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Linke wünschen sich Bus-Direktverbindung durch den halben Niederbarnim im 20-Minuten-Takt

Von Ahrensfelde über Bernau nach Wandlitz

Sabine Rakitin / 15.01.2016, 20:45 Uhr
Bernau (MOZ) Die Bernauer Linken wünschen sich eine Busverbindung von Ahrensfelde über Bernau bis nach Wandlitz. Sie rennen damit offene Türen ein. Ein entsprechender Antrag der Fraktion passierte den Umwelt- und Wirtschaftsausschuss am Donnerstagabend ohne Gegenstimme.

Ahrensfelde, Panketal, Bernau und Wandlitz haben sich zu einem sogenannten Mittelbereich zusammengeschlossen. Ein gemeinsames Konzept zur Entwicklung der Region - Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln - ist bei der Landesregierung eingereicht worden. Dieses sieht unter anderem vor, die Direktverbindungen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zwischen den vier Kommunen zu verbessern. Die Stadt Bernau als Mittelzentrum fungiert dabei als regionale Mobilitäts-Schnittstelle mit Anbindung an den Fern- und Regionalexpressverkehr.

Doch der Wunsch nach einer Bus-Direktverbindung durch den halben Niederbarnim ist die eine Seite, die Pläne des Landkreises Barnim - Träger des ÖPNV - eine ganz andere. Im Nahverkehrsplan 2017 bis 2026, der bereits vom Kreistag beschlossen wurde, ist eine solche Verbindung nicht vorgesehen. "Ihr Antrag kommt zu spät", sagt Norbert Weich, sachkundiger Einwohner im Umwelt- und Wirtschaftsausschuss, an die Adresse der Linken. "Die Messen sind längst gesungen", befürchtet er. Doch Stadtverordneter Sören-Ole Gemski (Linke) und sein Fraktionskollege Harald Ueckert glauben das nicht. "Den Bürgermeister zu beauftragen, sich für eine Buslinie von Ahrensfelde über Bernau nach Wandlitz einzusetzen, ist auf jeden Fall ein Anfang", sagen sie. "In Zusammenarbeit mit dem Landkreis könnte das funktionieren", spekuliert Sören-Ole Gemski. Und Harald Ueckert erklärt: "Das ist wie beim Lottospielen. Da muss man auch erst ein Los kaufen, um zu gewinnen. Und unser Antrag hier ist dieses Los."

Michael Hermann (SPD/Freie Fraktion) macht sogleich Vorschläge. Vielleicht genüge es ja, Taktzeiten vorhandener Buslinien zu verändern und die Verbindungen den Arbeitszeiten eines großen Arbeitgebers anzupassen. Thomas Dyhr greift Hermanns Gedanken auf. "Nicht nur wegen der Mitarbeiter der Michels-Kliniken, sondern auch wegen der Patienten und der Besucher ist ein 20-Minuten-Takt erforderlich", ist der Bündnisgrüne überzeugt. Zudem verweist er auf die Flüchtlingsunterkünfte in Bernau-Waldfrieden, die dringend besser an die Stadt angebunden werden müssten. Georgi Tontschev (BfB) pflichtet ihm bei: "Ich halte einen 20-Minuten-Takt ebenfalls für günstig", meldet er sich zu Wort.

Letztlich, da ist sich die Stadtverwaltung nahezu sicher, werden sich die Kommunen an der Finanzierung der gewünschten Busverbindung wohl beteiligen müssen. Vor diesem Hintergrund präferiert sie auch nicht die Schaffung einer neuen Linie Ahrensfelde-Bernau-Wandlitz, "sondern die Optimierung des vorhandenen Linienangebotes". Im Nahverkehrsplan ab 2017 sei ohnehin avisiert, die Linie 894 (Bernau-Wandlitz) an Wochentagen im 20-Minuten-Takt fahren zu lassen. Die Linie 895 (Bernau-Blumberg/Ahrensfelde soll nach dem Plan im 30-Minuten-Takt verkehren. "Die Verknüpfung der beiden Linien in Bernau hätte den Vorteil, dass die aufzuwendenden Mittel von Seiten der Kommunen bei weitem nicht so hoch wären wie im Vergleich zu einer völligen Neukonzeption einer Buslinie", heißt es in einer Stellungnahme der Bernauer Stadtverwaltung. Eine umsteigefreie Buslinie Ahrensfelde-Bernau-Wandlitz hätte hingegen auch noch den Nachteil, dass - bedingt durch die Verkehrssituation im Raum Ahrensfelde - mit häufigen Verspätungen zu rechnen wäre, die sich dann auf der gesamten Linien fortsetzen würden.

Diese Argumente überzeugen die Mitglieder des Ausschusses. Sie wollen nun keine durchgehende Buslinie mehr, sondern nur noch eine Busverbindung zwischen Ahrensfelde, Bernau und Wandlitz.

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