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Ostern verschwindet die Brücke

Viele Baustellen auf engem Raum: Die alte stählerne Bäderbahnbrücke liegt am Dienstag noch auf ihren Widerlagern. Baugruben werden ausgehoben, die Spundwände mit Ankern zusätzlich gesichert.
Viele Baustellen auf engem Raum: Die alte stählerne Bäderbahnbrücke liegt am Dienstag noch auf ihren Widerlagern. Baugruben werden ausgehoben, die Spundwände mit Ankern zusätzlich gesichert. © Foto: MOZ
Uwe Stemmler / 22.03.2016, 19:35 Uhr - Aktualisiert 24.03.2016, 17:31
Fürstenwalde (MOZ) Ein mehr als 100 Jahre altes Bauwerk in Fürstenwalde wird über Ostern abgerissen: die Brücke für die Bäderbahn. Gegenwärtig laufen dafür die Vorbereitungen. Wegen der Arbeiten wird die Fernbahnstrecke ab Donnerstag, 4 Uhr, für mehrere Tage gesperrt.

1910 wurde die Brücke für die Bäderbahn gebaut, 1955 teilweise erneuert. Und jetzt geht es ihr an den Kragen. Mitarbeiter von vier Firmen aus Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg sind auf der Baustelle zugange. Beidseitig der Widerlager wurden bereits Spundwände tief in den Boden gerammt, die auf der einen Seite ein Absacken der Umgehungsstraße B 168 verhindern und auf der anderen Seite die Baulöcher absichern. Mehrere Bagger schaufeln kräftig, und eine große Maschine bohrt Löcher in die Spundwände. In diese werden sogenannte Anker, schwarze Schläuche mit Stahlseilen im Inneren, eingeführt und mit den Spundwänden fest verbunden. Sie sollen diesen zusätzlichen Halt geben, wenn die Baulöcher bis auf 8 Meter Tiefe reichen.

Die100 Jahre alte Stahl brücke für die Bäderbahn zwischen Fürstenwalde und Bad Saarow, die über die Ferngleise Berlin-Frankfurt führt, wird wegen nötigem Neubau abgerissen. Die beiden Teile (je 30 Tonnen schwer) schwebten  nach zweistündigen Vorbereitungsarbeiten über die Fernbahngleise. Wegen der Abrissarbeiten ist über Ostern die Strecke gesperrt. Schienenersatzverkehr zwischen Ostbahnhof und Berkenbrück. Die alte Brücke wird verschrottet.
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Abriss der Bäderbahn-Brücke

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Das alles ist aber nur Vorgeplänkel für den großen Akt, der um Ostern herum passiert. Am Donnerstag wird die 60 Tonnen schwere Stahlbrücke in zwei Teile zerschnitten und dann herausgehoben, kündigt Bauüberwacher Dirk Peters an. Anschließend reißen die Arbeiter die Widerlager und den Pfeiler in der Mitte ab, insgesamt rund 500 Kubikmeter Beton.

Für all das sind fünf Tage Zeit, denn der Zugverkehr auf der Fernbahnstrecke wird von Donnerstag, 4 Uhr, bis Dienstag, 4 Uhr, gesperrt. Da in dieser Zeit auch an der Strecke zwischen Köpenick und Erkner gebaut wird, fahren zwischen Berlin-Ostbahnhof und Berkenbrück nur Busse.

Die Arbeit wurde extra auf die Feiertage gelegt, weil dann kein Berufsverkehr ist, erläutert Peters. Eine solche Komplett-Sperrung soll es in Fürstenwalde nur noch einmal geben, und zwar in der ersten Augustwoche für das Einheben der neuen Brücke. Die soll übrigens kürzer als die alte sein und nur bis zum neuen Pfeiler reichen. Der Forstweg neben den Gleisen wird dann mit einem Betonrahmen überbrückt.

Die alte Stahlbrücke wird in der Woche nach Ostern vor Ort zerlegt, die Betonteile werden gleich abtransportiert. Platz zum Schreddern ist nicht vorhanden. "Wir wollen Eingriffe in die Natur so gering wie möglich halten", sagt Peters. Er widerlegt auch Vorwürfe von Fürstenwalder Stadtverordneten. Thomas Fischer vom BFZ hatte moniert, dass die Bauzufahrt über die verlängerte Frankfurter Straße erfolgt. Das stimme zum einen nicht ganz, denn von Norden her gibt es über die Bundesstraße eine direkte Zufahrt zu Baustelle. Von Süden her war auf der Seite der Bäderbahn-Gleise kein Platz. Der Weg auf der anderen Seite der Umgehungsstraße kam nicht in Frage, weil man unter den Brücken mit den Baggern und dem großen Kran, den man für den Abriss der alten und die Montage der neuen Brücke braucht, nicht durchgekommen wäre.

Auch Gleise der Bäderbahn werden derzeit erneuert: drei Kilometer insgesamt. In den vergangenen Wochen sind die alten bereits entfernt worden. Jetzt werden Unterbau und Schotter eingebracht und dann die neuen verlegt. In fünf Monaten soll alles erledigt sein: Ab 25. August, kündigt Peters an, fährt wieder der Zug nach Bad Saarow. Und über die neue Brücke kann er 80 fahren und muss nicht mehr auf 20 Stundenkilometer herunterbremsen.

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Michael Dambeck 23.03.2016 - 13:36:35

Änderungen auch am BÜ Buschgarten?

Ich hoffe, dass auch am Bahnübergang Buschgarten etwas gemacht wird. Was nutzt es mit 80 km/h über die Brücke zu fahren wenn kurz danach auf 10 km/h am Bahnübergang abgebremst werden muss.

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