Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Jungwähler bilden sich eigene Meinung

Sechs der acht Landratskandidaten stellten sich den kritischen Fragen der Schülerinnen und Schüler.
Sechs der acht Landratskandidaten stellten sich den kritischen Fragen der Schülerinnen und Schüler. © Foto: MOZ/Hahn
Ilse-Dore Hahn / 07.04.2016, 03:30 Uhr
Falkensee (MOZ) In der fast vollbesetzten Aula der Gesamtschule Immanuel Kant nutzten die Schüler der Oberstufe am Mittwoch die Gelegenheit, sechs der acht Kandidaten der Landratswahl am kommenden Sonntag etwas näher kennen zu lernen. Damit sollte vor allem den Erstwählern der Klassenstufe 10 eine Wahlentscheidung erleichtert werden. Eingeladen hatte die 12. Jahrgangsstufe, die sich zur Zeit auf Klassenreise befindet.

"Wir treffen uns hier zu einer ,Elefantenrunde", die es im bisherigen Wahlkampf so noch nicht gab", meinte Christine Schaade, Lehrerin für Politische Bildung (PB) und Moderatorin der Veranstaltung. Sie wies darauf hin, dass der Kandidat der NPD nicht eingeladen worden war, da "wir eine Schule ohne Rassismus und Gewalt sind." In einer kleinen Gesprächsrunde mit anschließendem Miniquiz wurden die Kandidaten Roger Lewandowski (CDU), Martin Gorholt (SPD), Petra Budke (Die Grünen), Harald Petzold (Die Linke), Raimond Heydt (Piratenpartei) und Kai Gersch (AfD) mit ihren Wahl-Leitsprüchen vorgestellt. Danach mussten sie sich den Fragen aus dem jugendlichen Publikum stellen.

So wollte Regina die Gründe für die Kandidatur wissen und was jeder der Kandidaten als Landrat verändern würde. Bis auf Raimund Heydt, der seine Antwort mit einem Schimpfwort würzte, gaben die Politiker in der Hauptsache ihr Parteiprogramm des Wahlkampfs wieder. Auf die Frage eines Schülers, was der Wahlslogan der Piratenpartei "Politik aus Notwehr" bedeute, erklärte Heydt am Beispiel von Lars Krause, der nicht als Kandidat zu gelassen worden war, dass es auch in demokratischen System faschistoide Tendenzen gäbe und er notfalls auch mit Gewalt gegen Faschismus, Nazi-Staat und totale Überwachung vorgehen würde. Daraufhin setzte unter den Gesprächsteilnehmern auf dem Podium lebhafter Protest ein. Und auch aus dem jungen Auditorium kam Kritik an der Ausdrucksweise von Raimund Heydt.

In der Frage nach dem Öffentlichen Personennahverkehr waren sich die Kandidaten dahingehend einig, dass "etwas verändert werden müsse." Nur im "Was und Wie" gab es einige Differenzen. Einer kritischen Frage nach der Rechtslastigkeit seiner Partei musste sich Kai Gersch stellen: "Wir halten im Gegensatz zur NPD an der Rechtsstaatlichkeit fest. Doch die etablierten Parteien sind daran interessiert, keine neuen Parteien hoch kommen zu lassen." Der AfD-Politiker wies darauf hin, dass seine Partei mittlerweile viele Strafanzeigen gestellt hätte und "ganz viel Spaß dabei hätte, die Wahlplakate ab zu hängen, auf denen die NPD zusammen mit der AfD werben würde."

Weitere Fragen wie zum Beispiel nach der Verwirklichung von Wahlversprechen und der Umsetzung von Wahlprogrammen beantworteten die sechs Politiker fast einmütig mit dem Hinweis, den Petra Budke vorgab: Ein Landrat ist kein König und braucht den Kreistag, um Entscheidungen durch zu setzen." Nur in der Art und Weise wie die finanziellen Mittel für geplante Vorhaben beschafft werden sollen, unterscheiden sich die sechs Kandidaten. Auf die Schlussfrage der Moderatorin: "Wenn ich Landrat werde, dann werde ich zuerst (...) antwortete Kai Gersch: "Mir den Landkreis genau ansehen." Roger Lewandowski sagte: "Die Zusammenarbeit verbessern." Martin Gorholt meinte. "Die Mitarbeiter zum Gespräch bitten." Petra Budke erklärte: "Das Gespräch mit den Menschen im Landkreis suchen." Raimond Heydt betonte: "Das Hausverbot gegen mich aufheben, damit ich in mein Büro komme." Harald Petzold sagte: "Den Bürgern für die hohe Wahlbeteiligung danken." Mit "Einsatz für und im Dialog mit den Jugendlichen, der Bildung von Jugendgremien versuchten Harald Petzold, Petra Budke und Martin Gorholt die Schüler von sich zu überzeugen. Roger Lewandowski meinte nur lapidar: "Ich halte, was ich verspreche" und Kai Gersch erklärte, dass er als Vater von drei Teenagern viel von Jugendlichen verstünde."

Maria und Kati aus der Klasse 10 a, fanden die Veranstaltung sehr aufschlussreich. "Wir sind beide 16 Jahre alt und werden zur Wahl gehen. Wir haben ein gutes Bild von den Kandidaten gewonnen und uns jetzt eine eigene Meinung gebildet."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG