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Der Kreis will seinen neuen Landschaftsrahmenplan mit breiter Bürgerbeteiligung erstellen

Naturschutz mit dem Menschen

Plan in Arbeit: Experten der HNE diskutieren mit Gästen aus verschiedenen Bereichen und halten Ergebnisse als Stichworte auf Karton fest.
Plan in Arbeit: Experten der HNE diskutieren mit Gästen aus verschiedenen Bereichen und halten Ergebnisse als Stichworte auf Karton fest. © Foto: MOZ
Marco Marschall / 22.01.2016, 06:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Landkarten schmücken den Plenarsaal des Paul-Wunderlich-Hauses. Dicke Filzstifte und rosa Bastelkarton lassen erahnen, dass es bei der Auftaktveranstaltung zur neuartigen Erarbeitung eines Landschaftsrahmenplans, zu der der Landkreis eingeladen hatte, noch in die Gruppenarbeit geht - ein erster Hinweis auf das Neuartige am Konzept. Damit sich hinterher möglichst wenig Menschen drüber beschweren, sollen alle mitmachen. Vom Naturschützer, über Landschaftsplaner und Landwirt bis hin zum Otto-Normalbürger, dessen Präferenzen und Ansichten zur Natur im Barnim mittels Fragebögen erfasst werden. Und der Plan soll adaptiv sein, anpassbar auf sich stetig verändernde Gegebenheiten. Der Projektname "Anpass.Bar", ein Wortspiel mit dem Landkreis, weist darauf hin.

Warum das Ganze? Das erklärt Solveig Opfermann, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, als zweite Rednerin nach Vize-Landrat Carsten Bockhardt. Schuld ist der Gesetzgeber. "Überörtliche Ziele und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege sind für den Bereich eines Landkreises in einem Landschaftsrahmenplan darzustellen", verlangt dieser von der Behörde wörtlich. "Wir wollen einen breiteren Dialog, einen Naturschutz, der die Gesellschaft miteinbezieht", sagt Solveig Opfermann und ist nicht die Einzige, die dieses Kredo während der Auftaktveranstaltung ausgibt.

Der Mensch sei Teil des Ökosystems. Das müsse man ein bisschen ernster nehmen als bisher. Dieser Meinung ist auch Professor Pierre Ibisch von der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung. Sie soll den wissenschaftlichen Rückhalt für den Rahmenplan geben und geht eine Kooperation mit dem Landkreis als zuständiger Behörde ein. Ibisch macht gleichermaßen deutlich, dass der Naturschutz mit Blick auf Probleme wie den Klimawandel gestärkt und größer gedacht werden muss. Das Thema sei vielfach in eine negative Ecke gedrängt: Naturschutz als Widersacher von Entwicklung und Landnutzung.

Auch die Köpfe der HNE arbeiten interdisziplinär am Thema. Die Erkenntnisse von Wald- und Stadtcampus sollen während des Projektes ineinandergreifen. Für den Bereich der Kulturlandschaft ist Professor Jürgen Peters und ein Team von Studenten mit an Bord. Ibisch ist Professor für Naturschutz. Der Rahmenplan wird nicht für den kompletten Barnim aufgestellt. Ausgenommen ist das Biosphärenreservat im Norden. Finanziert wird das alles durch Fördermittel des Bundes und soll bis 2017 laufen. Deshalb wird am Donnerstag schon einmal angefangen mit der Bürgerbeteiligung. Erste Ergebnisse aus der Befragung von 50 Mitarbeitern der Kreisverwaltung zum Thema Natur werden bereits präsentiert. Weitere Erkenntnisse könnten verschiedene Diskussionsrunden liefern, an denen die Gäste im Paul-Wunderlich-Haus im Anschluss an die Vorträge teilnehmen. So kamen auch Bastelkarton und Filzstifte zum Einsatz.

Mehr zum Projekt Landschaftsrahmenplan auf www.natürlich-barnim.de

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