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Turm-Erlebniscity spähte jahrelang Besucher und Mitarbeiter aus / Datenschutzbeauftragte verhängte Bußgeld

Turm-Betreiber späht Badegäste aus

Klaus D. Grote / 13.04.2016, 23:32 Uhr - Aktualisiert 14.04.2016, 14:49
Oranienburg (OGA) In der Oranienburger Turm-Erlebniscity wurden Besucher und Mitarbeiter jahrelang ausgespäht. Dazu waren 40 Kameras in verschiedenen Räumen und sogar unter Wasser installiert.

Die Landesdatenschutzbeauftragte Dagmar Hartge hatte am Dienstag ihren Bericht vorgestellt. Wie jetzt bekannt wurde, handelt es sich bei der beanstandeten Therme um die Turm-Erlebniscity. Die Videoüberwachung nimmt im Bericht fast eine komplette Seite ein. Ein Besucher hatte sich über Kameras im Umkleidebereich beschwert. Daraufhin wurde Hartge tätig. "Der Betreiber überwachte nahezu das gesamte Bad", heißt es. Der Turm musste daher ein Bußgeld von 16 000 Euro zahlen. Videoüberwachung in Schwimmbädern sei nur unter strengen Voraussetzungen zulässig. Sieben Jahre lang wurden der Eingangsbereich, Wasserrutschen, die Sammelumkleide, das Sole- und das Sportbecken sowie Kellerräume, die nur für Mitarbeiter zugänglich sind, per Kameras kontrolliert.

Die früheren Geschäftsführer Andreas Leuschner und Holger Knoll hätten die Überwachung angeordnet. Angeblich sei sie eine Reaktion auf eine Häufung von Diebstählen im Bad gewesen. Unterlagen dazu gebe es nicht mehr. Für die verdachtslose Videoüberwachung habe es keine Rechtfertigung gegeben, stellt Hartge in ihrem Bericht fest.

Die aktuelle Geschäftsführung habe sofort reagiert, so Hartge. "Wir haben im Sommer 2014 alle Kameras unverzüglich außer Betrieb genommen", sagte Turm-Chef Kay Duberow. Wie viele Aufnahmen auch aufgezeichnet wurden, wollte Duberow nicht sagen. Inzwischen werde in Abstimmung mit dem Betriebsrat und Dagmar Hartge ein Datenschutzkonzept entwickelt. Demnach sollen künftig Kameras ausschließlich den Kassenbereich, Kassenautomaten und die Parkschranke kontrollieren.

"Man kann versuchen, über Kameras Kriminalität zu verhindern, aber man muss natürlich die Bestimmungen des Datenschutzes einhalten", sagte Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD), der selbst regelmäßiger Badegast im Turm ist.

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