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Streit in Waldfrieden

Zwei Übergangswohnheime gibt es in dem Bernauer Ortsteil - der letzte Anlass für alteingesessene Bewohner, eine eigene Vertretung zu fordern.
Zwei Übergangswohnheime gibt es in dem Bernauer Ortsteil - der letzte Anlass für alteingesessene Bewohner, eine eigene Vertretung zu fordern. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 19.01.2016, 08:02 Uhr
Bernau (MOZ) In Waldfrieden gibt es Streit um die Vorbereitung der Wahl eines Ortsbeirates. Sören-Ole Gemski, Stadtverordneter der Linken, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Mitglieder der "Initiativgruppe Ortsbeirat Waldfrieden". Diese hätten ihn zum zweiten Mal aus einer Beratung rausgeworfen, beklagt er.

Am vergangenen Donnerstag ging Gemski zu dem Treffen der Initiativgruppe. Eine Einladung dazu hatte er nicht. Doch seine Erwartung, "dass Veranstaltungen zur Entwicklung der Dinge in meinem Wohngebiet auch für alle, die dort wohnen, offen und transparent sind", erfüllte sich nicht. "Ich wurde gefragt, ob ich eine persönliche Einladung erhalten hätte und wenn nicht, sei ich dort als Gast nicht erwünscht", schildert Gemski das Erlebte. "Um den Anwesenden den Spaß nicht noch mehr zu verderben, verließ ich sie nach kurzer Zeit wieder", erzählt er. Allerdings müsse man sich allmählich fragen, "warum die Herrschaften so viel Wert auf Exklusivität legen? Werden dort etwa Dinge beraten, die man besser vor der Öffentlichkeit verbergen möchte? Welche Gruppierungen oder politischen Vereinigungen stecken denn nun wirklich hinter dieser sogenannten Initiativgruppe?"

"Keine", sagt Axel Klatt, Bewohner von Waldfrieden, der zur Initiativgruppe gehört. Er engagiere sich zwar für das Bündnis für Bernau, aber kandidieren werde er bei der Wahl des Ortsvorstandes in Waldfrieden nicht, stellt er klar. "Das Ganze war eine Findungssache", erklärt der Bernauer die nichtöffentliche Beratung. "Wirklich Ahnung hatte niemand von dem Prozedere zur Gründung eines Ortsbeirates."

Für Klatt stellt sich das Geschehen ganz anders dar, als es Gemski schildert. "Bereits bei der ersten Zusammenkunft Ende des vergangenen Jahres hat er sich daneben benommen", bemerkt der BfB-Mann. Es habe kritische Fragen gegeben, was Gemski denn als Stadtverordneter für seinen Ortsteil in der Vergangenheit getan habe. Das habe dem Linken offenbar nicht gefallen. Und dass dieser dann am 24. Dezember Flyer in die Briefkasten gesteckt habe, auf denen er die Vorhaben der Initiativgruppe für sich reklamierte, sei erst recht nicht gut angekommen, sagt Axel Klatt. "Aber rausgeworfen wurde er am Donnerstag trotzdem nicht", stellt er klar. "Wir wollten darüber abstimmen und die Mehrheit hatte nichts dagegen, dass Herr Gemski an der Beratung teilnimmt. Aber bevor es dazu kam, ist er gegangen", sagt Axel Klatt.

"Ortsbeiräte entstehen in Brandenburg nicht an Küchentischen oder in irgendwelchen Hinterzimmern. Sie entstehen auf der Grundlage von Beschlüssen kommunaler Vertretungen und der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg. Das ganze Prozedere wird schließlich durch das entsprechende Wahlgesetz bestimmt. Dabei kann niemand willkürlich und selbstherrlich ausgeschlossen werden", ist Sören-Ole Gemski erbost über das Vorgehen der Initiativgruppe. Die wiederum entgegnet, dass es jedem freistehe, für den Ortsvorstand, der bei 651 Einwohnern in Waldfrieden aus drei Mitgliedern bestehen wird, zu kandidieren. Einen Wahltermin wird die Bernauer Stadtverordnetenversammlung festsetzen.

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