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Nabu und BUND wollen verträglichere Regelungen für Windräder - aber keinen Ausbaustopp

Umweltverbände auf Distanz zum Volksbegehren

 Windräder
Windräder © Foto: dpa
Ulrich Thiessen / 12.04.2016, 07:06 Uhr
Potsdam (MOZ) Brandenburgs Umweltschutzverbände Nabu und BUND wollen einen für Mensch und Tier verträglicheren Ausbau der Windenergie. Das laufende Volksbegehren gegen neue Windkraftanlagen unterstützen beide Verbände jedoch nicht. Es werde den Mitgliedern freigestellt, ob sie ihre Unterschrift dafür leisten wollen oder nicht, hieß es am Montag auf einer Pressekonferenz in Potsdam.

Der Nabu-Landesvorsitzende Friedhelm Schmitz-Jersch sagte, dass es Gemeinsamkeiten mit den Initiatoren des Volksbegehrens gebe. So lehnen auch BUND und Nabu die Errichtung von Windrädern in Wäldern ab. Beide Verbände fordern auch verbindliche Mindestabstände von Windkraftanlagen zu Wohnhäusern. Dieser sollte 1000 Meter betragen und durch Einzelfallprüfungen gegebenenfalls größer ausfallen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Die Forderung des Volksbegehrens, dass der Abstand mindestens das Zehnfache des Windrades betragen muss, wird von den beiden Verbänden abgelehnt. "Das ist überzogen. Dann könnten kaum noch neue Windräder errichtet werden", sagte Carsten Preuß, Vorstandmitglied des BUND. Stattdessen sollten die Mindestabstände für den Vogelschutz ausgeweitet werden und vor allem die Gefährdung für Fledermäuse durch Rotorblätter stärker bei der Ausweisung von sogenannten Windeignungsgebieten berücksichtigt werden.

Schmitz-Jersch betonte, dass auch erneuerbare Energien Nebenwirkungen haben. Trotzdem sei die Nutzung der Windenergie wichtig. Allerdings müsse sie mit dem Ausstieg aus der Braunkohle in den kommenden 15 bis 25 Jahren verbunden werden. Er warf dem Volksbegehren vor, dazu keine Stellung zu beziehen.

Das Volksbegehren unter dem Titel "Rettet Brandenburg" gegen Windräder in den Wäldern und für größere Mindestabstände läuft noch bis 6. Juli. Bis zur Halbzeit der sechsmonatigen Frist waren Anfang April rund 23 000 Unterschriften gesammelt worden - 80 000 sind für einen Erfolg notwendig.

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Eveline Kroll 14.04.2016 - 12:03:27

Vogelschutz geht vor Menschenschutz

Ich bin entsetzt wie die Umweltverbände mit dem Schutzgut Mensch umgehen. Anscheinend leben diese "grünen" Menschen alle in der Stadt. Den Vögeln wird ein größerer Abstand zu den Industriegiganten der heutigen Windräder zu gebilligt. Und wir sollen die gesundheitsschädigenden Auswirkungen der Windräder ertragen. Im übrigen Rate ich allen mal zu Nachhilfeunterricht in Physik. Ohne eine grundlastfähige Energie gibt es nämlich keine Versorgungssicherheit. Also entweder Atomkraftwerke, Braunkohlekraftwerke oder Erdgaskraftwerke. Ein Ausstieg aus allen drei Energieformen ist nicht möglich.

Angela Mans 14.04.2016 - 08:59:57

Irreführende Uberschrift!

Sinnloser Konflikt zwischen Natur- und Menschenschutz! Man fragt sich, warum der Bericht der MOZ über eine Aktivität von BUND und NABU für mehr Naturschutz beim Ausbau der Windenergie so eine irreführende Überschrift haben musste. Damit wird dem Leser suggeriert, wer das Volksbegehren gegen Windkraft im Wald und für höhere Mindestabstände unterstützt, handele nicht im Sinne des Naturschutzes. Schlimm genug, dass wir als Menschen solche Probleme haben, angemessene Mindestabstände umzusetzen. Bei den anlässlich der Verabschiedung des Regionalplans Barnim-Uckermark von Windkraftinvestoren angekündigten Anlagenhoehen von 300 Metern(!) (s. Barnim Echo vom 13.4) muss doch eigentlich jedem Zweifler klar werden, dass es höhere Abstände geben muss, sind die modernen Anlagen heute "nur" oft 200 m hoch. Der Konflikt zwischen Natur- und Menschschutz sollte durch eine andere Energiepolitik vermieden werden! Auch hätte ich mir eine inhaltliche Berichterstattung über den Regionalplan Bar-UM im Brandenburgteil dieser Zeitung gewünscht - wird die Bedeutung dieser Pläne nicht erkannt, werden die Bürger und Unternehmen nie verstehen, warum sie in Brandenburg die höchsten Strompreise zahlen!

Thomas Caden 13.04.2016 - 20:28:33

Falsche Darstellung: Umweltverbände auf Distanz zum Volksbegehren

"Umweltverbände auf Distanz zum Volksbegehren" ist eine eindeutig falsche Darstellung. Wo soll dies aus dem Positionspapier von NABU und BUND hervorgehen. Lese ich dieses falsch? http://www.bund-brandenburg.de/fileadmin/bundgruppen/lvbrandenburg/Klimaschutz_Energie/Windenergie-Positionspapier_NABU_BUND.pdf Bitte in Zukunft sachlich richtige Darstellungen! ! !

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