Jährige. Wenn der Forstfasching im Februar zu seinen Partys im Haus Schwärzetal ruft, wird Pitti in seiner ganzen Pracht zu bestaunen sein. "Kinder wie die Zeit vergeht, wir haben die Uhr zurückgedreht" lautet das Motto der 49.Saison. Mit dabei ist alles, was im Kinderprogramm schon über die Mattscheibe flimmerte. Am 11.11. hatte der Faschingsverein das Rathaus mit Obelix und den Schlümpfen erobert.

Die Vorbereitungen auf die Feten im Haus Schwärzetal aber laufen schon seit September. Zunächst nur an den Wochenenden. "Wenn wir dann merken, dass die Kacke am dampfen ist, auch an Wochentagen", sagt Rüdiger Schulz. In der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester seien einige der zwischen 40 bis 50 Vereinsmitglieder und Helfer sogar von 10 bis 21Uhr in der Lagerhalle in Nordend und basteln an den Kulissen.

Immerhin werden in jedem Jahr 200 Meter Wandstrecke gestaltet. Einige Elemente der Deko können wiederverwendet werden. So zum Beispiel die Bärenstatue, die in diesem Jahr zum haarigen Sesamstraßenriesen Samson umgebaut wird. Die Motive auf den Wänden sind in jeder Saison andere. Die Farbtöpfe, die dabei verbraucht werden, wurden noch nicht gezählt. Auch dank einiger Sponsoren wird es aber jedes Jahr bunt, wenn der Forstfasching ins Haus Schwärzetal zieht.

"Etwa 14 Tage vorher beginnen wir damit, die ersten Räume einzurichten", sagt der Vereinsvorsitzende Klaus Dewitz. Den Mittwoch vor der ersten Fete ist dann meist Richtfest. Dann kommt die Bauaufsicht und nimmt die Kulissen ab. Neben der festen Verankerung der Leichtbauwände mit den bunten Motiven, müssen die Flächen mit feuerhemmender Latexfarbe gestrichen sein, wichtige Schilder mit Verweis auf die Notausgänge frei bleiben.

Brandheißer Termin für alle Feierlustigen ist der 16.Januar. Denn dann können im Haus Schwärzetal die Karten für die Partys im Folgemonat bestellt werden - und zwar nur von 10bis 11.30 Uhr! Zweimal ruft der Verein zur Fete: am 6. und am 13. Februar. Beim zweiten Termin gibt es noch eine Besonderheit. Für diesen Abend werden wegen des knappen Kontingents nur vier Karten pro Person vorbestellt.

600 Faschingsfreunde haben im Haus Schwärzetal Platz. Kostümzwang gibt es nicht. Doch lassen sich die meisten, die ein Ticket ergattern, den Spaß am Verkleiden nicht nehmen. Isabell Sydow, stellvertretende Vorsitzende, wird sich sogar doppelt in Schale schmeißen. "Super Mario fürs Programm und danach bin ich Schneewittchen", verrät die 25-Jährige.

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