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Willkommensbrunch vereint rund 50 Menschen / Bedürfnisse und Angebote notiert

Fadi bietet an, Arabisch zu lehren

Bürgersaal Rehfelde: Fabian Brauns erklärt kurz den Sinn der Stelltafeln.
Bürgersaal Rehfelde: Fabian Brauns erklärt kurz den Sinn der Stelltafeln. © Foto: MOZ/Margrit Höfer
Margrit Höfer / 21.02.2016, 18:04 Uhr
Rehfelde (MOZ) Rund 50 Interessierte kamen am Sonnabend zum Willkommensbrunch. Ziel war es, die Bedürfnisse von Flüchtlingen und Angebote von Bürgern und Vereinen zusammenzubringen. Dies ist zu Teilen bereits gelungen.

Wer hilft bei Behördengängen? Mag jemand einen interkulturellen Garten gestalten? Wo gibt es Sportangebote? Hat jemand eine Lösung für WLAN? Welche Angebote gibt es für Kinder und Jugendliche und wer will sich in der Fahrradwerkstatt einbringen? - auf insgesamt elf Stelltafeln hatten die Mitstreiter des Jugendfördervereins Chance, vom internationalen Café und dem Bündnis für Flüchtlinge, die sich in Rehfelde dafür engagieren, den Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft Garzin/Garzau die Integration zu erleichtern, Ideen notiert. Und suchten nun nach Mitstreitern, wollten aber auch wissen, was die rund 170 Menschen aus 22 Nationen, die zwischen Rehfelde und Gladowshöhe leben, brauchen.

Fabian Brauns von Chance brauchte die Gekommenen nicht lange überreden, miteinander ins Gespräch zu kommen. Schon rasch hörte man von überall Stimmengemurmel, wurden Zettel ausgefüllt und an die Wände gepinnt.

Und da war dann u. a. zu lesen, dass Fadi anbietet, Arabisch zu lehren. Omar sucht eine Schule, in der er Deutsch lernen kann. Azat braucht eine Wohnung für eine Person und Abdo einen Fußballverein. Mayte bietet einen Yoga- und Tanzkurs, Janina würde gern jemandem das Klavier spielen beibringen, während Ari gern bereit ist, bei Bedarf Flüchtlinge bei Behördengängen zu begleiten.

Henrike hat ein Damenfahrrad und Justin von der Lise-Meitner-Schule bietet das gemeinsame Trommeln an, sucht aber gleichzeitig einen Ferienjob. Andere suchen Hilfe bei der Gartenarbeit oder möchten arabisch kochen lernen, jemand hat darauf hingewiesen, dass es am 5. März in Hennickendorf einen Berufsinformationstag gibt ...

Es ist ein Geben und Nehmen, doch immer wieder fällt auf, dass die Flüchtlinge um Deutschunterricht und Wohnungen bitten. "Wir freuen uns, dass wir vier Ehrenamtler haben, die montags bis donnerstags Deutsch und Musik in der Gemeinschaftsunterkunft anbieten", erzählt indessen Unterkunftsleiter Wolfgang Türke. Doch Suleiman Fissuh aus Eritrea erklärt das so: "Ich kann nicht mit den arabisch Sprechenden zusammen Unterricht machen". Biologielehrer sei er und gerade dabei, seine Unterlagen aus der Heimat herbeizuschaffen.

Für Ilman Abdulahi (18) aus Somalia übersetzt der 27-Jährige so gut er kann. Ob sie Freunde seien? Das verneinen beide. Yosf Alkhalil aus Syrien sehnt sich nach seiner Frau und seinen zwei Jungs, vier und fünf Jahre alt. Er spricht kein Wort Deutsch. Sein größter Wunsch: Eine Wohnung für seine Familie zu finden, um sie nachholen zu können. Beim Übersetzen hilft dem Mechaniker der Zahntechniker Amjad Jubeh. "Mein größter Wunsch ist es, nach Damaskus zurückzukehren", sagt der Mittzwanziger, der bei einer deutschen Familie lebt.

Doch damit ist er eher eine Ausnahme, weiß Wolfgang Türke. "Was den Bewohnern helfen würde wäre, wenn sie aus der Unterkunft herausgeholt werden, Deutsch lernen. Sprache ist die größte Chance der Integration", sagt er. Und verweist auf Grün-Weiß Rehfelde, wo bereits vier Fußballer integriert sind. Aber auch die im Vorjahr gespendeten rund 100 Fahrräder waren eine Riesenhilfe für die Bewohner. Gern werden weitere angenommen. "Bei uns leben 120 Männer. Für die bräuchten wir gut erhaltene Kleidung. Alles andere ist vorhanden", betont Türke. Und auch, dass seine Unterkunft für jedermann offen steht.

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