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Roland Kant und Tino Buchholz machen neugierig auf das Spiel- und Sportfest der FSU

"Toben macht schlau"

Kerstin Bechly / 25.02.2016, 18:52 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Am Sonntag lädt die Frankfurter Sportunion 90 von 9 bis 13 Uhr zum 26. Großen Spiel- und Sportfest in die Brandenburghalle. Was Familien dort erwartet und warum dies der Auftakt in ein bewegungsreiches Jahr sein kann, darüber sprach Kerstin Bechly mit dem Präsidenten Roland Kant und Schatzwart Tino Buchholz.

Worauf können Kinder und ihre Eltern und Großeltern am Sonntag gespannt sein?

Tino Buchholz: Sie können sich an 20 verschiedenen Stationen ausprobieren. Das Bewegungsparcours wird genauso aufgebaut wie eine Kletterwand, ein Dreiertrampolin, das Ruderergometer und der elektronische/Laser-Schießstand. Viel Spaß haben Kinder bestimmt an der Ritterburg, in der sie sich verstecken, rutschen und klettern können.

Roland Kant: Weil wir ja wollen, dass groß und klein gemeinsam aktiv werden, kann man auch Tischtennis oder Badminton spielen. Torwandschießen ist möglich und Hau-den-Lukas in der Kinder- und in der Erwachsenenversion. Da können die Kleinen mal zeigen, ob sie vielleicht doch relativ stärker sind als Papa oder Mama.

Welche Unterstützer haben Sie an Ihrer Seite?

Kant: In der Vorbereitung bilden Tino Buchholz, Beate Saleschke und ich ein bewährtes Dreierteam. Am Sonntag betreuen dann 30 Helfer vom TuS Klingetal sowie weitere Vereine die Stationen. Getränke Ewald sorgt dafür, dass sich alle Besucher an der Frühstücks- und Mittagsbar stärken können.

Für das sportliche Vergnügen ist ein Eintritt von zwei Euro pro Person zu zahlen, Familien ab drei Personen bezahlen insgesamt fünf Euro. Trägt sich damit die Veranstaltung?

Kant: Nein, wir sind deshalb froh, dass uns die Sparkasse Oder-Spree, die Stadtwerke Frankfurt und der Stadtsportbund finanziell unterstützen. Denn einige große Geräte wie Kletterwand und Ritterburg mieten wir an. Die Hallenmiete ist zu zahlen. Bei den Helfern wollen wir uns mit einem kleinen Obolus bedanken.

Für Sie, Herr Kant, als Sportpsychologe, bedeutet dieses Spiel- und Sportfest, dass Familien nicht einfach nur Spaß an der Bewegung erfahren können und sollen. Was ist für Sie daran so bemerkenswert?

Kant: Natürlich sollen Familien einfach mal nur Spaß haben. Aber wenn man sich einmal eine Weile an das Bewegungsparcours stellt und Kinder beobachtet, sieht man, wie viel passiert: Wie ängstlich manche anfangs sind, wie der Mut zunimmt, etwas auszuprobieren und dann schon nach der dritten Runde kleine selbstbewusste Kinder die Station verlassen. Fast nebenbei wächst ihre Bewegungskompetenz und ihr Gefühl für Problemlösungen.

Bewegung gilt als adäquater, altersgerechter Erkenntnisgewinn für Kinder. Das klingt so einfach ...

Kant: ... wird aber in unserer visualisierten und digitalisierten Welt nicht mehr selbstverständlich umgesetzt. Dabei sind die Muskeln das größte Erkenntnisorgan des Menschen. Wer hantiert und sich bewegt, macht zugleich intellektuelle Erfahrungen. Dies bildet die Grundlage vor allem für die Entwicklung von Kleinkindern, ist aber auch die Basis für eine spätere gute Ausprägung abstrakter geistiger Fähigkeiten. Toben macht schlau, könnte man sagen. Das geht am besten gemeinsam, vor allem in der Familie.

Bewegung fördert die Gesundheit. Was kann ein Spiel- und Sportfest dafür bewirken?

Kant: Wir sollten uns ruhig bewusst machen, was die Evolution eingerichtet hat: dass gesund sein ein Normalzustand ist. Bewegung ist das Medium, das den Körper gesund erhält. Wird diese entzogen, tritt die Disregulation ein mit all ihren Folgen. Mit dem Spiel- und Sportfest wollen wir Anregungen schaffen. Lust machen, mit dem beginnenden Frühling nach draußen zu gehen, Erfahrungen in der Natur zu machen, die weit weg sind von den Normen des Alltags.

In der Brandenburghalle gibt es indoor-Angebote. Die lassen sich doch aber nicht 1 zu 1 auf die Natur übertragen?

Buchholz: Das ist gar nicht so schwierig. Für das Bolzen mit dem Ball oder Federball findet sich immer ein Platz. Es kann auf Bäume geklettert werden, man kann Äste weit werfen ...

Frankfurt sieht sich als sportliche Stadt. Inwieweit kann das Olympia-Jahr weitere Anreize schaffen, diesen Anspruch mit Leben zu erfüllen?

Kant: Wir haben mit über 80 Sportvereinen in der Stadt eine gute Grundlage, in der Jung und Alt trainieren kann. Anregendswert finde ich es, wenn Kitas, Schulen und Berufsschulen checken, welche Bewegungsangebote sie bieten und was sie - gemeinsam mit den Eltern - besser machen können. Und: In der Stadt arbeiten mehrere Partner am Projekt "Rio an der Oder". Wir wollen das Olympia-Jahr nutzen, um auszuprobieren, wie jeder sich in unserer Doppelstadt bewegen und Freude haben kann.

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