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Die Stadt ließ Bronzefiguren abbauen und einlagern. Hintergrund sind die vermehrten Diebstähle.

Stadt verbirgt Kunst vor Dieben

© Foto: Michael Benk
Frauke Adesiyan / 24.02.2016, 06:31 Uhr - Aktualisiert 24.02.2016, 16:02
Frankfurt (Oder) (MOZ) Frankfurts eigentlich reiche Landschaft an Kunst im öffentlichen Raum ist um drei Skulpturen ärmer. Am Montag ließ die Stadt drei prominente Bronzefiguren abbauen und einlagern. Hintergrund sind die vermehrten Diebstähle in den vergangenen Wochen. Entfernt wurde Werner Stötzers "Mädchenakt" aus dem Lennépark; ebenfalls eingelagert wurde die "Schwimmerin" von Fritz Cremer, die bisher am Oderufer stand, und das "Große Martyrium" von Wieland Förster, das seit 1995 an der Konzerthalle zu betrachten gewesen war.

"Wir bedauern diesen Schritt, sehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber keine andere Möglichkeit, besonders die kleineren Bronzeskulpturen im öffentlichen Raum unserer Stadt wirkungsvoll vor Vandalismus und Übergriffen zu schützen", begründete Oberbürgermeister Martin Wilke den Schritt. Bisher hatte die Stadtverwaltung nach Diebstählen immer argumentiert, man dürfe nicht kapitulieren und rein defensiv handeln.

Insgesamt gibt es im öffentlichen Frankfurter Raum 47 Bronzeskulpturen. Die drei nun entfernten galten aufgrund ihrer Größe und ihres Standortes als die gefährdetsten.

Ziel ist es nun laut Wilke, sie schnellstmöglich wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Während man über alternative Standorte nachdenkt, will man die Kunstwerke aber sicher wissen.

Anfang Februar war es zu verstärktem Vandalismus und Diebstählen gekommen. Entwendet wurde die Büste von Werner Seelenbinder aus dem Stadion sowie Wieland Försters "Penthesilea" aus dem Garten des Kleist Museums. Schon am 1. Februar war im Lennépark die "Junge Frau" von Wilfried Fitzenreiter mit brutaler Gewalt vom Sockel gestoßen worden - sie blieb allerdings liegen und wird derzeit repariert. Vermutet wird, dass es den Dieben um den Wert des Metalls geht. Sie gingen jeweils mit größter Kraftanstrengung vor, um die Bronzen aus ihren Verankerungen zu brechen.

Mit dem "Mädchenakt" aus dem Lennépark verschwindet eine Skulptur, die erst seit wenigen Jahren wieder zu sehen war. Es handelt sich dabei um einen Nachguss, der 2012 aufgestellt wurde. Das Original, das seit den 70er-Jahren im Lennépark gestanden hatte, war 1992 gestohlen worden.

Wie man perspektivisch mit Kunstwerken in der Stadt umgehen will, berät am Montag der Sicherheits- und Präventionsrat, der zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen wird.

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Roland Totzauer 24.02.2016 - 12:36:51

Anderer Umgang mit Kunst notwendig

Durch die merkwürdig verquaste Überschrift "Stadt verbirgt Kunst vor Dieben" hat die MOZ-Journalistin den Ernst, der sich aus der Frankfurter Grenzlage ergibt, noch immer nicht begriffen. Ihr Einleitungssatz macht dies deutlich. Ich meine: Frankfurt (Oder) ist nicht um die drei abmontierten und gesicherten Bronze-Kunstwerke ärmer, sondern um jene Kunstwerke, die in den letzten Jahren aufgrund ihrer ungesicherten öffentlichen Präsentation von Kriminellen gestohlen wurden. Diese Kunstwerke sind wahrscheinlich für immer verloren. Ich plädiere dafür, wertvolle Kunstwerke vor allem dort öffentlich zu präsentieren, wo eine soziale Kontrolle durch Besucherverkehr gegeben ist, z.B. in Einkaufscentern, im Kleistforum oder der Konzerthalle oder anderen frei und kostenlos öffentlich zugänglichen, aber bewachten Institutionen. Dort können Kunstwerrke wesentlich stärker von Frankfurtern und Gästen wahrgenommen werden.

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