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Schritte ins normale Leben dank "Hilfe mit Plan"

Robby Kupfer / 05.01.2016, 07:00 Uhr
Kremmen (MZV) Flüchtlingen bei ihrem nicht leichten Weg in ein normales Leben so viel Unterstützung wie möglich zukommen zu lassen: Das ist die oberste Zielsetzung der im November 2015 gegründeten Kremmener Flüchtlingsinitiative "Hilfe mit Plan".

Der Arbeitskreis "Paten und Betreuung" innerhalb der Initiative hat zu Beginn des neuen Jahres eine erste Bilanz der knapp zweimonatigen Arbeit gezogen. Dabei fällt auf: Bei aktuell 92 in der Ackerbürgerstadt lebenden Flüchtlinge ist es den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Initiative gelungen, nicht weniger als 72 Patenschaften zwischen Kremmenern und ausländischen Familien sowie Einzelpersonen zu vermitteln.

Dabei könne eine solche Patenschaft ganz unterschiedlichen Charakter haben, so Reiner Tietz (Linke), Kremmener Stadtverordneter und Mitglied im Koordinierungskreis von "Hilfe mit Plan". Die Intensität der Begegnungen von "Altkremmenern und neuen Einwohnern" reiche von ersten vorsichtigen Kontaktaufnahmen und Verständigungsversuchen in der Flüchtlingsunterkunft bis hin zu sich immer weiter festigenden Freundschaften und regelmäßigen Besuchen der Flüchtlinge bei ihren Paten zu Hause.

"Aber", so der Arbeitskreis "Paten und Betreuung" in seiner Bilanz, "es gibt noch viele Dinge zu regeln." Alles laufe jetzt darauf hinaus, die nächsten Schritte ins normale Leben und damit in eine tatsächliche Integration vorzubereiten. Diese könne nur gelingen, wenn sie über das elementare Erlernen der deutschen Sprache hinaus mit einer sinnvollen Tätigkeit - ob Ausbildung oder Arbeit - verbunden werde.

Um sich auf diese nächste Phase der Betreuungsarbeit vorzubereiten, lädt der Arbeitskreis alle bereits in Patenschaften engagierten Bürger und solche, die sich noch beteiligen möchten, zum nächsten Treffen der Initiative ein. Dieses findet am kommenden Freitag, 8. Januar, um 19 Uhr im "Refugium" in Groß-Ziethen, Dorfstr. 35, statt.

Dass die Mitstreiter von "Hilfe mit Plan" bei allem Engagement Realisten sind und Probleme des Zusammenlebens nicht ignorieren, wird ebenfalls in ihrer Bilanz deutlich: "Wir bemerken auch, dass es für die Angekommenen nicht so einfach ist, in einem ganz neuen Kulturkreis klar zu kommen, gleichzeitig auf engstem Raum mit fremden Menschen, mit recht verschiedenen Gewohnheiten zu leben. Auch die Untätigkeit plagt viele. Es gab auch Konflikte im Heim, wo wir helfend eingreifen konnten und müssen."

Letztendlich, so die Sprecher der Arbeitsgruppe Reiner Tietz und Elisabeth von Thüngen, "wird es immer deutlicher, dass in der Betreuungsarbeit Verstehen und Einfühlungsvermögen am Anfang stehen, dass aber zu unserer Lebensweise auch die Einhaltung von klaren Regeln gehört."

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