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Wandel zu solidarischem Handeln

Ludwig Seeger (2.v.l.) berichtete über die Arbeit des Gemeinschaftsguts Börnicke.
Ludwig Seeger (2.v.l.) berichtete über die Arbeit des Gemeinschaftsguts Börnicke. © Foto: Angela Kowalick
Angela Kowalick / 07.03.2016, 19:15 Uhr
Biesenthal (gea) Zum politischen Suppentopf im Kulturbahnhof Biesenthal hatten am Sonntag das Netzwerk "INKOTA", die Kampagnenorganisation "Meine Landwirtschaft" und die Gemeinschaft "Spörgelhof" eingeladen. Rund 40 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt, um sich einen ganzen Tag lang mit dem Thema der "zukunftsfähigen Landwirtschaft" zu beschäftigen und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

Alessa Heuser vom Netzwerk "INKOTA" versuchte in einem Impulsvortrag, das überaus komplexe Thema zusammenzufassen, bei dem unter anderen die Aspekte "global denken, lokal handeln", Lebensmittelverschwendung, "land grabbing", die weltweiten Gegensätze von Übergewicht und Hunger, sowie Macht- und Marktkonzentration in der Nahrungsmittelindustrie eine Rolle spielen. Auch die Frage der Agrotreibstoffe, also wieviele Pflanzen für den Teller und wie viele für den Tank angebaut werden sollten, wurde kurz angegeschnitten. Nicht zuletzt beeinflusse Landwirtschaft auch das Klima und werde zugleich vom Klima bedingt, so Heuser. Am Ende des Vortrags stand dann die Feststellung, dass die Landwirtschaft und das ganze Ernährungssystem nur zukunftsfähig sein können, wenn sich ein Wandel vollzieht hin zu solidarischem Denken und Handeln.

Zur Stärkung servierte Koch und Aktivist Wam Kat den Teilnehmern des Workshops eine Kürbissuppe, gekocht aus gespendeten Zutaten.

Nach dem Mittagessen stellten sich einige lokale Initiativen vor. Die Gemeinschaft "Spörgelhof" zum Beispiel lebt seit gut zwei Jahren zwischen Lobetal und Hellsee eine solidarische Ökonomie, baut Obst und Gemüse an und beliefert damit regelmäßig sozial- und umweltpolitisch bewusste Abnehmergruppen.

Der kulinarische Kollektivbetrieb Wukantina hingegen möchte die Großküche des Projekthofs "Wukania" in Biesenthal instandsetzen, gesundes Essen für Schulen und Kindergärten der Region kochen und die Küche auch der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Nicht nur das Netzwerk "Solidarische Landwirtschaft" mit seinem jungen Ableger für die Region Berlin-Brandenburg möchte alle landwirtschaftlich-politisch interessierten Gruppen miteinander verbinden. Der Workshoptag zum politischen Suppentopf in Biesenthal stellt bereits den Anfang dar. Nachdem sich noch verschiedene weitere lokale Akteure vorgestellt hatten, wurde gemeinsam für das Abendessen geschnippelt und gekocht. Dabei konnten sich die Initiativen über eine mögliche Kooperation unterhalten, Adressen austauschen und gegenseitige Hilfe absprechen. Alles im Zeichen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft, die auch hier im Barnim von unten her wachsen soll. Neue Mitstreiter sind stets willkommen.

Den Kontakt zu den teilnehmenden Initiativen stellt das Netzwerk INKOTA gern über das Internet www.inkota.de/kontakt her.

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