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Im finstren Forst hebt sich der Vorhang

Tim Engemann ist als Krieger mit einer Fackel ausgestattet.
Tim Engemann ist als Krieger mit einer Fackel ausgestattet. © Foto: Jörg Lantelme
Simon Rayß / 11.03.2016, 07:45 Uhr - Aktualisiert 11.03.2016, 13:42
Eberswalde (MOZ) Wenn es dunkel wird in Brandenburg, halten sich die meisten lieber fern von den Wäldern. Nicht so am 15. und 16. April. Dann gastiert das Theaer Anu im Wald der Stiftung WaldWelten. Das Ensemble aus Berlin bringt sein Stück "Schattenwald" mit nach Eberswalde und wird dafür Zuschauer in den Forst entführen - wohlgemerkt nach Sonnenuntergang.

Der Wald ist ein mythenumrankter Ort, nicht erst seit den Gebrüdern Grimm. Ihre Märchen sind der Kern, um den das Theater Anu sein Stück inszeniert. Anlässlich des 200. Geburtstags der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen hat die Compagnie die Inszenierung "Schattenwald" 2013 ins Leben gerufen. "Sie ist über Jahre erfolgreich gelaufen", sagt der künstlerische Leiter des Ensembles Stefan Behr. Das 1998 gegründete Theater Anu spielt stets in öffentlichen Räumen: auf Straßen und Plätzen, im Park, in einem Tunnel oder eben im Wald. "Dort erschaffen wir poetische Welten", erklärt Behr. Will heißen: Die Truppe bedient sich verstärkt künstlerischer Installationen.

Der Anlass, "Schattenwald" nach Eberswalde zu holen, ist der Geburtstag von WaldWelten. Bereits im vergangenen Oktober hat sich die Gründung der Stiftung, die den Menschen den Wert des Waldes näherbringen will, zum fünften Mal gejährt. Anlässlich des Jubiläums stehen nun Veranstaltungen in loser Folge auf dem Programm - unter anderem das Gastspiel vom Theater Anu.

"Das Thema Wald verbindet uns", begründet Stiftungspräsident Harald Schill die Wahl. "Es hat uns sozusagen zwangsläufig zusammengeführt." Schließlich ließe sich auch die Stiftung von der Vision leiten, Menschen in den Wald zu bringen.

Am 15. und 16. April wird das ganz buchstäblich passieren: Mit einer Laterne ausgestattet tauchen jeweils 50 Besucher ein in den dunklen Forst. Sie stoßen dabei immer wieder auf erleuchtete Tore - die eigentlichen Bühnen des Stücks. Dort begegnen ihnen Figuren aus dem Grimmschen Kosmos, ein Rabe, eine Unke, aber auch Gestalten wie Utgardloki und Thor, die der nordischen Sagenwelt entspringen. Die Schauspieler treten mal direkt vors Publikum, dann wieder lediglich als Schatten auf der Leinwand.

Im Laufe der rund 70-minütigen Tour dringen die Besucher immer tiefer ein ins Reich der Mythologie. "Schon sehr früh wurde das Verhältnis von Mensch und Natur thematisiert", sagt Stefan Behr. Das Stück will diese Konstanten aufzeigen: vom archaischen Naturglaube zu den christlich geprägten Märchen der Grimms. Kein ganz leichtes Thema. Deswegen empfehlen die Macher auch ein Mindestalter von zehn Jahren. Aber die Jüngsten sollten nach Sonnenuntergang ja sowie längst im Bett sein.

15. und 16. April, ab 20.45 Uhr, alle 15 Minuten starten Gruppen ab Parkplatz Forstbotanischer Garten; begrenztes Ticketkontingent für 17, ermäßigt 13 Euro; Vorverkauf im Internet unter www.theater-anu.de; wetterfeste Kleidung und Schuhe empfohlen

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