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Verwaltung kontrolliert Trinkwasser der städtischen Einrichtungen regelmäßig auf Keimbefall

Sorglos Zähne putzen

Mit vollem Einsatz: In der Kita Villa Kunterbunt putzen sich die Kinder, vorn Larsson (4), gerade die Zähne. An sich kann das Leitungswasser in Eberswalde bedenkenlos verwendet werden.
Mit vollem Einsatz: In der Kita Villa Kunterbunt putzen sich die Kinder, vorn Larsson (4), gerade die Zähne. An sich kann das Leitungswasser in Eberswalde bedenkenlos verwendet werden. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Anna Fastabend / 16.02.2016, 20:20 Uhr
Eberswalde (MOZ) Es gibt fast nichts, das so gründlich kontrolliert wird wie Trinkwasser. Gesetze auf europäischer und deutscher Ebene sollen seine Qualität sicherstellen. Seit 2012 sind Kommunen, Betriebe und Vermieter verpflichtet, ihre Anlagen regelmäßig auf den Befall von Keimen zu kontrollieren.

Kitakinder putzen sich die Zähne. Durstige Verwaltungsmitarbeiter füllen ihr Glas mit Leitungswasser. Zoopfleger springen nach getaner Arbeit unter die warme Dusche. Sie alle handeln unbesorgt. Machen sich keine Gedanken darüber, ob das Wasser gesundheitlich unbedenklich ist. Diverse Krankheitserreger können sich jedoch rasend schnell verbreiten.

In Deutschland hat das Wasser in weiten Teilen eine gute bis sehr gute Qualität. Laut dem Verbraucherschutzministerium entspricht das Brandenburger Wasser den Grundsätzen der Weltgesundheitsorganisation, der europäischen Trinkwasserrichtlinie und einer entsprechenden deutschen Verordnung. Es sei - so das Ministerium - genusstauglich, rein, geschmacksneutral und frei von Krankheitserregern. In Brandenburg wird das meiste Trinkwasser aus Grundwasser gewonnen.

Eberswalde ist für die Wasserqualität der insgesamt 63 städtischen Einrichtungen verantwortlich. Vom Rathaus über Sportstätten bis zu Kitas - das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft veranlasst seit 2012 regelmäßig Untersuchungen. Dazu hat es für rund 10 000 Euro Ventile einbauen lassen, mit deren Hilfe die Proben entnommen werden. Dies erfolgt in regelmäßigen Abständen. Ein externes Labor prüft, ob die Proben mikrobiologisch oder chemisch verunreinigt sind.

Wasseranlagen sind besonders anfällig für zwei Arten von Krankheitserreger: Zum einen siedeln sich in Wasserleitungen gern Legionellen an, zum anderen coliforme Keime.

"Legionellen sind Bakterien, die unsere Atemwege befallen", erklärt Bert Bessel, Leiter des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft. Diese können die Legionärskrankheit auslösen. Eine Lungenerkrankung, die bei immunschwachen Menschen zum Tod führen kann. Wasserleitungen werden von den Bakterien deshalb so gern aufgesucht, weil diese sich an warmen und feuchten Orten besonders wohlfühlen. "Sie bevorzugen dieselbe Temperatur wie wir Menschen beim Duschen", so Bessel. Die Bakterien überleben zwischen 25 und 50 Grad. Problematisch sind insbesondere große Warmwasserspeicher, in denen wenig Frischwasser zufließt und damit wenig Bewegung herrscht. "Zu dicke Rohre sind ebenfalls ungünstig", sagt Bessel. "Wasser sucht sich den geringsten Widerstand und fließt mittig. Da keine Reibung an den Rändern entsteht, lagern sich dort Verunreinigungen ab."

Seitdem das Amt die städtischen Einrichtungen regelmäßig kontrolliert, wurden Legionellen 2013 in der Bruno-H.-Bürgel-Grundschule sowie 2015 in den Kitas Spielhaus, Zwergenland und Villa Kunterbunt festgestellt und beseitigt.

Auch coliforme Keime breiten sich in regelmäßigen Abständen in Trinkwassersystemen aus. Die Darmbakterien, zu denen auch die Salmonellen zählen, können neben Durchfall, zu Harnwegserkrankungen und Lungenentzündungen führen. Sie gelangen beispielsweise durch eine im Rohr liegende tote Maus oder durch verschmutzte Filter ins Trinkwasser. Daneben fühlen sich die Keime in lange stehendem Wasser wohl. 2014 wurden Darmbakterien im Trinkwasser im Haus Schwärzetal und im Club am Wald festgestellt. Im vergangenen Jahr in der Kita Zwergenland und im Jugendclub Stino.

Sobald die Verwaltung einen Keimbefall feststellt, ergreift sie Maßnahmen. Zuerst spricht sie ein Benutzungsverbot aus. Anschließend wird das Leitungsnetz desinfiziert. "Entweder spülen wir es mit Wasser aus, das über 70 Grad heiß ist. Oder wir töten die Bakterien auf chemischem Weg ab", berichtet Bert Bessel. Sind verschmutzte Filter die Ursache, würden diese gereinigt oder ausgetauscht.

Darüber hinaus ist das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft präventiv tätig. So würden tote Leitungsabschnitte rückgebaut und dünnere Rohre verbaut, vermeldet Bessel. Außerdem tausche die Stadt große zentrale Warmwasserspeicher Stück für Stück gegen dezentrale Durchlauferhitzer aus. Durch diese wird lediglich nur das frische, fließende Wasser erhitzt. Zudem würden sukzessive Armaturen eingebaut, die Leitungen automatisch durchspülen. Ein Tipp, den Bert Bessel Kita-Erzieherinnen in jedem Fall gibt: Zum Wochenstart sollte das Wasser eine Zeit lang laufen, bevor die Kinder ihre Zahnbürsten darunter halten.

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