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Schicksalsjahr für den Fanfarenzug

Bei vielen Veranstaltungen dabei: Höhepunkt im vorigen Jahr war für den Angermünder Fanfarenzug die Teilnahme am Festumzug zur 750-Jahr-Feier der Stadt Schwedt im September.
Bei vielen Veranstaltungen dabei: Höhepunkt im vorigen Jahr war für den Angermünder Fanfarenzug die Teilnahme am Festumzug zur 750-Jahr-Feier der Stadt Schwedt im September. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Kerstin Unger / 27.01.2016, 06:40 Uhr
Angermünde (MOZ) Der Angermünder Fanfarenzug 1976 gehört zu den ältesten und bekanntesten Musikformationen in der Region. In diesem Jahr begeht er seinen 40. Geburtstag. Es könnte ein Schicksalsjahr werden. Der Verein hat erneut mit personellen Problemen zu kämpfen.

"Schiefe Töne im Fanfarenzug" war ein Beitrag in der Märkischen Oderzeitung zum 30. Gründungstag des Ensembles vor zehn Jahren überschrieben. Damals klagte der Verein über Nachwuchssorgen bei den Musikern. Junge Leute, die hier von klein auf das Spiel auf der Fanfare oder der Trommel lernten, gingen zur Ausbildung fort. Zu wenige rückten nach.

Mit verschiedenen Ideen stabilisierte sich die Lage in den vergangenen Jahren, zum Beispiel durch die Kooperation mit dem Angermünder Bildungswerk und der Puschkinschule, die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft oder interessante Projekte. Vor fünf Jahren konnte sich der Verein wieder über steigende Mitgliederzahlen freuen.

Jetzt ist erneut großes Engagement vonnöten, denn im Fanfarenzug werden die Betreuer knapp. "Unser Vereinsvorsitzender Michael Kühl fällt durch längere Krankheit aus", sagt die musikalische Leiterin Silvia Schmill. Sie versucht mit anderen Mitgliedern, den Verein beisammen und am Laufen zu halten. "Wir bekommen Unterstützung von einer Mutti, die früher auch mal im Fanfarenzug gespielt hat. Wir wollen unserem Anspruch weiter gerecht werden, den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zum Musizieren zu bieten und Veranstaltungen musikalisch zu umrahmen", so Silvia Schmill.

Sie ist übrigens das einzige verbliebene Gründungsmitglied des Fanfarenzuges. Michael Kühl ist seit 39 Jahren dabei.

Einstige Kinder und Jugendliche sind mittlerweile zu Stützen des Vereins herangewachsen und übernehmen Aufgaben wie Sandy Reetz, Sven Polzin oder Gerlind Mittelstädt. Viele Eltern stärken Kindern den Rücken für ihr musikalisches Hobby. So ist es möglich, übers Jahr verschiedene Auftritte in der Stadt, der Uckermark und überregional zu absolvieren und den Mitgliedern ein interessantes Vereinsleben zu verschaffen, um sie zu motivieren.

Höhepunkte im vorigen Jahr waren die Teilnahme an der 750-Jahr-Feier der Stadt Schwedt und zwei Probenlager im Projekt "Kinder entdecken die Musik der Uckermark" in Groß Pinnow. "Dort finden wir gute Probenmöglichkeiten für unsere 30 Kinder vor. Unterbringung und Versorgung sind prima. Wir stoßen hier auf offene Herzen für unsere Arbeit", freut sich Silvia Schmill. Das Projekt läuft weiter.

Ermöglicht wird es durch eine finanzielle Förderung. Mitmachen können auch Mädchen und Jungen, die nicht Vereinsmitglied sind. Rund 15 Auftritte von Kita-Umzügen bis zum Blasmusikfest in Angermünde und einem Gastspiel in Rüdnitz. Zum Jahresausklang leistete der Verein sich von dem erspielten Geld eine Weihnachtsfeier im Café Kobi.

Das Programm für dieses Jahr ist gerade im Entstehen. Im zweiten Schulhalbjahr soll die Arbeitsgemeinschaft an der Puschkinschule wieder aktiviert werden. Dazu sind auch Interessenten aus der Grundschule "Gustav Bruhn" herzlich willkommen. Die Teilnahme am Lampionumzug am Vorabend des 1. Mai in Angermünde, am Halloweenumzug der Kita in Schmargendorf und an Probenlagern stehen schon fest. Über die musikalische Umrahmung von Dorffesten laufen derzeit Absprachen. Mit zwei Gruppen will sich der Fanfarenzug auch in diesem Jahr wieder beim Angermünder Stadtfest präsentieren, mit der Percussiontruppe und den Fanfarenspielern. Dafür wurden im Probenlager zwei neue Titel einstudiert, verrät die musikalische Leiterin.

Proben finden nach wie vor dienstags von 17 bis 18.30 Uhr und donnerstags von 17.30 bis 19 Uhr im Probenraum in der Puschkinschule und in der Altstadthalle statt, die zwischendurch auch für sportliche Aktivitäten genutzt werden kann.

Der Höhepunkt wird der 40. Geburtstag des Fanfarenzuges sein, der 1976 mit Hilfe von Fritz Stegemann an der Puschkinschule gegründet wurde und aus dem 1990 der Verein in seiner jetzigen Form hervorging. "Wir werden viel Kraft investieren müssen und freuen uns über jede weitere Unterstützung", sagt Silvia Schmill. Eine Vereinsfahrt soll es dennoch auch in diesem Jahr geben.

Wohin es geht, steht noch nicht fest. Nur, dass es vorher ein Jubiläumskonzert im oder am Kloster geben wird als Dankeschön an alle, die den Fanfarenzug auf seinem Weg begleitet haben, ob als Musiker oder als Zuhörer.

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