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Jahrestagung der Karriere-Zentren: Wie viel Praxis brauchen Studenten?

„Studium geht nicht nebenbei“: Tagung der Karrierezentren.
„Studium geht nicht nebenbei“: Tagung der Karrierezentren. © Foto: Europa-Uni/Heide Fest
Dietrich Schröder / 18.02.2016, 18:58 Uhr - Aktualisiert 19.02.2016, 06:31
Frankfurt (Oder) (MOZ) Wie weit sollte ein gutes Studium an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes orientiert sein? Und wer achtet eigentlich an den Hochschulen darauf, dass Studenten nicht nur Wissen erwerben, sondern auch lernen, wie man seine Zeit organisiert, Konflikte bewältigt, sich Praktika organisiert und somit berufsfähig wird?

Das sind zwei von vielen Themen, über die seit Donnerstag auf der Jahrestagung der "Career Center" deutscher Hochschulen debattiert wird, die erstmals in Frankfurt(Oder) stattfindet. Diese "Karriere-Zentren" sind als wichtige Begleiter für das Studium an den Hochschulen nicht mehr wegzudenken, müssen vielerorts aber um ihre stabile Finanzierung und Anerkennung kämpfen.

Schon bei der Auftaktdebatte wurde deutlich, in welchem Zwiespalt Lehrende und Lernende stecken, wenn sie das richtige Maß an Praxisbezug finden wollen. "Bei einigen meiner Studenten muss ich den Druck sogar rausnehmen, weil sie schon zu viel arbeiten und das Studium für sie leider nur so nebenbei läuft", sagte die Betriebswirtschaftsprofessorin Jana Costas von der Viadrina. Viele Studierende hätten das Gefühl, nicht konkurrenzfähig zu sein.

"Passgenaue Ausbildung wird von den meisten Unternehmen aber gar nicht erwartet", hielt dem Matthias Winde vom Stifterverband für die Wissenschaft entgegen. "Doch für einen Kunststudenten wäre es gut, wenn es im Studium auch mal einen Schwerpunkt Kunstgeschichte und Versicherungswesen gebe", merkte er an. Viadrina-Präsident Alexander Wöll ergänzte dazu, dass tatsächlich viele geisteswissenschaftliche Absolventen heutzutage Jobs in der Wirtschaft bekämen, weil es auf solche verbindene Fähigkeiten ankomme.

Absolvent Oskar Barczewski berichtete, dass er seinen Job bei einem Berliner Start-Up-Unternehmen gar nicht gefunden hätte, wenn er nicht schon während des Studiums eine deutsch-polnische Start-Up-Konferenz organisiert hätte. Auch Kai Pascal Klimenko ist - obwohl erst im vierten Semester - in der studentischen Unternehmensberatung tätig. "Solche Aktivitäten sollten für das Studium angerechnet werden", forderten beide.

Weil es auf der Tagung auch um Internationalität geht, hatte die Leiterin des Career Centers der Viadrina, Susanne Orth, einen Ausflug an die Uni in Posen organisiert. "Dort sind Unternehmen noch enger mit der Uni verknüpft als bei uns", berichtete sie.

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