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Grünen-Landtagsabgeordneter macht sich ein Bild von Haltestellen zwischen Storkow und Grunow

Von wegen nur Bahnhof

Am Oegelner Bahnhof: Die Ortsvorsteher Bernd Medejzyk und Tobias Bock mit Michael Jungclaus (v.l.)
Am Oegelner Bahnhof: Die Ortsvorsteher Bernd Medejzyk und Tobias Bock mit Michael Jungclaus (v.l.) © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Annika Bischof / 15.02.2016, 07:00 Uhr
Oegeln (MOZ) Der erste Stopp auf seiner Bahnhofstour führt Michael Jungclaus am Freitag nach Hubertushöhe. Der verkehrspolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag bereist bis zur Sommerpause in diesem Jahr rund 80 Bahnstationen in Brandenburg, um sich ein Bild von jenen Bahnhöfen zu machen, die täglich die wenigsten Fahrgäste im Landesvergleich haben. "Wir sprechen hier von Bahnhöfen der Kategorie D, an denen weniger als 50 Personen am Tag ein- und aussteigen", erklärt der Abgeordnete.

Dazu gehören im Raum Beeskow Stationen wie Hubertushöhe, Oegeln, Schneeberg und Grunow. Im Gespräch mit Ortsvorstehern und lokalen Akteuren versucht sich Jungclaus, ein Bild von der Bedeutung dieser Haltestellen für die Bürger im ländlichen Raum zu machen. "Nicht allein die Zahlen sollen darüber entscheiden, ob diese Bahnhöfe weiterhin erhalten werden können", sagt der Politiker im Dialog mit den Ortsvorstehern Bernd Medejzyk aus Oegeln und Tobias Bock aus Schneeberg.

Ihm sei es wichtig, noch vor der nächsten Haushaltsdebatte für das Jahr 2017 im Landtag im Herbst dieses Jahres, einen Überblick zu bekommen, was die örtlichen Gegebenheiten der so wenig frequentierten Haltestellen ist. Allein das Argument, dass es zu wenige Fahrgäste sind, überzeugt ihn nicht. "Vielmehr geht es auch darum, zu sehen, warum nicht noch mehr mit der Bahn fahren", macht Michael Jungclaus deutlich. Dabei begrüßt er, dass Züge zumindest im Stundentakt an den Bedarfshalten der Niederbarnimer Eisenbahn halten, dennoch sieht er Verbesserungsbedarf. "Der Wunsch wurde geäußert, dass die Strecke bis nach Berlin-Ostkreuz hineinführt", erzählt der Grünen-Politiker. Auch Verbesserungen für Parkmöglichkeiten, Fahrradmitnahme und Kundenservice wurden als Kriterien genannt. "Teils kann man beim Ticketkauf eher von Rückschritt als von Fortschritt sprechen", argumentiert Tobias Bock und meint unter anderem fehlende Automaten. Bernd Medejzyk begrüßt hingegen die Entwicklungen für einen Radweg, der seinen Ort mit dem Oegelner Bahnhof, der in Beeskow liegt, künftig verbinden wird. "Das ist aus touristischer Sicht interessant", betont er. Mitunter könnten so auch mehr Fahrradfahrer über den bislang eher wenig genutzten Bahnhof vor allem an Wochenenden bis ins Schlaubetal gelockt werden. Michael Jungclaus will diese Argumente in der Debatte um Regionalisierungsmittel mit einfließen lassen.

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Benno Koch 15.02.2016 - 13:32:13

So wird das nichts

Die Regionalbahnlinie RB36 hat alle Probleme dieser Welt. Der Haltepunkt Oegeln gehört nicht dazu. Was ich mir in dem Gespräch gewünscht hätte, wären ein paar harte Fakten. Der Haltepunkt Oegeln liegt 1,6 Kilometer vom Bahnhof Beeskow entfernt. Mit dem Fahrrad sind das fünf Minuten, die Bahn braucht drei Minuten. Um dann den Triebwagen in Beeskow erstmal acht Minuten warten zu lassen. So wird das nichts. Das Grundproblem der RB36 sind weiterhin die vielen Standzeiten: Alleine aus der Richtung KW-Oegeln sind es an den Bahnhöfen Storkow (Mark) und Beeskow zusammen 19 Minuten - immerhin ein Viertel der Gesamt"fahr"zeit. Natürlich kann man mit Touristen die RB36 füllen - wir haben es am Samstag mit der RB36 nach Grunow gemacht: http://fotos.benno-koch.de/v/Gefuehrte_Radtouren/Eintagesradtouren/Benno_Koch/Schlaubetal/ Aber überleben kann eine Bahnlinie nur, wenn sich die Menschen vor Ort für die Bahn interessieren. Am Bahnhof Grunow habe ich schon lange keine anderen Aus- oder Zusteiger gesehen, außer den Fahrradtouristen die ich regelmäßig dorthin bringe. Im Tourismuskonzept der Region spielen die Bahnhöfe keine Rolle - zumindest keine, die das Ausflugsverhallten, das wirklich Machbare und die Zeitbudgets der Zielgruppe kennt. Und dann ist da leider auch die Stadt Beeskow und die Märkische Oderzeitung, die zum Beispiel lieber einen extra einen extrem teuren "Bäderbus" bezahlen und bewerben, als die vorhandenen Bahnlinien in das Konzept einzubauen. Zum Beispiel nicht mit Einzelveranstaltungen, sondern sinnvollen Kombitickets für Bahn, Bus, Sauna und Therme, die ganzjährig gelten. Auch wenn es manchmal nicht so scheint: Die stündlich verkehrende Bahn oder der normale Bus sind dann immer schneller und billiger als der einmalige Sonderverkehr mit Bussen außerhalb des VBB.

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