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Falkensee hat aufgeräumt

Gemeinsam gegen den Dreck: Beim 22. Umwelttag in Falkensee gab es eine Rekordbeteiligung. 39 Gruppen mit vielen freiwilligen Helfern unterstützten die Stadtverwaltung bei der Beseitigung des Unrats im öffentlichen Raum. Zusammen mit der Initiative „Willkommen in Falkensee“ räumten Flüchtlinge den Bereich um den Seegefelder Bahnhof auf.
Gemeinsam gegen den Dreck: Beim 22. Umwelttag in Falkensee gab es eine Rekordbeteiligung. 39 Gruppen mit vielen freiwilligen Helfern unterstützten die Stadtverwaltung bei der Beseitigung des Unrats im öffentlichen Raum. Zusammen mit der Initiative „Willkommen in Falkensee“ räumten Flüchtlinge den Bereich um den Seegefelder Bahnhof auf. © Foto: MOZ/Achilles
Stephan Achilles / 18.04.2016, 00:05 Uhr - Aktualisiert 18.04.2016, 15:23
Falkensee (MOZ) Es fällt auf. Weniger Unrat am Straßenrand, kein Müll an Bahnhof und Bahndamm, saubere Waldränder und Seeufer. Falkensee hat aufgeräumt. Beim Umwelttag am vergangenen Sonnabend gab es eine Riesen-Beteiligung. Schulen, Kirchgemeinden, Bürgervereine, der Angelverein, die Baumschutzgruppe, der BUND, politische Parteien und viele, viele Anwohnergruppen schwärmten - mit Handschuhen und blauen Müllsäcken bewaffnet – aus, um wegzuräumen, was andere im öffentlichen Umfeld einfach unachtsam weggeworfen oder illegal entsorgt hatten. Unterstützt wurden sie dabei vom Team der städtischen Grünpflege, die die Säcke an festgelegten Sammelorten aufluden und abfuhren.

Zahlreiche Flüchtlinge haben beim Umewelttag in Falkensee tatkräftig angepackt...
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Unter den 39 Anmeldungen zum diesjährigen Umwelttag – ein Rekord in der 22-jährigen Geschichte der Aktion – war auch die der Willkommensinitiative Falkensee. Die ehrenamtlichen DeutschlehrerInnen und Alltagslotsen der Initiative hatten die Flüchtlinge auf den Umwelttag aufmerksam gemacht. Mit rund 30 Personen fand sich so eine der größten Gruppen an diesem Tag zusammen. Die wurde auch gebraucht, denn mit dem Umfeld des Bahnhofs Seegefeld hatten sich die freiwilligen Müllsammler eine der schmutzigsten Ecken der Stadt vorgenommen. Immer wieder mussten neue Säcke herangeholt werden. Von leeren Flaschen über Verpackungen und Schuhe bis hin zum Gewerbemüll wurde alles Herumliegende entsorgt. Fast alles, denn der Kaninchenstallmist, den ein bisher noch Unbekannter regelmäßig am Bahnhofsvorplatz in Haufen abschüttet, ließ sich nicht aufnehmen.

Im Verlauf der Sammelaktion gab es viele Möglichkeiten zu Gesprächen zwischen Falkenseern und Flüchtlingen. Etwa mit Guy Eosdand und seinem Landsmann Cesar aus Kamerun, die bereits eigene kleine Wohnungen in der Stadt bezogen haben. Das wäre auch der dringendste Wunsch von Razaei Ali, der seit fünf Monaten in der Notunterkunft an der Seegefelder Straße lebt. Die Umstände dort sind auf die Dauer schwer zu ertragen, meint der ausgezeichnet deutsch sprechende Iraner aus der Stadt Schiraz. Kathleen Kunath, Sprecherin der Willkommensinitiative, sieht die Unterstützung bei der Wohnraumbeschaffung als eine der derzeit wichtigsten Aufgaben. Ihre Bereitschaft, als neue Bürger der Stadt auch Verantwortung für das Zusammenleben zu übernehmen, haben die Flüchtlinge beim Umwelttag zumindest schon tatkräftig unter Beweis gestellt.

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