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Hohe Forderungen belasten Kommunen

Kai-Uwe Krakau / 22.03.2016, 19:48 Uhr
Bernau (MOZ) Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen haben begonnen. Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes verlangen sechs Prozent mehr Gehalt. Die Städte und Gemeinden in der Region gehen von einem moderaten Abschluss aus.

Werneuchens Bürgermeister Burkhard Horn plädiert für "Augenmaß" bei den anstehenden Gesprächen. "Als Kommune können wir Gehaltserhöhungen nicht durch Gewinne kompensieren", sagt der Linken-Politiker. Zu hohe Forderungen würden zu Lasten anderer Vorhaben gehen. Auch die Laufzeit des Tarifvertrages spiele eine wichtige Rolle. "Persönlich halte ich eine Steigerung um sechs Prozent innerhalb eines Jahres für zu hoch", so Horn. Er rechne aber mit einem Abschluss in Höhe von zwei Prozent - bei einer Laufzeit von mindestens drei Jahren.

Als "Forderung" sind die sechs Prozent für Rainer Fornell in Ordnung, als Abschluss jedoch nicht. "Zum Schluss sollten nicht mehr als drei Prozent herauskommen", sagt der Bürgermeister von Panketal. Im Haushalt 2016 ist die Gemeinde auf Nummer sicher gegangen und hat eine vierprozentige Gehaltssteigerung (400 000 Euro) berücksichtigt.

Ein "Sechs-Prozent-Plus" bezeichnet man beim Landkreis Barnim als "sehr hoch". Erfahrungsgemäß einige man sich auf einen Mittelwert, so Sprecher Oliver Köhler. Die ver.di-Forderung würde für den Kreis nur schwer verkraftbar sein, da man wegen der Flüchtlingsproblematik bereits höhere Kosten habe. Eine zusätzliche Tariferhöhung habe das Paul-Wunderlich-Haus für 2016 nicht eingeplant, man rechnet aber mit einen Abschluss von rund drei Prozent, hieß es.

Nach Auffassung des Amtsdirektors von Biesenthal-Barnim, André Nedlin, müssen sich die öffentlichen Verwaltungen zunehmend mit dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel auseinandersetzen. "Die Kommunen stehen in starker Konkurrenz zur Privatwirtschaft", sagt Nedlin. Die Verwaltung müsse daher in Zukunft attraktiver werden. "Daher halte ich die Forderung für nachvollziehbar und auch vertretbar", so der Amtsdirektor.

"Eine sechsprozentige Tariferhöhung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten würden zu einem Mehraufwand von 270 000 Euro führen", sagt Ahrensfeldes Bürgermeister Wilfried Gehrke. Eingeplant habe man jedoch eine 2,5 prozentige Anpassung, dies entspreche 190 000 Euro. "Letztlich rechnen wird mit einem Abschluss um 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten", so der Verwaltungsleiter.

Eine angemessene Bezahlung der Mitarbeiter ist für die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant "richtig und wichtig". 11,7 Millionen Euro wendet die Gemeinde in diesem Jahr für das Personal auf. Darin ist schon eine zweiprozentige Tarifsteigerung (230 000 Euro) berücksichtigt.

"Ein guter Tarifabschluss wäre den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nur zu wünschen", sagt Bernaus Bürgermeister André Stahl. Welche Steigerung tatsächlich möglich werde, sei Sache der Tarifparteien. Im Bernauer Haushalt für dieses Jahr ist eine dreiprozentige Erhöhung berücksichtigt.

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