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Vertreter von Ver.di und Landkreis sprechen über vermeintliche Missstände in der Notrufzentrale

Zwölf-Stunden-Schicht bleibt Streitthema

Über die Schulter geschaut: War die Ver.di-Kritik an den Arbeitsbedingungen falscher Alarm oder berechtigt?
Über die Schulter geschaut: War die Ver.di-Kritik an den Arbeitsbedingungen falscher Alarm oder berechtigt? © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Anna Fastabend / 09.02.2016, 20:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Zwischen der

Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di und den Personalverantwortlichen der Integrierten Regionalleitstelle (IRLS) Nord-Ost hat kürzlich ein erstes klärendes Gespräch stattgefunden. Dabei kamen die Vorwürfe zur Sprache, die Ver.di Anfang des Jahres gegen den Landkreis Barnim als Träger der Notrufzentrale erhoben hatte.

Laut Ver.di sollen vor Ort die Arbeitsbedingungen in vielen Punkten unzureichend sein. Der Landkreis widersprach, räumte aber an einigen Stellen Nachbesserungsbedarf ein. Außerdem wurde betont, dass die dünne Personaldecke auch mit zu wenig geeignetem Personal auf dem Arbeitsmarkt zu tun habe. Der Großteil der Beschäftigen beklagte in einem offenen Brief zwar einzelne Mängel, stellte sich im Großen und Ganzen jedoch hinter ihre Vorgesetzten.

Von Ver.dis Seite reisten der Landesfachgruppenleiter der Feuerwehr Dieter Korte sowie der Landesfachgruppenvorsitzende Hagen Quehl zu dem Gespräch an. Die beiden Gewerkschafter unterhielten sich mit Rechtsdezernent Matthias Tacke und dem Personalamtsleiter Günter March. Beide Seiten betonen, dass die Unterredung produktiv gewesen sei. "In der Zusammenfassung lässt sich sagen, dass es einen konstruktiven Austausch gab, bei dem beide Seiten noch einmal ihre konkreten Standpunkte deutlich gemacht haben", ließ der Landkreis durch Pressesprecher Oliver Köhler kurz und knapp mitteilen. Die Kritikpunkte würden, so Köhler weiter, unter Einbeziehung der Beteiligten abgearbeitet. Mit Ver.di bliebe man im Gespräch.

Auch Gewerkschafter Dieter Korte hat die Unterhaltung als friedlich und offen erlebt. "Auch, wenn wir uns nicht in allen Punkten einig waren", so Korte. Ein Streitpunkt sei immer noch die Zwölf-Stunden-Schicht der Lagedienstführer, die aus seiner Sicht so gesetzlich unzulässig ist. Zu der Dienstvereinbarung "Arbeitszeit" seien aber - so Korte - Gespräche zwischen Personalrat und Arbeitgeber geplant. Eine mit dem Personalrat abgestimmte Vereinbarung zum Thema "Reinhören" und damit zum Datenschutz erachte der Kreis anders als Ver.di aber für nicht notwendig.

Bezüglich des Personalmangels tue sich etwas, so Korte. Nach seiner Kenntnis sei für die ausgeschriebene Stelle des stellvertretenden Leiters der Notrufzentrale nun ein Nachfolger gefunden worden. Außerdem habe der Kreis ein externes Gutachten in Auftrag gegeben, das überprüfen soll, ob die Zentrale mit ausreichend Personal besetzt ist. Ob der Kreis dabei die von Ver. di angebotene Beratung bei der Erstellung des Gutachtens in Anspruch nimmt, sei vorerst offen, berichtet der Landesfachgruppenleiter der Feuerwehr. Zudem habe der Personalrat das Landesamt für Arbeitsschutz eingeschaltet, so Korte. Die Behörde führt momentan Gespräche mit den Arbeitnehmern und dem Arbeitgeber. Sie möchte so erfahren, ob für die physische und psychische Gesundheit der Beschäftigten ausreichend gesorgt wird.

"Wir beobachten nun, ob sich die Situation bald verbessert", so Korte. Heute findet die Personalversammlung des Kreises statt, bei der das Thema sicherlich zur Sprache kommt.

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Wolfgang Hebold 09.02.2016 - 20:14:15

War das externe Gutachten überhaupt notwendig?

Womöglich liegt dort der Verdacht der Vorteilsgewährung vor.

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