Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Der Geschäftsführer begründet die Vertragsauflösung mit unterschiedlichen Vorstellungen.

Oliver Spatz muss das Kleist Forum verlassen

Verlässt Frankfurt: Oliver Spatz
Verlässt Frankfurt: Oliver Spatz © Foto: Winfried Mausolf
Frauke Adesiyan / 29.01.2016, 05:36 Uhr - Aktualisiert 29.01.2016, 18:11
Frankfurt (Oder) (MOZ) Oliver Spatz wird nach sechs Monaten das Kleist Forum wieder verlassen. Darüber informierte Stefan Voss, Geschäftsführer der Messe und Veranstaltungs GmbH, am Mittwochabend den Aufsichtsrat der städtischen Gesellschaft. Demnach wird der Vertrag nach sechs Monaten Probezeit beendet. Ab sofort ist Spatz freigestellt und nicht mehr im Haus tätig.

Diese Entscheidung bestätigte Voss am Donnerstagnachmittag in einer schriftlichen Erklärung. Demnach habe die finanzielle und personelle Situation der Messe und Veranstaltungs GmbH nicht mit den Vorhaben von Oliver Spatz zusammengepasst. Weiter schreibt Voss: "Seine künstlerischen Impulse und Ideen schätze ich sehr, vor allem auch seine Bemühungen, sich mit den verschiedensten Institutionen in der Stadt und in der Region zu vernetzen."

Dem Vernehmen nach hatte es Bemühungen gegeben, den Vertrag nicht aufzulösen, sondern als Zwischenlösung die Probezeit zu verlängern. Diese Variante ist aber nicht zustande gekommen. Spatz selbst war vor wenigen Tagen, als die Einladungen zu der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung schon verschickt waren, noch davon ausgegangen, auch künftig die künstlerische Ausrichtung des Hauses mit zu bestimmen. Am Donnerstag zeigte er sich über die Entscheidung überrascht und wollte sie über die Sätze des Geschäftsführers hinaus nicht kommentieren.

Auch Kulturdezernent Markus Derling wollte sich am Donnerstag nicht äußern. Stadtsprecher Martin Lebrenz ließ mitteilen: "Das ist eine interne Angelegenheit der MuV und wir sehen keine Veranlassung, uns dazu zu äußern." Anders Kulturpolitiker der Stadt, die sich durchweg positiv über Spatz äußerten. "Ich bedaure, dass mit Oliver Spatz jemand weggeht, der sich so sehr für die Stadt engagiert hat", sagte Michael Möckel, CDU-Stadtverordneter und Vorsitzender des Kulturausschusses. Er respektiere die Entscheidung des Geschäftsführers, die er in der Aufsichtsratssitzung gehört habe. Allerdings habe er den Eindruck, dass Spatz "in der Außenwirkung genau das macht, was wir erwartet haben".

Ähnlich beurteilte René Wilke (Linke) die Leistung von Oliver Spatz. "Er hat das Haus neu geöffnet und unsere Erwartungen erfüllt", sagte Wilke, der auch Mitglied im Aufsichtsrat der Muv ist, am Mittwoch aber nicht anwesend war. Wilke befürchtet, dass die Suche nach einem neuen künstlerischen Leiter schwer wird. Spatz' Vorgängerin Petra Paschinger hatte nach fünf Jahren eine Vertragsverlängerung ausgeschlagen. Vor ihr hatte Arnold Bischinger nach neun Jahren gekündigt.

Als Übergangslösung wird Florian Vogel die Aufgaben der künstlerischen Leitung übernehmen. Der Dramaturg hatte mit Oliver Spatz im September seinen Dienst angetreten. Er wird nun an dem Spielplan arbeiten, während die Diskussionen um eine neue Kulturentwicklungsplanung und Kürzungen in der Kultur laufen.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG