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Jörg Matthes gewinnt Stichwahl

Kerstin Falke, Vorsitzende des Amtsausschusses Britz-Chorin-Oderberg, gratuliert dem designierten Amtsdirektor Jörg Matthes.
Kerstin Falke, Vorsitzende des Amtsausschusses Britz-Chorin-Oderberg, gratuliert dem designierten Amtsdirektor Jörg Matthes. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 13.02.2016, 08:00 Uhr - Aktualisiert 19.02.2016, 15:26
Britz (MOZ) Jörg Matthes ist am Donnerstagabend zum neuen Amtsdirektor von Britz-Chorin-Oderberg gekürt worden. Der Wandlitzer setzte sich im Stechen gegen Maik Berendt, den Mitbewerber aus Ahrensfelde, durch. Am 1. April will Matthes den Dienst in Britz antreten.

So zäh das Verfahren, so zackig die eigentliche Wahl. Nach bereits 30 Minuten stand - trotz zweier Wahlgänge - das Ergebnis fest: Der designierte Amtsdirektor heißt Jörg Matthes (SPD). Der 48-jährige Wandlitzer konnte im Duell gegen Maik Berendt (CDU) acht Stimmen auf sich vereinen, der Ahrensfelder Mitbewerber kam auf fünf. Damit fiel das Ergebnis relativ deutlich aus.

Jörg Matthes ist am Donnerstagabend zum neuen Amtsdirektor von Britz-Chorin-Oderberg gekürt worden. Der Wandlitzer setzte sich im Stechen gegen Maik Berendt, den Mitbewerber aus Ahrensfelde, durch. Zuvor musste schon Gundula Kays die Segel streichen. Am 1. April will Matthes den Dienst in Britz antreten.
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"Ich bin überwältigt. Und bedanke mich für das Vertrauen", freute sich der Wandlitzer. "Auf gute Zusammenarbeit. Ich stehe an Ihrer Seite", rief er den Mitgliedern des Amtsausschusses sowie den Mitarbeitern der Verwaltung zu. Zu den ersten Gratulanten gehörten Amtsausschussvorsitzende Kerstin Falke sowie die beiden Mitbewerber Maik Berendt und Gundula Kays (parteilos) aus Lunow. Das Trio Matthes, Berendt, Kays hatte sich im Rahmen einer Bestenauslese (aus dem Feld von ursprünglich 27 Bewerbern) fürs Finale qualifiziert.

Im ersten Durchlauf gab es zwischen Matthes und Berendt noch ein Remis. Beide holten jeweils fünf Stimmen. Für Kays votierten drei Mitglieder. Damit war eine Stichwahl nötig. Solveig Spann von der Amtsverwaltung war auf alle Wechselfälle und Eventualitäten eingestellt, hatte die Wahlzettel für die verschiedenen Konstellationen vorbereitet. So dass die Mitglieder des Amtsausschusses sogleich zum zweiten Urnengang schreiten konnten.

Während die kommunalen Vertreter in der Wahlkabine verschwanden, um ihr Kreuz zu setzen, frotzelte Protokollant Jörg Schellhase: "Im Zweifel nehmen wir eine Doppelspitze." Und Kämmerin Astrid Gohlke, die kommissarisch die Geschäfte führt, fügte hinzu: "Arbeit ist jedenfalls genug da." Am Ende aber gab es - zur Überraschung mancher Beobachter - doch einen recht klaren Gewinner.

Vor der Abstimmung hatten sich die drei Kandidaten öffentlich den Mitarbeitern des Rathauses sowie den Bürgern vorgestellt. Die Präsentation offenbarte Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede. Etwa im Auftreten, im Charisma, ebenso wie in der Herangehensweise. Mitunter waren es nur Nuancen, Zwischentöne, mitunter klare Ansagen. Jörg Matthes jedenfalls hatte schon mal deutlich gemacht, worauf sich die Kollegen im Rathaus einstellen dürfen. "Die Verwaltung macht auf mich einen motivierten Eindruck", hatte er erklärt. Um sogleich unmissverständlich hinzuzufügen: "Aber es gibt hier und da fachliche Defizite. Und es scheint zu haken. Die Fachdienste arbeiten nicht optimal zusammen. Vor allem gibt es derzeit ein Machtvakuum. Was zu suboptimalen Ergebnissen führt." Dies gelte es zu verändern, redete Matthes Tacheles. Die Strukturen seien zu überarbeiten, die Organisation anzupassen. Den Stellenplan bezeichnete Matthes als "historisch", die Stellenbeschreibungen als unaktuell. Deutliche Worte. Möglicherweise gaben genau diese Ansagen und die direkte, stringente Art den Ausschlag bei der Wahl, war hinter den Kulissen zu hören. Selbstbewusst hatte der 48-Jährige, der zurzeit noch als Fachbereichsleiter und stellvertretender Bürgermeister in der Gemeinde Mühlenbecker Land (Oberhavel) arbeitet, sein Credo mit drei Versprechen bzw. Ansprüchen beschrieben: Exzellenz, Effizienz und Gemeinsamkeit. Nach der Wahl erklärte Matthes auf Anfrage, dass er sich durchaus Chancen ausgerechnet hatte. Er fühlte sich gut vorbereitet. Gleichwohl sei natürlich das Abstimmungsverhalten schwer kalkulierbar. Umso mehr freue er sich nunmehr auf die "professionelle Herausforderung" und die neue Aufgabe.

Laut Falke, Bürgermeisterin von Hohenfinow, soll die Ernennung Matthes' zum neuen Amtsdirektor auf der nächsten ordentlichen Sitzung am 3. März erfolgen. Vorausgesetzt, es gibt keine Einsprüche gegen die Wahl und keine Konkurrenzklagen.

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Heribert Mayer 13.02.2016 - 17:50:24

Mehr als schwarz und weiß

Herr Matthes präsentierte sich mit Feldwebelgebaren und vermeintlichem Insider-Wissen über die katastrophalen Zustände in der Amtsverwaltung. Die Realität wird ihn schnell einholen und einmal mehr zeigen, dass die unreflektierte Wiedergabe der "Wahrheiten" einer Fraktion (hier: der Oderberger + Finowgemeinden) zu kurz greift. Zu seiner Wahl schloss sich also wieder die Interessengemeinschaft zusammen, die schon die Gärtnerin Falke zur Amtsausschussvorsitzenden machte. Matthes will u. a. wieder mal eine kostenintensive Verwaltungsaußenstelle in Oderberg einrichten, genau das Richtige für marode Haushalte wie die von Liepe und Oderberg. Mit der Taschengeld-Kämmerin möchte er Kalkulationen erstellen... zweifelsohne sein ambitioniertestes Vorhaben. Die Erkenntnis, dass bei den Britz-Choriner Kommunen andere Wahrheiten, Interessen und Prioritäten existieren, wird dem Marathonläufer den ersten Hungerast bringen. Der nächste Schlag wird ihn treffen, wenn er merkt, dass die Verwaltungsmitarbeiter gar nicht so blöd sind und die Verwaltungsstruktur nicht so ineffizient ist, wie es seine Informanten glauben machen wollen. Schnell wird der passionierte Parsteinsee-Camper zwischen die drei Mühlen Britz-Chorin, Oderberg und Verwaltung geraten. Ob er dort bestehen kann? Wer gesehen hat, wie er sich nach der Wahl erschrocken hinter seinem Blumenstrauß versteckte, darf berechtigt zweifeln.

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