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Zehntklässler präsentierten Projekt-Ergebnisse über Landarzt Dr. Franck

Filmpremiere im Klassenzimmer

Zwischen Schulkameraden, Eltern und Ortschronisten: Martin Hepke sprach im Klassenzimmer zur Entstehung des Films.
Zwischen Schulkameraden, Eltern und Ortschronisten: Martin Hepke sprach im Klassenzimmer zur Entstehung des Films. © Foto: Cornelia Link
Cornelia Link / 26.02.2016, 19:33 Uhr
Briesen (MOZ) Mehr als ein Jahr lang haben sich die 20 Schüler der jetzigen 10. Klasse der Briesener FAW-Oberschule mit der Biographie des jüdischen Landarztes Dr. Adolf Franck und seiner Familie zu NS-Zeiten beschäftigt. Am Donnerstagabend präsentierten sie ihre Projekt-Ergebnisse vor ausgewählten Gästen.

Der Landarzt wohnte mit Ehefrau Franziska und den Kindern Ilse, Claus, Candida und Doris ab 1904 in Briesen und betrieb im heutigen Verwaltungsgebäude seine gut laufende Praxis. Ab 1933 mussten die Juden, die lange zuvor schon zum evangelischen Glauben konvertiert waren, viele Anfeindungen erleiden und flüchteten schließlich 1938 an den Starnberger See. Alle überlebten die Nazi-Zeit, aber niemand von ihnen kehrte jemals wieder in die alte Heimat zurück

Diese Fakten haben die Schüler bei Rundgängen, Recherchen im Gemeindehaus in Briesen, im Museum Fürstenwalde und bei Workshops in der Begegnungsstätte Stiftung Gollwitz mit Hilfe von Lehrer Bernhard Mangei und Gabi Moser (evangelischer Kirchenkreis) herausgefunden. Präsentieren konnten sie nach ihrer Spurensuche, unterstützt von Bund, Land und Kreis, auch sechs selbstgebaute "Zeitenbühnen" mit spezifischen Themen zum Nationalsozialismus und ein großes Plakat im Klassenzimmer. Viele Eltern, Ortschronisten sowie Vertreter von Amt und Gemeinde waren dabei. Gern kam auch Reimar von Alvensleben, der aus dem Nachlass seines Vaters ein Franck-Familienbild von 1917 beigesteuert hatte..

Für die Schüler am wichtigsten war aber ihr Film "Wenn wir die Francks wären", den die Jugendlichen vom Drehbuch bis zur Produktion mit Filmemacherin Malu Berlin (Hangelsberg) selbst erstellt haben. In der acht Minuten langen Doku-Fiktion schlüpften die Schüler in die Rollen der Familie und vermitteln ein beklemmendes Bild der damaligen Zeit.

Nach dem Film und der von Mitschüler Markus Stephan erstellten Power-Point-Präsentation gab es Applaus und Lob von den Eltern. "Ich bin beeindruckt", sagte auch Klassenleiter Anke Fröhlich. Hauptamtsleiterin Roswitha Standhardt meinte, "erzählt mit Stolz davon weiter." Die "Zeitenbühnen" und das Plakat werden weiter in der Schule ausgestellt. Der Film und die Präsentation werden im März, im Rahmen der beiden DVD-Nachmittage der Ortschronisten im Briesener Gemeindehaus, nochmals öffentlich gezeigt.

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