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Satire mit einem Hauch von Heinz Erhardt

Thomas Gsella (v.r.) kam auf Einladung der Partei Die PARTEI. Sein Programm sorgte beim Publikum für Lacher.
Thomas Gsella (v.r.) kam auf Einladung der Partei Die PARTEI. Sein Programm sorgte beim Publikum für Lacher. © Foto: MOZ/Jahnke
Ute Jahnke / 05.02.2016, 19:30 Uhr
Falkensee (MOZ) Erneut Satireabend im Falkenseer "schrääg'rüber": Diesmal trug der Satiriker, Dichter und Ex-"Titanic"-Chefredakteur Thomas Gsella lustig-skurrile Erzählungen und Gedichte vor. Letztere erinnerten teilweise an die Leichtigkeit von Heinz Erhardt. Das eine oder andere Mal driftete er aber auch ins Derbe ab. Das Publikum belohnte ihn stets mit viel Gelächter und Applaus.

Bei seinem Buch "Der kleine Berufsberater" (Eichborn-Verlag) fasste er zusammen: "Der Lehrer geht um sieben raus und ruft vier Stunden: "Leiser!' Kurz nach eins ist er zuhaus' - nicht ärmer, aber heiser." Über den Maurer sinnierte er: "Er pfeift den Damen hinterher die blütenzart'sten Weisen. Er pfeift pro Schicht drei Kästen leer. Lasst uns den Maurer preisen!"

Da Repräsentativ-Umfragen im Trend liegen, nahm er auch dieses Thema auf die Schippe. Über Menschen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, hieß es: "Sie kommen im Schnitt vier Stunden zu spät, müssen viel weniger Arbeiten, werden viel häufiger gefeuert und können dann viel häufiger ausschlafen als ihre bekloppten Kollegen." Es ging aber auch makabrer: "Die weitaus meisten Hamburger möchten lieber von einem seelisch gesunden und optimistisch-freundlichen Serienkiller umgebracht werden als von einem psychisch kranken. Etwa drei Prozent wollen lieber gar nicht umgebracht werden."

Gsella erzählte auch von einer amerikanischen Wissenschaftlerin, die davon überzeugt sei, dass Berggorillas wie Menschen häkeln und stricken könnten, "wenn sie nicht so super-plumpe Finger und Gehirne hätten."

Nach dreißig Jahren des Zusammenlebens mit einem zwölfköpfigen Rudel sei sie "total entnervt abgereist" und habe geschimpft: "Die hatten tonnenweise Stricknadeln, Wolle und Garn. Und was kam über all die Jahre heraus? Drei eierige Unterleg-Deckchen! Und bei Tupper-Partys gingen praktisch nie mehr als sieben Dollar über den Tisch."

Angesichts der 40 Besucher sprach der designierte Landrats-Kandidat der "PARTEI", Lars Krause, von der "bisher am besten besuchten Veranstaltung der Vorlesungsreihe". Diesen Trend will er am 26. Februar mit Gerhard Henschel im "schrääg" fortsetzen, bevor Leo Fischer am 9. April im "Kronprinzen" seinen krankheitsbedingt ausgefallenen Auftritt nachgeholt. Infos unter www.thomasgsella.de.

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