Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Forsch, treibend, manchmal auch krachend

Gitarrist Marco Vandrey, Drummer Phillip Kurth, Bassmann Matthias Voigt, Gitarrist Rico und Sängerin Jule Rohnstock sind gemeinsam "Slot Machine".
Gitarrist Marco Vandrey, Drummer Phillip Kurth, Bassmann Matthias Voigt, Gitarrist Rico und Sängerin Jule Rohnstock sind gemeinsam "Slot Machine". © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Hans Still / 11.03.2016, 07:50 Uhr - Aktualisiert 11.03.2016, 13:37
Bernau (MOZ) Mit der brandneuen CD "Back at the table" im Gepäck meldet sich die Barnimer Band "Slot Machine" am 18. März in Bernau zum Live-Konzert an. Punk, Rock, Metaleinschläge und 80er Indi beeinflussen die fünf Bandmitglieder, denen der Spaß an der Musik wichtiger ist als jede Schublade.

Sie kommen ursprünglich aus Bernau und leben heute in Wandlitz, Bernau, Rüdnitz und in der Hauptstadt. Zweimal pro Woche wird geprobt, dann führt der Weg ins beschauliche  Willmersdorf bei Werneuchen, in ein Gewerbegebiet. Zwischen den mit schwarzem Stoff verhangenen Wänden entwickelten die Musiker zu den eigenen Texten ihre Songs, die nun auf ihrer zweiten CD "Back at the table" versammelt wurden. Der Titel symbolisiert das Programm - er steht für die Absage an allzu rationale Lebensplanungen. "Wir genießen das Leben und begreifen unser Dasein teilweise als Glücksspiel. Wir sitzen am Tisch, setzen auf bestimmte Karten und sehen, was kommt", philosophiert Bassmann Matthias (Matze) Voigt.

Bilder "alter Helden" spornen die Musiker im Probenraum bei der kreativen Arbeit an - Motörhead, Nirvana, The Doors mahnen, klar und authentisch zu bleiben sowie auf poppigen Schnickschnack zu verzichten. "Wir proben in einem ehemaligen Raum der Energieversorgung, zweimal wöchentlich, das halten wir sogar diszipliniert durch", lässt Voigt mit fröhlich-listigem Blick anklingen. Er gibt mit seinem Bass gemeinsam mit dem Drummer Phillip Kurth der Band den Takt vor. Der gerät meist forsch und treibend, und ja, manchmal auch krachend. Dann entwickelt das Quintett den Punch eines Boxers, der sein Gegenüber durch den Ring treibt und selbstbewusst das Geschehen bestimmt, wie im Song "Black Ocean", der aus Matzes Feder stammt. Dass meist eine eher trübe Sicht auf den Tag zum Schreiben inspiriert, gibt der Musiker offen zu. "Der Tag beginnt und grinst dir ins Gesicht, die Leute sind gleich, ihre Spielchen auch, und irgendwie fühlst Du Dich angepisst. Du fühlst Dich, wie im schwarzen Ozean, im schwarzen Schlamm. So entstand Black Ocean." Der Song "The Point" kommt als Punk-Kracher daher, "The Game" erscheint dagegen fast melodiös, "13" überzeugt mit eher langsamer Vorgehensweise. "Unsere Wurzeln liegen in ganz unterschiedlichen musikalischen Richtungen, aber jeder bringt sich ein und das macht unsere Bandbreite aus", erklärt Matze, der zur Wendezeit in der Bernauer Punkband "Der zweite Versuch" spielte. Gitarrist Rico Ortmann hingegen rockte früher bei der Band "Coma", beide Musiker kennen sich von der damaligen Bernauer EOS, "Geschwister Scholl". Die unterschiedlichen musikalischen Vorprägungen mündeten schließlich in einer Richtung, die in der Szene mit Post-Punk überschrieben wurde. Quasi die Zeit nach dem rebellischen Aufbegehren. Der Aggregatzustand Punk erweitert sich durch Rock, dadurch entsteht Neues, ohne dass die Wurzeln verleugnet werden.

So betrachtet, sieht Voigt mit großer Zufriedenheit auf das zweite Band-Album, das ihm wie "aus einem Guss" erscheint. Das Lob geht vor allem auch an die Berliner Sängerin Jule Rohnstock (26), die im Vergleich zur ersten CD unglaublich an Präsenz und Vielschichtigkeit zulegen konnte. Wer sich ihren Gesang und den Punch der Band auf dem Weg zur Arbeit ins Pkw-Abspielgerät legt, der kann eigentlich nicht zu spät kommen. Die Musik befeuert eine forcierte Fahrweise und am Ende steht einmal mehr die Erkenntnis, mit guter Musik lebt es sich eindeutig besser.

"Slot Machine" präsentiert die neue CD am Freitag, 18. März, im Bernauer Road House in der Berliner Straße 60. Der Abend beginnt um 19 Uhr, ab 20 Uhr rockt "Slot Machine" das Klubhaus. Die Band bringt CD-Exemplare für den Verkauf mit.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG