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Hohe Haftstrafe nach sexuellen Übergriffen auf einen behinderten Jungen

Entführt und missbraucht

Der wegen Missbrauchs Angeklagte, Thomas W. (r), sitzt am 29.01.2016 mit seinem Verteidiger Wolfram Beck in einem Verhandlungssaal des Landgerichts Cottbus (Brandenburg).
Der wegen Missbrauchs Angeklagte, Thomas W. (r), sitzt am 29.01.2016 mit seinem Verteidiger Wolfram Beck in einem Verhandlungssaal des Landgerichts Cottbus (Brandenburg). © Foto: dpa
Harriet Stürmer / 30.01.2016, 11:30 Uhr - Aktualisiert 30.01.2016, 21:01
Cottbus (MOZ) Als der geistig behinderte Justin im Sommer 2014 spurlos aus der elterlichen Wohnung in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) verschwand, startete die Polizei eine groß angelegte Suchaktion, die lange vergeblich blieb. Erst vier Wochen später hatte das Bangen ein Ende. Die Polizei fand den Jungen in der Wohnung eines Mannes aus der Nachbarschaft - allerdings nicht unversehrt. Der 14-Jährige war von seinem Entführer täglich sexuell missbraucht worden.

Am Freitag wurde vor dem Landgericht Cottbus das Urteil gegen den Mann verkündet. Der 54-Jährige muss für sieben Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Die Richter sind überzeugt davon, dass er sich in insgesamt rund 80 Fällen an dem Jungen verging.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe zu Prozessbeginn im Oktober teilweise eingeräumt. Er berichtete, dass er Justin Mitte 2013 über dessen Bruder kennengelernt hat. Der Bruder sei mit seiner Tochter befreundet gewesen und habe Justin bei Besuchen regelmäßig mitgebracht. Später sei der Junge auch allein zum Computerspielen gekommen. Schon zu dieser Zeit hatten immer wieder sexuelle Übergriffe stattgefunden, die zunächst im Verborgenen blieben. Schließlich versteckte der Mann den Jungen in seiner Wohnung.

Das Urteil berücksichtigt auch den Missbrauch eines früheren Pflegesohnes des 54-Jährigen. Er war in rund 25 Fällen zum Opfer des Lübbenauers geworden. Der junge Mann hatte ebenso wie Justin im Prozess ausgesagt. Der Angeklagte hatte dessen Vorwürfe bestritten. Aber der Vorsitzende Richter machte zur Urteilsverkündung deutlich: "Wir haben den Zeugen geglaubt."

Der frühere Pflegesohn hatte den Ermittlern während der Suche nach dem verschwundenen Justin den entscheidenden Hinweis gegeben. Er berichtete von einem Versteck hinter einem Wandschrank im Schlafzimmer des Taxifahrers. Zuvor hatte die Polizei dessen Wohnung zwei Mal vergeblich durchsucht.

Noch immer sei Justin in therapeutischer Behandlung, um das Erlebte verarbeiten zu können, berichtete die Mutter des geistig Behinderten nach dem Urteil. Sie sei froh, dass der Prozess zu Ende ist. "Jetzt können wir abschließen und ein neues Leben beginnen."

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Missbrauchen Thomas W . Suchaktion Wolfram Beck Entführen

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