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Prof. Matthias Busch von der Uni Kaiserslautern wirbt bei internationaler Fachtagung im Schloss Trebnitz für verstärkte Kooperationen

Gute Chancen auf Fördergeld

Runde am Rande der Konferenz: Iwona Kowalzcyk (l.) und Prof. Matthias Busch (3.v.r.) diskutieren mit Teilnehmern.
Runde am Rande der Konferenz: Iwona Kowalzcyk (l.) und Prof. Matthias Busch (3.v.r.) diskutieren mit Teilnehmern. © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 22.02.2016, 06:48 Uhr
Trebnitz (MOZ) Konferenzen haftet stets der Hauch der Theorie an. Die zweitägige Fachkonferenz "Schulen grenzenlos vernetzten" im Schloss Trebnitz startete mit dem Anspruch, genau solche Erfahrungen aufzubrechen. Am Ende zeigten sich die deutschen und polnischen Teilnehmer zuversichtlich, dass die vielen Anregungen und Hinweise einiges bewirken werden. "Wir haben bisher noch keine direkten Verbindungen zu Schulen in Polen", so Vanessa Müller. Gemeinsam mit Birgit Töpfer war die Seelower Gymnasiastin nicht nur an beiden Tagen Zuhörende, sondern auch Fragende und Mitgestalterin. Beide wollen in der Schule über das Gehörte reden und eine Partnerschaft anschieben helfen.

"Es geht nicht darum, jede Woche deutsch-polnische Begegnungen anzusetzen", bilanziert Prof. Matthias Busch von der Uni Kaiserslautern. Er hat am Konzept von Trans-Limes (siehe Info-Kasten) mitgeschrieben, das unter dem Dach von Schloss Trebnitz umgesetzt wird. Darin geht es um direkte Schulpartnerschaften und die Nutzung der Potentiale im grenznahen Raum. "Schon im Unterricht lassen sich Schulen ohne großen Aufwand grenzenlos vernetzen", sagt Prof. Busch. Zum Beispiel, in dem Lehrer anstehende Themen auf die Grenzregion münzen, Umrechnungen nicht in Dollar, sondern in Zloty vollziehen, regionale Festen beiderseits der Oder beleuchten oder im Geschichtsunterricht die Nachbarregion einbeziehen.

Im außerschulischen Bereich gibt es bereits seit vielen Jahren Kontakte. Schloss Trebnitz ist bestes Beispiel. Jährlich treffen sich dort mehr als 2000 junge Menschen zum Austausch. Die direkte Schulpartnerschaft indes ist noch immer die Ausnahme. "Bei uns fühlen sich selbst Kitas schon am Ufer vergessen, wenn sie keine Partnerschaften in Deutschland haben", erklärt Iwona Kowalzcyk, Geschäftsführerin der Euroregion Pomerania. Fast täglich gingen Anfragen ein. Sie und auch Jaroslaw Brodowski vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW) in Warschau versichern, dass die momentane Eiszeit auf Regierungsebene bisher keinen Einfluss auf die Antragstellung für deutsch-polnische Begegnungen habe. Auch Antje Sember vom Bundesfamilienministerium betont, dass die Kontakte das Wertvollste im Miteinander in der Grenzregion sind. Und dass diese weiter gefördert werden.

Deutlich wird, dass es viele Möglichkeiten gibt, Mittel zu akquirieren. "A und O ist, dass es aktive Begegnungen zwischen Deutschen und Polen gibt", betont Jaroslaw Brodowski. Rund 3000 Anträge gebe es jedes Jahr beim DPJW und "fast alle werden bewilligt", macht er Mut.

Sowohl die Euroregionen, das DPJW, das zuständige Bundes- und auch das Landesministerium würden beratend helfen. "Für uns ist die Partnerschaft inzwischen selbstverständlich", sieht es Silvana Schneider, Leiterin der Seelower Kleeblattschule. 2004 gab es die ersten Projekte im Schloss Trebnitz, an denen ihre Schüler teilnahmen. Daraus entstand eine Schulpartnerschaft mit Kostrzyn und die erste deutsch-polnische Schülerfirma, die das Cafe zum Glück betreibt, gefördert durch das Bundesfamilienministerium. Die Kleeblatt-Schule sowie die Schule am Tornower See und die Dolgeliner Schule beteiligen sich am Translimes-Projekt, ebenso zwei Schulen aus Kostrzyn.

Der schönste Erfolg der Konferenz wäre, wenn es bis zum nächsten Treffen im November weitere Schulpartnerschaften gäbe, bilanziert Prof. Busch. Dies auch angesichts der Tatsache, dass es diesbezüglich in den neuen Bundesländern generell Nachholbedarf gibt, während Ostdeutschland in Fragen außerschulischen Begegnungen deutlich vor den alten Bundesländern läge..

Infos im Internet unter www.schloss-trebnitz.de

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