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Reisen hat ganz viele Gesichter

Bisher schon stolze 1000 Euro: Fatima und Ahmed, die sich mit einem Gedicht auch aktiv ins Programm eingebracht hatten, durften am Ende zugunsten des "Domizils" vom Bürgerverein Hegermühle von Schulleiterin Gudrun Thiessenhusen und Volker Jung den zunächs
Bisher schon stolze 1000 Euro: Fatima und Ahmed, die sich mit einem Gedicht auch aktiv ins Programm eingebracht hatten, durften am Ende zugunsten des "Domizils" vom Bürgerverein Hegermühle von Schulleiterin Gudrun Thiessenhusen und Volker Jung den zunächs © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 18.01.2016, 04:15 Uhr - Aktualisiert 29.01.2016, 17:28
Strausberg (MOZ) "Das Leben ist eine Reise", haben die Akteure vom Oberstufenzentrum MOL ihre diesjährige Kunstfabrik überschrieben. Am Sonnabend begeisterte das zweistündige, äußerst vielfältige Programm zahlreiche Gäste im Volkshaus Strausberg-Nord.

Anknüpfend an die Tradition der großen Schulgalas früher folgt auch die OSZ-Kunstfabrik dem Grundgedanken, künstlerische, kulturelle und sportlich-akrobatische Talente in den Dienst einer guten Sache zu stellen, sich mit Einfallsreichtum, Engagement und besonderen eigenen Fähigkeiten für Bedürftige einzusetzen. Dieses Jahr bleiben die eingeworbenen Spenden erneut direkt in der Stadt, gehen an das vom Bürgerverein Hegermühle betriebene "Domizil", wo gerade auch Flüchtlingskinder betreut werden. Mit dem Geld - bis zu dem am Abend überreichten symbolischen Scheck erst einmal 1000 Euro als Zwischenstand - soll in neue Spielgeräte und Ausflugsfahrten fließen, so eine Vereinsvertreterin.

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Reisen hat viele Gesichter. Lang ersehnte Urlaube in der Ferne oder die alljährlichen Kursfahrten der OSZ-Schüler zum Beispiel nach Schottland und Barcelona gehören ebenso dazu wie die alles andere als freiwilligen Reisen derer, die insbesondere seit dem Vorjahr mehr denn je aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt nach Europa flüchten. All das wurde in den unterhaltsamen, teilweise aber auch sehr nachdenklich stimmenden zwei Stunden thematisiert.

Auf der Bühne wechselten sich unter anderem der Chor (z. B. mit "California Dreaming") und die Schülerband ab, Matthias Chikowsky und Justin Göde erhielten für ihre Percussiondarbietung ebenso tosenden Applaus wie Sarah Schliewert und Tina Bolte, die mit dem Titel "Someone like you" von Adele einmal mehr ihre außergewöhnlichen Gesangsstimmen im Duett präsentierten.

Die angehenden Erzieher Jahrgangsstufe 11 beteiligten sich mit einer eindrucksvollen Schattentheater-Nummer mit passender Musikuntermalung, die die Zuschauer mitnahm zur Transsibirischen Eisenbahn, zur Großen Chinesischen Mauer, auf vietnamesische Reisfelder und in indische Tempel. Und auch das Erwachsenwerden ist letztlich eine Reise, wie mit einem Augenzwinkern das Team "Psychotraum" in seinem witzig-überspitzten, aber auch lehrreichen Video zur Kindererziehung vor Augen führte. "Alles in einem gesunden Maße - und Freiheit lassen", so die Botschaft. Eine jahrgangsübergreifende Theatergruppe ging Themen wie Liebe und Freundschaft auf den Grund.

Durch diesen bunten Reigen führten die Zwölftklässlerinnen Lorina Werner und Ann-Christin Ochs auf locker-witzige Weise als Moderatorenduo mit passenden Überleitungen zu den nächsten Programmpunkten. Akrobatik-, Einrad- und Jonglagedarbietungen bereicherten die bunte Reise, und auch mehrere tänzerische Auftritte kamen beim Publikum gut an. In dessen Reihen hatte OSZ-Schulleiterin Gudrun Thiessenhusen eingangs die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Jutta Lieska und Simona Koß, Strausbergs Bürgermeisterin Elke Stadeler, Ex-Vizelandrat Lutz Amsel, Fördervereinschef Hans Strambowski sowie den langjährigen Freund der Schule Ravindra Gujjula begrüßen können - außerdem den früheren Lehrer Volker Jung, der sich einmal mehr ganz massiv bei der Spendensammlung engagiert hat.

Unter die Haut ging "Reisebeschreibung", in der angehende Erzieher (Jahrgang 12) mit kurzen Szenen Flucht vor Krieg und Leid nachstellten. "Willkommensein fühlt sich anders an", hieß es an einer Stelle. Dafür erwärmten das Gedicht, das Fatima und Ahmed vom "Domizil" vortrugen, und die Bilder vom dortigen Zirkusprojekt vorigen Juli das Herz. Und für ein Video, das gleich zu Beginn gezeigt wurde, hatten dessen Macher in Berlin unterschiedlichste Menschen zu ihrer Herkunft (Taiwan, Ghana, Spanien, Brasilien oder Belgien) und dem befragt, was ihnen im Leben besonders wichtig ist.

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