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Optimismus im Wandlitzer Rathaus

© Foto: Sergej Scheibe
Hans Still / 03.01.2016, 18:22 Uhr
Wandlitz (MOZ) Konstanter Zuzug, wachsende Steuereinnahmen, ehrgeizige Bauprojekte - für die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant (parteilos) endete das Jahr 2015 mit einer positiven Bilanz. Auch im neuen Jahr liefern die Aussichten Anlass zum Optimismus.

Es sind die Schlagworte des Jahres, an denen sich die Wandlitzer Bürgermeisterin in ihrer Rückschau auf 2015 entlang hangelt. Oft und viel wurde beispielsweise über das Vorzeigeprojekt "Basdorfer Gärten" gesprochen. Innerhalb der kommenden zwei Jahre sollen 100 Wohnungen auf dem ehemaligen Polizeischulgelände entstehen. Der 37-Millionen-Euro-Etat gilt als Erfolg, er passierte mit großer Zustimmung die Gemeindevertretung. Und dann sind da noch diverse Konzeptionen, die in der Zukunft für mehr Übersicht und Aufschwung sorgen sollen.

Gern wird an dieser Stelle das Leitbild zitiert, das mancher Gemeindevertreter liebevoll als "Leidbild" bezeichnet, da es zuweilen noch an Gemeinsamkeit zwischen Verwaltung und Gemeindevertretung mangelt. Beispielhaft erscheint die Diskussion über den "staatlich anerkannten Erholungsort" und die Frage, ob dieses Label das Ziel aller neun Ortsteile darstellen kann. "Ich sehe den Vorteil, den alle Einwohner in den Wandlitzer Ortsteilen durch die Verbesserungen haben werden. Denn es geht ja dabei nicht nur um die Touristen", ordnet die Bürgermeisterin ihre Sicht ein. "Ein Leitbild gibt Identität", sagt sie und benennt Stärken wie die Naturausstattung mit Wald und Seen, historische Ortskerne und Kirchen sowie touristische Angebote, Kunst und Kultur, die Wandlitz einbringen wird. Auch das Parkleitsystem gehört in diese Kategorie, bislang fehlt auf Hinweisschildern zu freien Parkplätzen noch eine Entfernungsangabe. Barrierefreiheit und das Radwegenetz sind weitere Stichworte.

Zugleich warnt Jana Radant angesichts des Ansturms auf einige Wandlitzer Seen vor einer "Übernutzung" der Natur. "Wir müssen mit Berliner Redaktionen ins Gespräch kommen, die den Liepnitzsee als Geheimtipp bewerben. Das ist bei 20 000 Besuchern an einem Wochenende völliger Quatsch. Und das Zelten ist verboten, da kann es nicht noch beworben werden", stellt die Bürgermeisterin fest. Saisonkräfte werden in diesem Sommer die Überwachung des ruhenden Verkehrs in Seenähe verstärken, auch die Kooperation mit Bernau und der Einsatz von Wachschützern erfährt eine Wiederauflage. "Wir stehen in der Pflicht, unseren Naturraum zu schützen", bemerkt die Bürgermeisterin dazu und darf sich in Übereinstimmung mit einem Großteil der Einwohner wähnen. Das dürfte auch für die Drohung gelten, Falschparker in Feuerwehrzufahrten abschleppen zu lassen. Bislang fehlt dafür allerdings ein Partner und eine geeignete Stellfläche. "Wir wollen an der Autoscheibe Zeichen setzen", bekennt die Bürgermeisterin durchaus entschlossen.

Nicht weniger entschlossen zeigte sich die Gemeindeverwaltung bei der Windplanung, wobei den Klosterfeldern dadurch nicht zwangsläufig weitere Windspargel erspart wurden. Fast wäre durch ein Fauxpas der Verwaltung der Bebauungsplan für den entsprechenden Bereich in Klosterfelde unter die Räder gekommen - mit einer Sondersitzung der Gemeindevertretung und entsprechenden Beschlüssen ließ sich dieser Fehler heilen. Abzuwarten bleibt indes, wie die gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Investor IFE Oldenburg zu Ende gehen werden, der im Vertrauen auf den offenkundige Vorzug alternativer Energien in Brandenburg bei Klosterfelde auf eigenes Risiko ein zweites Windrad errichten ließ. Zwei weitere Bauanträge liegen in der Schublade, ob sie durchkommen, wird sich ebenfalls in diesem Jahr erweisen.

Klarheit dürfen die Wandlitzer 2016 auch zu einem weiteren Thema erwarten, es geht um das Fahrgastschiff, das über den Jahreswechsel gerettet wurde. "Das Thema ist nicht tot, es geht 2016 mit Gesprächen weiter", behauptet die Bürgermeisterin, ohne aber konkret zu werden. Wie sie sagt, habe sie noch zwei Interessenten im Köcher. Diese müssten allerdings ein Schiff mitbringen - denn eines haben die Wandlitzer Politiker ihrer Bürgermeisterin ins Stammbuch geschrieben: Ein Schiff wird die Gemeinde nicht bezahlen. Und so hängt auch die 280 000 Euro teure Sanierung von vier Bootsanlegestellen am Fortgang der eher vagen Gesprächsrunde. Erwähnt werden soll schließlich noch ein Datum, das von der Gemeindevertretung weitgehend unbeachtet blieb. So kommt im Gespräch fast zufällig zutage, dass die Bürgermeisterin Ende November in aller Bescheidenheit die Halbzeit ihrer achtjährigen Wahlperiode feierte. "Mein Mann hat mir gratuliert", freut sich Jana Radant.

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