Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Stadtverkehrsgesellschaft nimmt vier neue Erdgasbusse in Betrieb / Straßenbahn bleibt Herzstück des ÖPNV

Verjüngungskur im Nahverkehr

Originell: Christian Kuke verweist auf die Beschriftung der Erdgastanks der neuen Busse. Die SVF hat die Tanks mit dem Spruch "Feinstaub? War ich nicht." gestalten lassen.
Originell: Christian Kuke verweist auf die Beschriftung der Erdgastanks der neuen Busse. Die SVF hat die Tanks mit dem Spruch "Feinstaub? War ich nicht." gestalten lassen. © Foto: MOZ/Frank Groneberg
Frank Groneberg / 21.01.2016, 19:58 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Stadtverkehrsgesellschaft hat am Donnerstag vier neue Erdgasbusse in Betrieb genommen. Das Unternehmen investierte mehr als 1,3 Millionen Euro. Dezernent Markus Derling betonte bei der Übergabe, dass im Nahverkehr auch künftig vor allem auf die Straßenbahn gesetzt wird.

"Feinstaub? War ich nicht.", hat die Stadtverkehrsgesellschaft mbH (SVF) auf die Gastanks ihrer vier neuen Erdgasbusse schreiben lassen. Dieser Spruch ist nicht nur originell, weil er einen Bezug speziell zu Frankfurt hat, wo Autofahrer wegen zu hoher Feinstaubbelastung immer wieder dazu gezwungen werden, lange Umwege zu nehmen. Er bringt auch auf den Punkt, was die Busflotte der SVF auszeichnet: Sie ist besonders umweltfreundlich unterwegs. "Bei der Nutzung von Erdgas entsteht Feinstaub nur in sehr geringen Mengen", betont Christian Kuke, Geschäftsbereichsleiter Unternehmenssteuerung der SVF. "Die Abgaswerte liegen deutlich unter den Grenzwerten der Abgasnorm Euro 6." Und das ganz ohne zusätzliche Partikelfilter.

Darüber hinaus seien die Erdgasbusse aber auch im Betrieb besonders ökonomisch, erklärt Ronny Richter, Verkaufsleiter beim Hersteller MAN. "Unsere Erdgasbusse sind das Wirtschaftlichste, was es derzeit auf dem Busmarkt gibt", sagt er. MAN hatte den Zuschlag für die Lieferung neuer Erdgasbusse nach einer europaweiten Ausschreibung bekommen - als einer von nur zwei Herstellern, die Angebote abgegeben hatten. Allein die beiden Solo- und die beiden Gelenkbusse, die am Donnerstag auf dem Marktplatz offiziell von MAN an die SVF übergeben werden, haben einen Gesamtwert von 1,31 Millionen Euro netto.

Den Fahrgästen bieten die neuen Busse, die längst im Linienverkehr eingesetzt werden, mehr Komfort als ihre Vorgänger - auch mehr als jene Busse, die von 2012 bis 2014 neu gekauft wurden. So wird im Heckfenster nicht mehr nur die Nummer der Linie, sondern auch das Fahrtziel angezeigt. Im Inneren werden Fahrgäste über moderne Monitore informiert. Neu sind extra breite Sitzplätze für Behinderte mit hochklappbaren Armlehnen. Mehr Platz gibt es für Rollstühle und Kinderwagen: In den Gelenkbussen finden im vorderen Bereich jetzt zwei Rollstühle Platz, zusätzlich wurde im hinteren Bereich ein weiterer Stellplatz für Kinderwagen geschaffen. Überhaupt gibt es mehr Raum für mitgeführte Dinge wie Gepäck und Fahrräder. Im Gegenzug ist die Zahl der Sitzplätze etwas kleiner geworden: In den "Schlenkis" gibt es jetzt 41 statt vorher 47 Sitzplätze, in den kleineren Solobussen 30 statt 36.

Und auch im Fahrerbereich wurden einige Änderungen durchgeführt. Zum einen gibt es für die Busfahrer eine Klimaanlage. Zum anderen bietet ihnen eine Schutzscheibe, welche die Fahrerkabine nach innen halb abschließt, mehr Sicherheit.

"Die neuen Busse erhöhen die Lebensqualität in unserer Stadt und stärken unseren ausgezeichneten Nahverkehr", sagt Dezernent Markus Derling. Die 2001 beschlossene Strategie, in der Stadt auf Erdgasbusse zu setzen, habe sich bewährt. "Herzstück unseres Nahverkehrs ist die Straßenbahn mit ihrem ausgedehnten Streckennetz", betont er. "Die Busse runden dieses Angebot ab und ergänzen es sinnvoll. Und so wollen wir es auch künftig in Frankfurt halten." Für den Kauf neuer barrierefreier Straßenbahnen, der wegen eines Bundesgesetzes nötig ist, sei aber die "signifikante Unterstützung des Landes" unbedingt notwendig.

Die SVF hatte ihre Busflotte ab 2002 auf Erdgas umgestellt. Nach zehn bis zwölf Jahren haben die Busse das Ende ihrer Betriebszeit erreicht. Seit 2012 hat die SVF je fünf Gelenk- und Solobusse neu gekauft, die vier jetzt übernommenen eingerechnet. 2017 werden drei weitere Gelenkbusse gekauft. Sechs Busse wurden seit 2014 generalüberholt, zwei folgen in diesem Jahr. Zur Busflotte der SVF gehören elf Solo- und 16 Gelenk-Erdgasbusse sowie zwei Midibusse mit Dieselmotor.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG